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Pangea-Lärm: Einwohner fordern Lösung

Ribnitz-Damgarten Pangea-Lärm: Einwohner fordern Lösung

31 Anzeigen gingen bei der Polizei ein / Im Ordnungsausschuss wurde eine zeitliche Begrenzung gefordert

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Auch künftig soll es so fröhlich, bunt und friedlich beim Pangea-Festival zugehen wie in diesem Jahr. Aber viele Bewohner von Körkwitz, Ribnitz- Damgarten und aus weiteren Orte fühlen sich durch den Dauerlärm genervt und fordern Veränderungen.

Quelle: Susanne Retzlaff

Ribnitz-Damgarten. Beim Thema Pangea-Festival auf Pütnitz ist in der Sitzung des Ordnungsausschusses am Dienstag Tacheles geredet worden. Ein Betroffener aus Körkwitz, der sich zu Wort meldete, sprach von einer „unerträglichen Situation“. Vier Tage Dauerbeschallung, „so schlimm war es noch nie“. Er habe um 2 Uhr morgens aufstehen und sich Ohrenstöpsel holen müssen – doch auch die hätten nicht geholfen. „Es hat ja niemand was an sich gegen Veranstaltungen auf Pütnitz, aber wenn es die ganze Nacht und bis morgens 5 Uhr und darüber hinaus geht, dann ist die Schmerzgrenze nicht nur erreicht, sondern überschritten. Es muss was geschehen, sonst stehen wir beim nächsten Mal wieder senkrecht im Bett“, sagte er. Und außerdem: Wie vertrage sich diese Lärmbelästigung mit dem Status Erholungsort? Von dem Titel Erholungsort würden doch schließlich alle in der Stadt und in den Ortsteilen auf die eine oder andere Art profitieren.

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31 Anzeigen gingen bei der Polizei ein / Im Ordnungsausschuss wurde eine zeitliche Begrenzung gefordert

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Der Körkwitzer steht mit seiner Kritik nicht allein da. Wie Ausschussvorsitzender Hans-Dieter Konkol (CDU/FDP-Fraktion) in der Sitzung mitteilte, habe eine Anfrage von ihm bei der Polizei ergeben, dass dort insgesamt 31 Anzeigen eingegangen seien. Das bedeutete nicht nur viel Arbeit für die Beamten dort, sondern auch für Falko Kriegsheim, Mitarbeiter des Ribnitzer Ordnungsamtes. Er lobte zunächst die gute Zusammenarbeit mit der Polizei. Von ihr habe er umgehend Informationen bekommen, wenn sich aus Körkwitz, Dierhagen, Dändorf, Ribnitz-Damgarten oder anderen Orten Leute beschwert hatten. Er sei dann mit seinem Dezibel-Messgerät ausgerückt, um zu prüfen, ob die Grenzwerte bei der Lautstärke tatsächlich überschritten worden sind.

Ergebnis: „Es konnte nur ein einziges Mal eine Überschreitung um 2,5 Dezibel festgestellt werden.“ Fakt sei aber auch, so Kriegsheim: Obwohl die zulässigen Werte nicht überschritten worden seien, hätten viele Menschen die Musik als zu laut empfunden. Das müsse man ernst nehmen.

Hier hakte Andreas Dietzel ein. Der Vorsitzende des Ortsbeirates Körkwitz sagte, man könne von Verwaltungsseite so viel wie man wolle messen, Fakt sei, dass der Lärm sehr viele Menschen sehr genervt habe. Dies sollte man zur Kenntnis nehmen. „Es kann einfach nicht angehen, dass die Leute so einen Lärm über vier Tage ertragen müssen.“

Unter Applaus der zahlreichen Bürger, die die Sitzung verfolgten, sagte er: „Wir müssen einen Weg finden, dass das Pangea-Festival weiterhin stattfinden kann, aber auch die Interessen der Bürger gewahrt werden.“ Denkbar sei es zum Beispiel, ein Zeitfenster von 20 bis 2 Uhr festzulegen oder das Festival auf einen Tag zu begrenzen. „Nicht jeder, der schlafen will, ist ein Spießer, sondern er braucht den Schlaf einfach deshalb, weil er früh morgens raus zur Arbeit muss“, so Dietzel.

Wie man die Interessen der Bürger und des Veranstalters des Pangea-Festivals unter einen Hut bekommen kann, darüber soll heute in einer internen Runde diskutiert werden. Dazu werden sich Vertreter der Verwaltung der Stadt Ribnitz-Damgarten, Polizei, Veranstalter und weitere Teilnehmer an einen Tisch setzen.

Der Ausschussvorsitzende Hans-Dieter Konkol sagte am Ende der Diskussion: „Ich kann dem Ergebnis dieser Zusammenkunft natürlich nicht vorgreifen. Aber eines ist auf jeden Fall klar: So wie dieses Jahr darf es beim nächsten Pangea-Festival auf gar keinen Fall laufen.“

Das sahen auch die anwesenden Einwohner so. Einer von ihnen brachte es abschließend so auf den Punkt: „Die Stadt muss sich entscheiden: Soll sich Pütnitz in Richtung Wacken entwickeln (Wacken ist eine Gemeinde in Schleswig-Holstein, in der ein Heavy-Metal-Festival stattfindet / die Red.) oder wollen wir Erholungsort bleiben?“

Edwin Sternkiker

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