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Deutsches Meeresmuseum schließt Nautineum für Besucher

Stralsund Deutsches Meeresmuseum schließt Nautineum für Besucher

Das Deutsche Meeresmuseum muss aus Besuchermangel einen seiner vier Standorte schließen: Das Nautineum auf dem Dänholm wird ab diesem Frühjahr nicht mehr für Gäste geöffnet.

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Das Nautineum wird für Besucher aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Die Außenstelle des Deutschen Meeresmuseums bleibt als Standort für die Sammlung von Großobjekten und die wissenschaftliche Arbeit erhalten. Mit rund 50 Originalen aus dem 19. und 20. Jahrhundert verfügt die Einrichtung über den größten Besitz von hölzernen Arbeitsbooten in Deutschland.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Stralsund. Das Deutsche Meeresmuseum muss aus Besuchermangel einen seiner vier Standorte schließen: Das Nautineum auf dem Dänholm wird ab diesem Frühjahr nicht mehr für Gäste geöffnet. Das bestätigte in einem Gespräch mit der OSTSEE-ZEITUNG der Kaufmännische Direktor, Andreas Tanschus. Als Grund nannte er wirtschaftliche Zwänge.

OZ-Bild

Das Deutsche Meeresmuseum muss aus Besuchermangel einen seiner vier Standorte schließen: Das Nautineum auf dem Dänholm wird ab diesem Frühjahr nicht mehr für Gäste geöffnet.

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„Die Kosten für die Organisation des Besucherservices und der Kassierung liegen deutlich höher als die Einnahmen“, sagte er. Das sei „echt bedauerlich“, aber um die anderen Standorte nicht zu vernachlässigen, habe man diese Entscheidung treffen müssen.

Die Außenstelle des Meeresmuseums, in der vorwiegend Großobjekte vom alten Fischerboot bis zum Unterwasserlabor gezeigt werden, entstand vor 17 Jahren mit Fördermitteln und wurde zweimal als besonders familienfreundlich eingestuft.

Geöffnet hatte das Nautineum bislang sechs Monate in der Sommersaison täglich vom 1. Mai bis Ende Oktober.

Die Zahl der Besucher ging jedoch mit dem Bau der neuen Rügenbrücke drastisch zurück und hatte sich allein zwischen den Jahren 2005 und 2006 halbiert. Während 2013 noch gut 10 000 Gäste gezählt wurden, waren es 2014 — obwohl da schon kein Eintritt mehr erhoben wurde — noch 9060. Im vergangenen Jahr ist die Besucherzahl dann weiter auf 7119 gesunken.

Durch die Rügenbrücke sei das Nautineum praktisch vom Verkehr abgeschnitten worden, sagt Tanschus. Es fehlen die Zufallsbesucher, die auf dem Weg zur Insel Station machen. Jetzt kämen nur noch Insider. „Deshalb können wir das Ausstellungszentrum nicht mehr wie gewohnt betreiben“, bedauerte er. „Wenn wir es finanziell machen könnten, würden wir es weiter tun.“ Der Stellenplan für den Besucherservice des Meeresmuseums sei seit Jahren konstant geblieben. Die Aufgaben wären aber ständig größer geworden. „Wir sind als Stiftung Zuwendungsempfänger. Da ist ein Stellenzuwachs ausgeschlossen“, sieht Tanschus keine Möglichkeit, aufzustocken.

Für das Meeresmuseum selbst bleibe das Nautineum ein wichtiger Ort für die Sammlungen. „Wir werden hier nichts plündern, sondern weiter für die Pflege, Erhaltung und Konservierung sorgen“, sichert Tanschus zu. So sei ständig ein Sammlungstechniker vor Ort. Unterstützung leiste auch die Jugendbauhütte.

Außerdem sei das Nautineum eine wichtige Basis für die wissenschaftliche Arbeit für die Sektion von verendeten Schweinswalen. So sollen dort weiterhin die großen Meeressäuger seziert werden — wie der tote sechs Meter lange Zwergwal, der gerade in dieser Woche angekommen ist.

Das Gelände mit Grillmöglichkeit, das aus Sicht des ehemaligen Museumsmitarbeiters und Autors Rolf Reinicke ein absoluter „Logenplatz am Sund“ist, soll für private Feiern, Veranstaltungen und Reisegruppen zugänglich bleiben. Eine Buchung ist über das Arcona Hotel „Baltic“ möglich.

„Auch Schulklassen wollen wir weiterhin über unsere Museumspädagogik Projekttage und Veranstaltungen ermöglichen“, sagt Karin Hellmeier, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit.

Eröffnet im Juni 1999

Auf der Insel Kleiner Dänholm wurde das Nautineum im Juni 1999 als weiterer Standort des Deutschen Meeresmuseums mit Hilfe von Fördermitteln gegründet. Auf 22000 Quadratmetern präsentiert es zahlreiche Großexponate der Fischerei und Meeresforschung im Original. Dazu gehören das begehbare Unterwasserlabor Helgoland, ein Fischerschuppen, die 14 Meter hohe Bootshalle oder der Kleinkutter „Stör“ aus dem Jahr 1943.

Der überdachte Picknickplatz kann trotz der Schließung des Besucherzentrums für Feiern und Veranstaltungen über das Arcona Hotel „Baltic“ unter ☎ 03831/204856 gebucht werden.

Von Marlies Walther

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