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Langsdorf feiert sein 200-Jähriges

Langsdorf Langsdorf feiert sein 200-Jähriges

Am 9. November 1816 bekam der Ort auf großherzogliche Order seinen Namen / Daran erinnert am 12. November eine Festveranstaltung

Langsdorf. Eigentlich ist Langsdorf ein akademisches Dorf. Schließlich trägt es seinen Namen nicht, weil es so lang gestreckt ist. Sondern es ist nach Professor Langsdorf benannt. Dafür gab dessen Freund, der Geheime Kammerrat von Steinfeld die Anregung. Und dieser wiederum überzeugte Großherzog Friedrich Franz I. von dieser Namens-Idee. Die lag ja auch nahe.

Schließlich hatte Carl Christian von Langsdorf über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Schriften zur Salinenkunde herausgegeben und sich speziell um die Saline in Sülze verdient gemacht.

Das alles ist jetzt 200 Jahre her – ein Grund zum Feiern. Das soll in Langsdorf mit einer kleinen Festveranstaltung in der kommenden Woche geschehen, blickt Bürgermeister Hartmut Kolschewski voraus.

Er ist selbst seit vielen Jahren Langsdorfer, wohnt an der Ortsdurchfahrt. Diese war über viele Jahre hinweg eine wichtige Verbindung von Rostock zu Städten wie Tribsees und Grimmen. Mittlerweile rauscht der Fahrzeugverkehr vorzugsweise auf der Autobahn 20 südlich direkt an Langsdorf vorbei. Viel ruhiger ist es in dem 220-Einwohner-Ort aber nicht geworden. Vermutungen halten sich hartnäckig, dass „Mautvermeider“ durch Langsdorf fahren. Jedenfalls gibt es regen Lkw-Durchgangsverkehr.

Zurück zur Ortsgeschichte. Kaum ein Dorf der Region hat eine so schicke Chronik wie Langsdorf. Gestaltet wurde sie, im Auftrag der Gemeinde, von Sigrid Külper. Auf 360 Seiten stehen jede Menge Informationen zur Heimatgeschichte. Zum Beispiel darüber, welche Bedeutung Langsdorf für den Handel hatte. Knackpunkt war der Übergang über die Trebel. Hier gab es im 17. Jahrhundert einen Damm, auf dem – quasi als Vorläufer der heutigen Maut – das Dammgeld kassiert wurde. Bis 1614 sei der Damm durch eine Klappbrücke über den Fluss ergänzt worden, heißt es in der Chronik. Später entstand ein neuer Damm, der unentgeltlich genutzt werden konnte.

Als Übergang an der Grenze von Mecklenburg und Pommern diente am Ende des Dreißigjährigen Krieges der sogenannte Paß. Die Aufzeichnungen aus der Zeit der schwedischen Herrschaft enthalten auch Informationen über den Paß-Krug. Für 1702 berichtete Pastor Hessler – der Paß-Krug gehörte zu seinem Lübchiner Kirchspiel – dass hier sechs Personen im Alter zwischen 16 und 84 Jahren lebten. Auf Mecklenburger Gebiet war über viele Jahre die letzte Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeit auf Mecklenburger Gebiet.

1816 erfolgte der Auftrag des Großherzoges, aus dem Hof Mecklenburger Paß eine Ortschaft zu bilden. Offiziell erfolgte das zum Datum 19. November.

„Wir wollen das Jubiläum am 12. November im kleinen Rahmen begehen“, so Hartmut Kolschewski. Zunächst sind Gäste am Nachmittag zu einer Feierstunde eingeladen. Danach soll das 200-Jährige öffentlich gefeiert werden, unter Nutzung des Langsdorfer Pavillons. Für 16 Uhr ist ein kulturelles Programm geplant, mit Plattdütsch von Petra Schwaan-Nandke. Eingeladen zum Jubiläum sind auch all diejenigen, die früher in Langsdorf wohnten.

Peter Schlag

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