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Ausgezeichneter Film über „Magie der Moore“

Wieck Ausgezeichneter Film über „Magie der Moore“

Der höchstdotierte deutsche Naturfilmpreis wurde am Sonnabend in der Darßer Arche in Wieck vergeben / Gewinner kommen aus Bayern und Berlin

Wieck. Jan Haft war der Abräumer des Darßer Naturfilmfestivals. Der 49-jährige Regisseur aus Bayern gewann am Sonnabend nicht nur einen Hauptpreis der Jury in der Kategorie „Bester Film – Wildnis Natur“, sondern holte sich auch den Publikumspreis für seinen Film „Magie der Moore“.

Niemand anderes kann wohl so liebevoll über Moore sprechen wie der Naturfilmer. Schon als Kind habe er lieber in sumpfigen Landschaften gespielt, als den langweiligen Gesprächen der Erwachsenen zuzuhören, erzählte er. „Man taucht ein, man taucht ab. Es gibt dort keine Jäger, keine Liebespaare, nur Pflanzen und Tiere – es ist einfach wunderbar, eine fremde, faszinierende Welt.“ Und genauso wunderbar empfanden seinen Film auch die Jury und das Publikum.

Der Filmemacher hat zweifelsohne einen aufregenden Job. Haft, der Gründer und Geschäftsführer von „Nautilusfilm“, hat während seiner Dreharbeiten schon so manches erlebt – beispielsweise wurde er von Indianern in Südamerika gefangen genommen, weil er den Häuptling nicht um eine Drehgenehmigung gebeten hatte, erzählt er. Haft flüchtete auch mal samt Team und Film-Ausrüstung vor einem Waldbrand in Uganda, den Wilderer gelegt hatten und ist überzeugt: Nicht die Tiere stellen für einen Naturfilmer die Gefahren dar, sondern: „Die Reisen in Elendsviertel und in Länder, in denen es Menschen schlecht geht.“ Über seine gewonnenen Preise freute er sich am Samstagabend „unheimlich“.

Sechs Jahre lang drehte Jan Haft mit seinem Team den 95-minütigen magischen Moor-Film. Das Team war an 80 Drehorten, unter anderem in Deutschland, Finnland, Tschechien und Schweden, unterwegs. 250

Stunden Film-Material hatten sie am Ende zur Verfügung. Die Jury war sich einig: „Es ist ein Gesamtkunstwerk, das gefangen nimmt und im Gedächtnis bleibt.“ Eine bedachtsame Kameraführung und die nächtlichen Zeitraffer-Aufnahmen faszinierten die Fachleute, die aus mehr als 100 eingereichten Naturfilmen die Besten kürten. Auch die Relevanz des Themas, nämlich dass Moorlandschaften bedroht und wichtig sind, da sie in ihren Torfschichten gewaltige Kohlendioxid- Mengen binden, verhalfen dem Filmemacher zu dem höchstdotierten Naturfilmpreis Deutschlands. 7500 Euro bringt die Auszeichnung, die vom Landes-Umweltministerium gestiftet wird. Auch Umweltminister Till Backhaus (SPD) genoss die spannenden Aufnahmen und outete sich als großer Fan des Festivals. „Ein Bundesland, in dem 45

Prozent des Landes einen Schutzstatus erhalten hat, ist prädestiniert, die Heimat des Naturfilms zu sein.“

Mit dem Abenteurer Tom Mc Clean, der 40 Tage lang auf einem winzigen Felsen im Atlantik lebte, beginnt der Film von Maximillian Mönch und Alexander Lahl. Gehört der Fels Großbritannien, wenn ein Engländer 40 Tage dort leben kann? Wem gehören die Weltmeere? Warum gibt es eine aus 21 Geologen bestehende Festlandsockelbegrenzungskommission, die regeln soll, wem was gehört? Die beiden Filmemacher aus Berlin verdienen sich den Hauptpreis in der Kategorie „Mensch und Natur“ mit ihrem Film „Die Eroberung der Weltmeere“, weil sie Antworten auf ein kompliziertes Thema geben.

Experimentierfreudig, modern und ideenreich, urteilte die Jury. Die Filmemacher zeigten sich überrascht. „Wir waren natürlich der Auffassung, dass wir nicht gewinnen, weil es so viele andere gute Filme gibt“, sagte Mönch.

Einen von ihnen drehte die 13-jährige Pia Boscher aus Bayern und gewann mit ihm den ersten Kinderfilmpreis des Festivals. Weiterhin wurden der beste Text und die beste Filmmusik als herausragende Leistungen ausgezeichnet. Die Junior Ranger aus Prerow kürten ihren Lieblingsfilm und vergaben den Preis der Kinderjury. Ihre Wahl fiel in diesem Jahr auf „Der sechste Sinn der Tiere“ von Ralf Blasius aus Mainz. „Toll, gerade junge Zuschauer muss man dazu inspirieren, Wissen aufzubauen und weiterzugeben“, sagt der Regisseur.

Carolin Riemer

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