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Kläranlage Körkwitz: Weniger Gestank durch neuen Einlauf

Kläranlage Körkwitz: Weniger Gestank durch neuen Einlauf

Abwasserzweckverband investiert rund 250 000 Euro / Geruchsbelästigung soll um bis zu 40 Prozent gesenkt werden

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Die ersten Vorbereitungen für die Erneuerung des Einlaufbauwerkes sind im Klärwerk Körkwitz bereits gelaufen. Im September dieses Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

Quelle: privat

Ribnitz-Damgarten/Körkwitz. Der Abwasserzweckverband Körkwitz (AWZV) will das in der Vergangenheit immer wieder monierte Geruchsproblem am Klärwerk angehen. Darüber informierte jetzt Verbandsvorsteher Martin Vogt. Um die Situation zu verbessern, werde das Einlaufbauwerk, das eine der größten Geruchsquellen darstelle, erneuert. Damit werde verhindert, dass sich das ankommende Schmutzwasser mit der Luft verbindet. Da das Abwasser künftig in einem geschlossenen System behandelt werden soll, würden deutlich weniger Gase entweichen. Restgase sollen über eine mehrere Meter hohe Abzugshaube abgeführt werden.

Das Abwasser kommt im Klärwerk Körkwitz über zwei große Rohre an, erläutert Martin Vogt. Deren Anschluss an das neue Einlaufbauwerk solle im September erfolgen. „Da das Abwasseraufkommen in der Urlaubszeit deutlich ansteigt, haben wir diese Arbeiten auf das Ende der Saison gelegt, um auf Nummer sicher zu gehen.“

Nach dem Einlaufbauwerk fließt das Abwasser durch die Rechenanlage, wo es von Grobstoffen befreit wird. Nächste Stationen sind zwei Sandfänge. Dort fällt pro Tag bis zu einer halben Tonne Sand an.

Letzte Station der mechanischen Reinigungsstufe ist das Vorklärbecken, dann kommt das Abwasser in sogenannte Belebungsbecken, dort beginnt die biologische Reinigung. Hier machen sich Bakterien und andere Kleinorganismen an ihre Arbeit. Danach geht es ab in die beiden Nachklärbecken und von dort wird das Wasser in den Ribnitzer See geleitet.

Der Verbandsvorsteher rechnet damit, dass mit der Erneuerung des Einlaufbauwerkes die Geruchsbelästigung um bis zu 40 Prozent reduziert werden kann. Die Kosten für die technische Umrüstung beziffert er auf rund 250000 Euro.

Bereits seit Jahren kritisieren die Bewohner des Ribnitz-Damgartener Ortsteils Körkwitz die Geruchsbelästigung durch das Klärwerk. Vor allem dann, wenn der Wind ungünstig steht, rieche es streng.

Mehrfach kam die Frage auf, wie sich das mit dem Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“ vertragen soll.

Ein weiteres Problem: Als Teil des Europäischen Radfernweges führt der Boddenwanderweg unmittelbar am Klärwerk vorbei. Die Radler blicken direkt auf die offenen Klärbecken. „Warum wird nicht wenigstens ein einfacher Sichtschutz installiert“, fragten Einwohner in der Vergangenheit immer wieder.

Martin Vogt erinnert daran, dass „zuerst das Klärwerk Körkwitz da war und erst dann der Radweg dort im Auftrag der Stadtverwaltung gebaut wurde. Heute würde man einen Radweg sicher nicht mehr parallel zu einem Klärwerk bauen. Aber damals hat man nun einmal diese Entscheidung so getroffen, mit ihren Folgen müssen wir nun leben und nach einer angemessenen Lösung suchen.“

Auf die Frage, wie die aussehen könnte, sagte Martin Vogt: „Vorgesehen ist der Bau eines neuen Zaunes. Auf dessen Innenseite sollen immergrüne Pflanzen den Blick auf die Klärbecken verdecken.“ Da man es mit sehr sandigem Boden zu tun habe, sei geplant, zunächst einen Graben auszuheben und diesen mit Mutterboden aufzufüllen, um den Pflanzen gute Wachstumsbedingungen schaffen zu können, erläuterte der Verbandsvorsteher. Der Bodenaustausch soll Frühjahr 2017 vorgenommen werden, die Bepflanzung wird dann im Herbst kommenden Jahres über die Bühne gehen.

Seit 1990 in Betrieb

Die Kläranlage im Ribnitz-Damgartener Ortsteil Körkwitz wurde 1990 in Betrieb genommen. 1991 erfolgte der Beschluss der Stadtvertretung von Ribnitz-Damgarten zur Bildung eines Zweckverbandes. 1992 wurde der Abwasserzweckverband Körkwitz gegründet.

In Körkwitz wird das Abwasser von rund 30 000 Einwohnern und der zahlreichen Gäste der Urlaubsregion gereinigt. Insgesamt sind es jährlich bis zu 1,8 Millionen Kubikmeter.

Mitglieder des Abwasserzweckverbandes sind Ahrenshoop, Wustrow, Dierhagen, Gelbensande, Ribnitz-Damgarten und Marlow/Ortsteil Kuhlrade.

Im Klärwerk sind 16 Menschen in Vollzeit beschäftigt, hinzu kommt noch ein Teilzeitbeschäftigter. Im Durchschnitt werden pro Tag 4000 bis 5000 Kubikmeter Abwasser gereinigt.

Im Sommer erhöht sich diese Zahl durch die zahlreichen Urlauber auf bis zu 7000 Kubikmeter.

Edwin Sternkiker

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