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Kompostieranlage bleibt Zuschussgeschäft

Ribnitz-Damgarten Kompostieranlage bleibt Zuschussgeschäft

Zwischen 1700 und 2000 Tonnen Gartenabfälle werden jedes Jahr in Körkwitz verarbeitet

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Zu den Hauptarbeiten auf der Kompostieranlage Körkwitz gehört das Schreddern.

Quelle: OZ

Ribnitz-Damgarten. Über viele Jahre konnten die Einwohner von Ribnitz-Damgarten ihre Gartenabfälle in der Kompostieranlage Körkwitz kostenlos abgeben. Das änderte sich im Mai 2015, nachdem die Stadtvertretung einer Änderung der Entgeltordnung zugestimmt hatte. Seit dieser Zeit zahlen die Bernsteinstädter für diesen Service, so wie das bei auswärtigen Nutzern seit 2004 bereits der Fall war. Grund für die Entscheidung, die Entgeltordnung zu ändern und auch die Einwohner von Ribnitz-Damgarten zur Kasse zu bitten, waren die gestiegenen Betriebs- und Unterhaltungskosten für die Anlage. So bestand die Notwendigkeit, die technische Ausrüstung zu verbessern und zu erweitern. In den Jahren von 2011 bis 2015 wurden in die Kompostieranlage 223 500 Euro investiert.

Die Zahlen belegen, dass die Kompostieran- lage rege von den Kunden genutzt wird.“Jan Berg, Geschäftsführer

Zum größten Ausgabeposten entwickelten sich die Personalkosten: Nachdem die geförderte Beschäftigung immer weiter zurückgefahren werden musste und ab September 2014 schließlich keine Ein-Euro-Jobber mehr zur Verfügung standen, wurden feste Arbeitskräfte eingestellt. Zunächst waren es zwei, jetzt sind es drei.

Bei Ausgaben pro Jahr von rund 182 000 Euro und Einnahmen von gerade einmal rund 30000 Euro, musste die Stadt jährlich 152000 Euro zuschießen. Durch die Einführung der Entgeltordnung hofften Verwaltung und Stadtvertreter diesen Zuschuss reduzieren zu können.

Wie sieht die Bilanz nun nach mehr als einem Jahr aus? Eine Frage, die Jan Berg, Geschäftsführer des Vereins zur Förderung der Arbeit und Qualifizierung den Mitgliedern des Finanzausschusses am Donnerstagabend beantwortete. Wie er anhand von Zahlen deutlich machte, sei von 2015 auf 2016 die Kundenzahl um 25 Prozent und die Menge des abgelieferten Materials um 15 Prozent zurückgegangen. In den jeweiligen Monaten sei zu beobachten, dass die Kundenzahl in der Regel stärker rückläufig sei als die in die Kompostieranlage gebrachten Mengen. So hätten im März dieses Jahres ein Drittel weniger Kunden die Anlage aufgesucht, während die Annahmemenge konstant geblieben sei. Im Juli und August 2016 sanken Kundenzahlen und Annahmemengen in ähnlichem Umfang. „Hier wurde die Witterungsabhängigkeit der Kompostieranlage deutlich“, so Jan Berg: „Grundsätzlich legt das Verhältnis zwischen Annahmemengen und Kundenzahlen den Schluss nahe, dass der einzelne Kunde die Kompostieranlage im Jahr 2016 weniger oft besuchte, dann aber größere Mengen ablieferte. Die Zahlen belegen, dass die Kompostieranlage trotz Einführung der Entgeltordnung und trotz der Einführung der braunen Tonnen durch den Kreis in diesem Jahr sehr rege von den Kunden genutzt wird.“

Weniger Menge heiße übrigens nicht, dass weniger Arbeit pro Arbeitskraft anfalle. Das Gegenteil sei der Fall, sagte Berg. Während in den Jahren 2006 bis 2013 die Arbeitsleistung eines Mitarbeiters zwischen 200 und 300 Kubikmeter lag, habe sie sich mittlerweile verdoppelt.

Die Gesamtausgaben in diesem Jahr belaufen sich auf 187100 Euro. Die Einnahmen liegen bei 60000 Euro, diese resultieren vor allem aus der Annahme von Material von Haus- und Garteneigentümern (73,2 Prozent). 22,9 Prozent der Einnahmen stammen von Hausmeisterdiensten und 3,9 Prozent von Kleingartenanlagen. Damit beträgt der Zuschuss der Stadt 127000 Euro. Tatsächlich verringere sich der Zuschuss aber um 56 000 Euro, so rechnete Berg vor. Der Grund: Auch der Stadtbauhof nutzt die Kompostieranlage. Tatsächlich bleibe also unterm Strich ein Zuschuss von 71100 Euro.

Ausschussvorsitzender Holger Schmidt (CDU/FDP-Fraktion) sagte am Ende der Präsentation, dass aus seiner Sicht der große Durchbruch noch nicht gelungen sei. Und da war er wieder beim Thema Zuschuss der Stadt. Wie der weiter verringert werden kann, darüber diskutierten die Ausschussmitglieder dann im geschlossenen Teil der Sitzung.

Seit 1998 in Betrieb

In Betrieb genommen wurde die Kompostieranlage Körkwitz am 1. Januar 1998. Sie war ein Projekt des zweiten Arbeitsmarktes. Von 1998 bis Mai 2010 waren hier ausschließlich Mitarbeiter des zweiten Arbeitsmarktes beschäftigt, sodass für die Stadt Ribnitz- Damgarten keine zusätzlichen Personalkosten anfielen. Im Laufe der Jahre wurde die geförderte Beschäftigung bis auf Null zurückgefahren. Seit August dieses Jahres sind hier drei festangestellte Mitarbeiter ohne Lohnkostenzuschüsse tätig.

Bis 2003 konnten nur Bürger der Stadt Ribnitz-Damgarten die Anlage (unentgeltlich) nutzen. Ab 2004 durften das für entsprechendes Entgelt auch auswärtige Bürger. Seit 1. Mai 2015 zahlen auch die Ribnitz-Damgartener für diesen Service.

Edwin Sternkiker

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