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Lyonel und Julia: Eine Ribnitzer Liebesgeschichte

Ribnitz-Damgarten Lyonel und Julia: Eine Ribnitzer Liebesgeschichte

In der Kunstgalerie im Kloster entsteht ein Buch über die Zeit Lyonel Feiningers in Ribnitz und Damgarten / Thomas Fehling hat sich dafür auf Spurensuche begeben

Ribnitz-Damgarten. Lyonel Feininger hat Ribnitz-Damgarten weltbekannt gemacht. „The Gate“ ist die Radierung des Künstlers betitelt, die das Rostocker Tor in der Langen Straße zeigt und unter anderem im Metropolitan Museum of Modern Art in New York oder in der National Gallery in Washington hängt. Und in der Galerie im Kloster in Ribnitz. Dass Feininger 1905 an der Ostsee weilte, ist zumindest hier in der Region weitestgehend bekannt. Eine Vielzahl an Werken Feiningers zeigt Motive aus der Bernsteinstadt. Doch warum hat sich der gebürtige New Yorker ausgerechnet für die mecklenburgische Provinz so sehr begeistert? Diese Frage soll jetzt beantwortet werden.

Auf Initiative des Kunstvereins Ribnitz-Damgarten wird derzeit an dem Buch „Lyonel Feininger in Ribnitz und Damgarten“ gearbeitet. Das Layout steht. 110 Abbildungen sind darin zu finden. Und eine Liebesgeschichte. Doch dazu später mehr.

Thomas Fehling ist derjenige, der seit etwa anderthalb Jahren daran arbeitet. Eigentlich erstellt der Germanist und Kulturwissenschaftler gerade kulturtouristische Projekte für die Region. Doch während der Arbeit ist er auf ein Projekt gestoßen, das bereits seit Jahren in den Schubladen der Kunstgalerie im Kloster schlummert. Vor etwa zehn Jahren sei es gewesen, da saßen Fehlings Mutter Ursula, Feininger-Fan, die heutige Leiterin der Kunstgalerie Gabi Raskop und die damalige Leiterin Anette Winter zusammen. Es war die erste Redaktionssitzung zu dem Buch. „Auf das Protokoll der Sitzung bin ich gestoßen“, sagt Thomas Fehling, „und ich habe mich gefragt, warum das keiner zu Ende gebracht hat.“

Im Laufe der Zeit wurde die Geschichte Feiningers in Ribnitz und Damgarten für ihn zu einer „Herzensangelegenheit“. Und in der Feininger-Welt lief er damit offene Türen ein. Achim Moeller aus New York, ehemaliger Nachlassverwalter Feiningers, der auch die aktuelle Sonderausstellung zu Feininger im Kunstmuseum Ahrenshoop konzipierte, war sofort mit im Boot und unterstützte das Vorhaben des Kunstvereins. Dr. Dietlinde Hamburger aus Boston recherchierte im Havard Art Museum und schrieb den Hauptaufsatz für das Buch, honorarfrei. „Es ist wichtig, kompetente Partner zu haben“, sagt Fehling.

Es sei das erste Mal, dass die Geschichte von Feininger in Ribnitz detailliert erforscht wird. Dabei sei das Buch nicht nur für Feininger-Fans gedacht. Dank der vielen Abbildungen von Motiven aus Ribnitz und Damgarten könnten auch Einheimische oder Gäste der Stadt quasi mit dem Buch Feiningers Wege erkunden. „Ribnitz ist ein wichtiger Punkt in seinem Leben gewesen“, sagt Thomas Fehling.

Doch was steckt denn nun hinter der Liebesgeschichte?

„Bekannt ist, dass Feininger in Ribnitz war und hier seine zweite Ehefrau kennen gelernt hat“, sagt Thomas Fehling. Diese Begegnung hat unzählige Werke mit Motiven der Bernsteinstadt hervorgebracht und wohl auch sein weiteres Schaffen beeinflusst.

Julia Berg, Künstlerin aus Berlin, war die Frau, in die sich Lyonel Feininger verliebte. Und die Geschichte gleicht einer Romeo-und-Julia-Story. In Graal waren beide mit ihren Familien im Sommer 1905 im Urlaub. In Ribnitz trafen sich beide. Feininger verließ für Julia Berg seine erste Frau und seine zwei Töchter. Die sogenannten Herzchen in den Augen führten also dazu, dass Lyonel Feininger einen so verklärten Blick auf Ribnitz und Damgarten hatte.

Unzählige Liebesbriefe, die sich beide schrieben, sind für das Buch ausgewertet worden. In der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg stieß Fehling während der Recherchen auf ein Skizzenbuch. Das habe Feininger eigens für seine Julia als Erinnerungsbuch an die gemeinsame Zeit angefertigt. „Anhand der Quellen kann man der Geschichte der beiden fast hinterherlaufen“, so Fehling. Auf den Spuren einer Ribnitzer Liebesgeschichte sozusagen.

Robert Niemeyer

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