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Neuer Vorsitzender will die Jugend begeistern

Neuer Vorsitzender will die Jugend begeistern

Christian Pauli ist von Hamburg nach Bad Sülze gezogen und engagiert sich hier im Kultur- und Heimatverein

Bad Sülze Wechsel an der Spitze des Kultur- und Heimatvereins in Bad Sülze. Christian Pauli ist der neue Vorsitzende. Die OSTSEE-ZEITUNG sprach mit dem 62-Jährigen über seine Pläne.

Herr Pauli, Sie sind der neue Vorsitzende des Heimatvereins. Erzählen Sie etwas über sich?

Christian Pauli: Ich habe bis vor kurzem bei einer großen Reederei in Hamburg gearbeitet. Seit acht Jahren bin ich mit Frau Dr. Schmutzer ( A.d.R. Bürgermeisterin) in Lebenspartnerschaft. Dadurch bin ich seit acht Jahren immer hier im Museum dabei gewesen. Ich war vorher 34 Jahre bei der Marine als Seeoffizier und bin nach meiner Pensionierung dann in die Reederei in Hamburg übergewechselt. Das habe ich bewusst Ende Februar eingestellt und damit war mir Ende letzten Jahres klar: Ich muss was anderes machen und habe gedacht, ich engagiere mich im Museum, wo alle Hände gebraucht werden. Ich bin 62 Jahre alt. Meine Hobbys sind Segeln, Golf spielen, Museum.

Von Hamburg nach Bad Sülze — wie war das für Sie?

Pauli: Ich bin jetzt ganz nach Bad Sülze gezogen und bin froh, dass ich aus dem Großstadtgetriebe raus bin. Immer, wenn ich Freitag in Bad Sülze ausgestiegen bin, habe ich erstmal tief durchgeatmet. Und wenn man viel in der Welt rumkommt, ist ein Hort der Beschaulichkeit und Ruhe etwas Schönes. Ich genieße die Landschaft drumherum. Mit Fahrradtouren. Ich habe Mecklenburg-Vorpommern durch das Segeln kennengelernt und bin über die Natur hierher gekommen. Ich habe jeden Segelurlaub hier gemacht.

Ist die persönliche Beziehung zur Bürgermeisterin ein Vor- oder Nachteil?

Pauli: (lacht) Sowohl als auch. Nein, ich glaube letztendlich ist es ein Vorteil, wenn man am gleichen Seil zieht. Weil ja auch hier die Belange der Stadt ganz wesentlich sind. Das war aber nicht der Grund, warum ich das gemacht habe. Ich fand die Aktivitäten, die hier stattfinden, immer gut.

Was sind die wichtigsten Schritte?

Pauli: Ich bin dabei, mich zu orientieren und mir einen Überblick zu verschaffen. In erster Linie will ich versuchen, die Jugend fürs Museum zu begeistern und neue Mitglieder zu werben. Ich glaube, wer sich zu Bad Sülze bekennt, der muss sich auch zum Museum und zum Heimatverein bekennen. Das ist mir eigentlich noch zu wenig, deshalb bin ich da auf Werbetour und versuche, mehr Mitglieder zu gewinnen.

Wie viele Mitglieder hat der Verein denn momentan?

Pauli: Ungefähr 40. Das ist mir zu wenig. Und es kommen wenige Jugendliche nach.

Wie wollen Sie Jugendliche ansprechen? Heimatverein klingt vielleicht ein bisschen...

Pauli: ... altbacken. Wir sind dabei, Feste zu entwerfen, die auch Jugendliche ansprechen. Wir haben in der Vergangenheit Veranstaltungen gehabt, beispielsweise mit Opernsängern, die die Jugend vielleicht nicht so angesprochen haben. Wir wollen hier Musikveranstaltungen für Jugendliche machen. Zu unseren Anschaffungen gehören deshalb auch eine Musikanlage und eine Bühne. Aber erst einmal muss ich mich orientieren. Man kann im Heimatverein keine Veränderungen von heute auf morgen machen. Das muss man langsam angehen und die Leute mitnehmen, die sich schon lange engagieren.

Gibt es weitere Pläne?

Pauli: Wir wollen unseren schönen Museumshof noch publiker machen. Wir stellen bei der Stadt einen Antrag, dieses Museum als Standesamtaußenstelle zu etablieren. Im Laufe des Jahres gibt es weitere Aktivitäten wie das Salzfest, das Dahlienfest, das Herbstfest und Bratapfelfest. Um das besser ausbauen zu können, müssen wir uns modernisieren, unter anderem im Bereich der Beleuchtung. Wir sind in guten Gesprächen mit der Stadt, dass die Zusammenarbeit wieder enger wird.

Wer gehört noch zum neuen Vorstand?

Pauli: Katrin Rüssel und Karola Lück. In der Jahreshauptversammlung Mitte April werden wir den Vorstand von drei auf fünf erweitern, weil die Aufgabengebiete doch so groß sind, dass man das auf mehrere Schultern teilen muss.

Bleibt die Ausstellung im Salzmuseum bestehen?

Pauli: Die Ausstellung als solche bleibt so, aber ich glaube, dass wir hier ein bisschen aufräumen müssen. Es ist das Salzmuseum und nicht das vom Kultur- und Heimatverein. Diesem Salz fühlen wir uns verschrieben. Wir wollen unter anderem einen Salzgarten anlegen, mit den Salzgräsern. Wir haben auch Aktivitäten mit den Kindergärten, beispielsweise einen Waschtag, wo die Kinder gezeigt kriegen, wie vor 70 Jahren gewaschen wurde. Oder wir machen hier Salzsieden. Außerdem haben wir einen alten Backofen, in dem wir Brezeln backen wollen. Salzbrezeln, um wieder die Brücke zum Salz zu schlagen. Es gibt viele Ideen, aber all das ist auch sehr viel Arbeit. Ohne die vielen helfenden Hände würde das gar nicht gehen.

Von Interview von Anika Wenning

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