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Millionen Chinesen sahen Ribnitzer tanzen

Ribnitz-Damgarten Millionen Chinesen sahen Ribnitzer tanzen

Das Wossidlo-Ensemble trat auf großen Bühnen und in Pekings Straßen auf / Die Mitglieder wurden von Passanten oft fotografiert, als wären sie Prominente / Ein touristischer Höhepunkt: die Chinesische Mauer

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24 Tänzer zwischen 22 und 40 Jahren reisten mit dem Richard-Wossidlo-Ensemble nach Peking.

Ribnitz-Damgarten. So viele Zuschauer hatten die Folkloretänzer des Wossidlo-Ensembles aus Ribnitz-Damgarten vermutlich noch nie. Ein Millionenpublikum verfolgte ihren Auftritt zum chinesischen Nationalfeiertag in Peking – live und an den Fernsehgeräten. Holger Hurtig, Leiter des Ensembles, bringt die Eindrücke der zehntägigen Reise in die kommunistische Volksrepublik mit einem Wort zum Ausdruck: „Fantastisch!“ Am Sonntag landeten die 24 Tänzerinnen und Tänzer wieder in Deutschland – non-stop flogen sie von Peking nach Berlin. Es waren aufregende Tage. „Aber keinesfalls nur Urlaub“, sagt Hurtig. Eine chinesische Volkstanzgruppe hatte die Tänzer der Bernsteinstadt zum Nationalfeiertag innerhalb der „Goldenen Woche“ eingeladen (die OZ berichtete). Sie waren die einzigen deutschen Gäste, die an dem Programm mitwirken durften. Insgesamt waren mehr als 800 Menschen an dem Festakt im Olympiapark beteiligt. Und das grenzte an sportliche Höchstleistungen.

 

OZ-Bild

Blonde Frauen und große Männer weckten das Interesse an Fotos.

Quelle:

Zunächst musste eine 600 Meter lange Strecke vom Mecklenburg- Pommeraner Folkloreensemble „Richard Wossidlo“ mit Tanz bespielt werden. Dann ging es auf eine 30 mal 40 Meter große Bühne. Es folgte – ohne Pause – ein weiterer 120 Meter langer Straßentanz, eine weitere Bühne und wieder ein Straßentanz. In China ist eben alles ein bisschen größer, länger, bunter und pompöser. Hurtig und seine Tänzer knüpften dabei etliche Kontakte und luden Tanzgruppen aus Kanada, Tibet, China und eine Truppe, die aus gehörlosen Tänzern besteht, zu künftigen Ribnitzer Folklorefesten ein. Besonders von den tauben Tänzern war Holger Hurtig beeindruckt: „Sie tanzten absolut synchron, wunderschön und verständigten sich nur durch Zeichen.“

In drei verschiedenen Hotels schliefen die Tänzerinnen, Tänzer und Musiker. „Die Ausflüge waren typisch chinesisch, akribisch durchgeplant“, berichtet Kostüm-Designerin Ria Reiser. Das hatte durchaus Vorteile, denn die Gruppe sah so fast alle touristischen Attraktionen Pekings. Sie bestiegen sogar die Chinesische Mauer, besuchten die Verbotene Stadt, etliche Tempel, eine Panda-Aufzuchtstation und nahmen an Workshops einer Pekinger Universität teil. Zwischen 8 und 22 Uhr waren die China-Besucher täglich auf den Beinen.

Das einzige, was sie in dieser Zeit seltener zu Gesicht bekamen, war die Sonne. Durch den Smog ist sie am chinesischen Himmel oft nur als hell schimmernder Fleck zu erkennen. Ihre Strahlkraft bekommt sie nur nach starken Regenschauern zurück. „Das war natürlich ungewohnt für uns Küstenmenschen, die eine reine Luft gewohnt sind“, sagt Holger Hurtig. Ungewohnt für die Chinesen war hingegen der Anblick der blonden Frauen und großen Männer, erzählt er weiter: „Unser 2,02 Meter großer Eric Brandt wurde beispielsweise wie ein Prominenter von chinesischen Fußgängern auf der Straße fotografiert.

Manchmal haben sich richtige Trauben um uns gebildet.“

Und was haben die Folkloretänzer am meisten vermisst, nachdem sie in den Schaufenstern und auf Märkten sahen, wie Maden und Heuschrecken am Spieß geröstet wurden? Es war eindeutig das deutsche Essen.

Und so schwärmten die Reisenden nach ihrer Ankunft von ihren ersehnten Mahlzeiten: Klöße mit Sauerkraut, Entenbraten, Schnitzel, Käse und Brötchen. Die gerösteten Insekten probierten die Ribnitz-Damgartener Folkloretänzer übrigens nicht.

Chinas Nationalfeiertag

Am 1. Oktober 1949 verkündete Mao Tse-tung, Vorsitzende der Kommunistischen Partei, in Peking auf dem Tian‘anmen-Platz die Gründung der Volksrepublik China. Seitdem ist der Platz ein bedeutender Erinnerungsort für die Chinesen und dient als Schauplatz für die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag. Vom 1. bis zum 7. Oktober, also innerhalb der einwöchigen Ferien rund um den Nationalfeiertag, erreicht die Zahl der chinesischen Touristen jedes Jahr ein neues Rekordhoch. Alle Chinesen haben in dieser sogenannten „Goldenen Woche“ Urlaub.

Carolin Riemer

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