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Kloster-Schätze wieder vereint

Ribnitz-Damgarten Kloster-Schätze wieder vereint

Bernsteinmuseum zeigt mit Ausstellung, wie Luthers Ideen das Klosterleben veränderten

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Axel Attula mit dem kaiserlichen Schutzbrief für das Ribnitzer Kloster aus dem Jahre 1559.

Quelle: Foto: Edwin Sternkiker

Ribnitz-Damgarten. Die Reformation wirbelte auch in Ribnitz die alten Verhältnisse gründlich durcheinander, mitunter wurde es auch handgreiflich. So drangen Anhänger Luthers 1525 in die Klosterkirche ein. Sie haben „etliche Bilder und Bücher in unserer Kirche zertreten“, schreibt der Chronist Slaggert. 1526 ließ Äbtissin Dorothea einen als lutherischen Prediger auftretenden Schmiedeknecht durch den Rat festnehmen. Empörte Bürger machten an der Klosterpforte ihrem Unmut Luft und erreichten seine Freilassung. Ebenfalls 1526 wurden zwei Lutheranhänger, die den Bürgermeister fast zu Tode geprügelt hatten, in Ribnitz hingerichtet. Und auch unter den Klockenhäger Klosterbauern rumorte es.

Die Reformation verwandelte das als katholische Ordensgemeinschaft bestehende Kloster in einen evangelischen Konvent, in ein adliges Damenstift, nun als Mecklenburger Landeskloster Ribnitz bezeichnet. Das Kloster bot ab 1599 zwölf unverheirateten Frauen, zumeist Töchtern adliger Rittergutsbesitzer Mecklenburgs, Unterkunft und Versorgung.

Bis der Bestand der Einrichtung gesichert war, war es allerdings ein langer Weg. So musste Ursula (1538 bis 1586), die letzte Äbtissin, 1559 einen Schutzbrief für das Kloster erbitten, den Kaiser Ferdinand I. dann auch gewährte und der durch seinen Nachfolger, Kaiser Maximilian II. bestätigt wurde. Beide Originalurkunden werden ab morgen zusammen mit anderen interessanten Exponaten in einer Ausstellung im Chorsaal der Ribnitzer Klosterkirche gezeigt. Titel: „Bewegte Zeiten. 500 Jahre Reformation. Ein Beitrag zum Lutherjahr aus der Region“.

„Dass wir die Schutzbriefe zeigen können, haben wir dem Stadtarchiv Rostock und speziell dessen Direktor Dr. Karsten Schröder zu danken“, erläutert Axel Attula. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Deutschen Bernsteinmuseums zeichnet verantwortlich für die Ausstellung.

Die Schutzbriefe wurden bis 1918 im Ribnitzer Kloster aufbewahrt, irgendwann danach sind sie nach Rostock gebracht worden. Damit sind sie nach knapp 100 Jahren erstmals wieder in Ribnitz und können überhaupt hier das erste Mal öffentlich gezeigt werden, so Attula.

Zahlreiche weitere Exponate aus der Klostergeschichte werden ebenfalls erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Dazu gehört unter anderem die kostbare kleine Chorsaalbibliothek, die bisher im Kirchenarchiv der Ribnitzer Stadtkirche St. Marien aufbewahrt wurde. Diese Bibliothek war durch Schenkungen der einstigen Stiftsdamen entstanden. Die Bücher stammen vor allem aus den Jahren kurz vor 1700, einige enthalten handschriftliche Einträge von Stiftsdamen. Vorgestellt wird auch der Ribnitzer Stadtpfarrer Johann Christian Schorler, der in den Jahren von 1763 bis 1785 drei Bücher geistlichen Inhalts veröffentlichte.

Zu sehen in der Ausstellung ist weiterhin das erste Altarbild des Chorsaales nach der Reformation. Es stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. Die Kirchgemeinden der Region bereichern die kleine Ausstellung durch ihre Schätze. Sie zeigen, was es heißt, evangelisch zu sein und in Martin Luthers Nachfolge zu stehen.

Die Ausstellung wird Sonntag, 18. Juni, um 17.30 Uhr im Chorsaal der Klosterkirche eröffnet, zuvor erklingt ab 17 Uhr Musik.

Edwin Sternkiker

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