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Else und Paul Müller-Kaempff ruhen wieder in Ahrenshoop

Ahrenshoop Else und Paul Müller-Kaempff ruhen wieder in Ahrenshoop

Urnen wurden nach Fund in Stahnsdorf bei Berlin umgebettet

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Professor Dr. Konrad Mahlfeld (re.) und Hans Götze übergeben die beiden Urnen unter großer Anteilnahme der Erde.

Quelle: Foto: Timo Richter

Ahrenshoop. Etwa 70 Jahre lang wird niemand am Grab von Paul Müller-Kaempff und seiner Frau Else gestanden haben. Dann entdeckte Professor Dr. Konrad Mahlfeld bei Recherchen für einen Werkkatalog die letzte Ruhestädte des Mitbegründers der Künstlerkolonie Ahrenshoop und dessen Frau Else in Stahnsdorf bei Berlin. Am Samstag wurden die Urnen auf dem Friedhof am Schifferberg bestattet. Rund 50 Wegbegleiter standen am Grab, als Bürgermeister Hans Götze und der Autor die sterblichen Überreste des Künstlerpaars der Erde übergaben.

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Urnen wurden nach Fund in Stahnsdorf bei Berlin umgebettet

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1941 ist der Maler gestorben. Unsterblich gemacht hat sich Paul Müller-Kaempff mit seinem riesigen Werk, das den Ahrenshooper Friedhof zeigt. Immortellen, eine italienische Strohblume, sind auf dem Bild zu sehen. Und natürlich umrahmen diese Blumen künftig die letzte Ruhestädte des Künstlerpaars. „Wir legen Wert aufs Detail“, sagt der Bürgermeister.

Mit der Rückkehr des Begründers der Künstlerkolonie als wichtige Geschäftsgrundlage des Ostseebades heute soll der Friedhof vorsichtig für Besucherverkehr entwickelt werden. Laut Mahlfeld befinden sich auf ihm 35 Gräber von Malern, Literaten und auch einer Kammersängerin. Dass wenige Maßnahmen, den Friedhof besser begehbar zu machen, nicht allüberall in dem Künstlerort auf Gegenliebe gestoßen sind – geschenkt. Eine Broschüre soll die Besucher des weitgehend natürlichen Friedhofs zu den künstlerischen Größen verschiedener Genres führen, die am Schifferberg ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Mit der Umbettung der Urnen aus dem Berliner Umkreis nach Ahrenshoop schließt sich nach Auffassung von Marion Schael, Kaufmännische Leiterin des Kunstmuseums Ahrenshoop, ein Kreis. Und Konrad Mahlfeld findet für die komplett neue Aufarbeitung des Lebens des Künstlerpaars mit der Umbettung der Urnen von dem vergessenen Friedhof in Stahnsdorf nach Ahrenshoop einen würdigen Abschluss seiner Arbeit.

Nach dem Tod Else Müller-Kaempffs 1940 in Berlin-Wilmersdorf wurde sie in Stahnsdorf beerdigt. Dort war eine „Außenstelle“ des überfüllten Grabfeldes in dem Berliner Stadtteil angelegt worden. Ein Jahr später starb Paul Müller-Kaempff und wurde ebendort bestattet. Nach Kriegswirren und der Teilung Deutschlands geriet der Friedhof in Vergessenheit. Bis Konrad Mahlfeld während seiner Nachforschungen begann, sein Interesse auf das zugewachsene Grabfeld zu lenken, das währen der DDR-Zeit nicht angetastet worden war. Unter einer knapp 30 Zentimeter starken Humusschicht stieß der Autor unter Mithilfe des einstigen Friedhofsgärtners auf den Grabsteins der Müller-Kaempffs.

In der Folge waren es nicht nur Formalien, die die Rückkehr des Künstlerpaars an die einstige Wirkungsstätte ermöglichten. „Es war eine konzertierte Aktion“, sagt Hans Götze. Etliche Menschen und Einrichtungen in Ahrenshoop hätten mitgeholfen, die Umbettung der Urnen überhaupt möglich zu machen.

Während der Gedenkstunde in der Schifferkirche betonte Pfarrer Reinhard Witte die Arbeit der Maler, die Ahrenshoop bekannt machten. Die Künstler hätten es verstanden, die Natur in Bilder zu fassen.

In der aktuell schnelllebigen Zeit riet Witte, die „Schönheit der Schöpfung“, die die Künstler geschaffen hätten, auf sich wirken zu lassen.

Das Grab der Eheleute Müller-Kaempff liegt vis-à-vis der letzten Ruhestätte von Elisabeth von Eicken. Erst vor zehn Jahren waren die sterblichen Überreste von Hans Kinder nach Ahrenshoop überführt worden.

Im Anschluss trug Konrad Mahlfeld Passagen aus dem ersten Band des umfangreichen Werkkatalogs vor, in dem einige Daten aus dem Leben der Müller-Kaempffs korrigiert werden. Am Abend erfolgte mit einer Lesung aus dem Buch im Kunstkaten der Auftakt zu den 16. Ahrenshooper Literaturtagen.

Timo Richter

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