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„Kommt wieder und bringt eure Freunde mit“

Auschwitz/Ribnitz-Damgarten „Kommt wieder und bringt eure Freunde mit“

Schüler der Ribnitz-Damgartener Bernstein-Schule unternahmen Studienfahrt nach Auschwitz.

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Die Schüler der Bernstein-Schule vor dem Eingangstor des KZ Auschwitz I (Stammlager) mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“.

Quelle: privat

Auschwitz/Ribnitz-Damgarten. „Für die Zukunft zurück in die Vergangenheit“, unter diesem Motto unternahmen 33 Schüler und Lehrer der Ribnitzer Bernstein-Schule (Vorpommern-Rügen) eine Studienfahrt nach Polen, gefördert durch die Bethe-Stiftung und das Kultusministerium. Gut vorbereitet durch den fächerübergreifenden Unterricht in Deutsch, Geschichte und Sozialkunde wollten die Schüler der 10. Klasse und des Produktiven Lernens ihr Wissen an den historischen Orten Auschwitz und Krakau vertiefen.

In der Jugendbegegnungsstätte von Oswiecim/Auschwitz bereiteten sich die Teilnehmer auf die Besuche der Gedenkstätten vor. Unter der Leitung von Elzbieta Pasternak setzten sich die Schüler im Workshop mit historischen Fotos auseinander und sahen den Film „Ambulanz“. Im Jüdischen Zentrum von Oswiecim/Auschwitz erfuhren sie von der jüdischen Geschichte der Stadt, erhielten in der Synagoge einen Einblick in die jüdische Religion und erfuhren beim Stadtrundgang, wo die Große Synagoge vor der Zerstörung durch die deutschen Besatzer stand. Der Besuch der Stadt Krakau führte die Schüler durch das jüdische Ghetto, von dessen Hauptplatz viele Krakauer Juden in die Vernichtungslager zusammengetrieben wurden.

Im Museum der Emaillewarenfabrik von Oskar Schindler wurde den Schülern deutlich, unter welchen Bedingungen die Menschen im Ghetto leben und arbeiten mussten. Wie die Beschlüsse der Wannseekonferenz zur „Endlösung der Judenfrage“ umgesetzt wurden, das erfuhren die Schüler durch die Besuche der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

Mehr als ein historischer Ort

In Workshops setzten sie sich mit Einzelschicksalen der Maurerbrigade auseinander und erfuhren, wie es Häftlingen trotz allem gelang, geheime Porträts zu zeichnen. Die riesige Ausdehnung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ließ das Unvorstellbare real werden. Linda Bendix aus der 9. Klasse schildert ihre Eindrücke so: „Vor der Fahrt in das Konzentrationslager habe ich Auschwitz als einen historischen Ort betrachtet und war sehr interessiert daran, mitzufahren. Als wir das KZ Auschwitz-Birkenau dann verlassen hatten, war mit bewusst, dass es viel mehr als ’nur’ ein historischer Ort ist. Ich habe versucht, mich in die Menschen hineinzuversetzen, die so viel Leid ertragen mussten. Ich konnte es aber nicht, es ist unvorstellbar grausam, wenn man dann wirklich an so einem Ort ist.“

Gina Huß, Schülerin im Produktiven Lernen, sagt, dass es richtig gewesen sei, das KZ Auschwitz mit eigenen Augen gesehen zu haben. „Ich habe mich in der Schule vorbereitet und eine Power-Point-Präsentation angefertigt, aber ich hatte nicht gedacht, dass es so schlimm war.“ Ole-Gunnar Lentz, der die 10. Klasse besucht, sagt: „Bevor wir losfuhren, hatte ich keine genaueren Vorstellungen von Auschwitz. Als wir dann da waren, hatte dieser Ort auf einmal eine Bedeutung für mich selbst bekommen. Ich bin beeindruckt und froh, mich entschieden zu haben, mitgefahren zu sein.“

Botschaft für den Heimweg

Ulrike Lückert, Lehrerin für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde: „Zu erleben, wie intensiv unsere Schüler in Workshops gearbeitet haben, wie respektvoll und ergriffen sie sich durch Auschwitz bewegt haben, hat mich beeindruckt.“ Die Worte der polnischen Begleiterin: „Ich sage euch auf wiedersehen, kommt wieder und bringt eure Freunde mit, denn nach den Worten des Papstes Johannes Paul II. sollte man in Auschwitz schweigen, aber davon reden, wenn man es verlässt.“ Das nahmen die Teilnehmer mit auf ihren Heimweg. In der Nachbereitung wird ein Film über die Reise entstehen, um die vielen Eindrücke in Wort und Bild festzuhalten, damit auch in den kommenden Jahren Schüler und Lehrer der Bernstein-Schule „Für die Zukunft zurück in die Vergangenheit“ reisen können.

Robert Niemeyer

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