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Ribnitzer Bibliothekare füttern Generationen mit Lesestoff

Ribnitz-Damgarten Ribnitzer Bibliothekare füttern Generationen mit Lesestoff

Seit 20 Jahren gibt es die Einrichtung im Kloster / Marion Socolowsky und Martin Habedank sind in der Bernsteinstadt die Dienstältesten

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Marion Socolowsky, Martin Habedank und Leiterin Katinka Friese (v.l.) vor der Ribnitzer Bibliothek. Bereits im 14. Jahrhundert gab es im Klarissenkloster die erste Einrichtung, in der Bücher gesammelt wurden.

Quelle: Carolin Riemer

Ribnitz-Damgarten. Es war einmal vor langer Zeit – um genau zu sein vor nunmehr 20 Jahren – da zog die Ribnitzer Bibliothek in das neu sanierte Haus im Kloster. Seitdem ist es das Zuhause für 48 784 Bücher, Zeitschriften, Hörspiele, Musik-CD’s und Filme. Fast 4000 Menschen entleihen dort regelmäßig die Medien, stillen Lese- und Informationshunger.

Ich habe hier ein tolles Erbe von Marita Brunk übernommen.“Katinka Friese, Leiterin

Seit 1976 arbeitet Marion Socolowsky (57) in der Bibliothek. Sie ist die Dienstälteste unter den vier Mitarbeitern. Wohl jeder Leser kennt auch Martin Habedank (54), der seit 30 Jahren im Empfangsbereich des Lesehauses die Bücher ausgibt und entgegennimmt. Zusammen mit der Bibliothek zogen die beiden dreimal innerhalb von Ribnitz um. Von der Langen Straße gegenüber der Marienkirche in die Bahnhofstraße und dann im Oktober 1996 ins Kloster. Das Haus haben die Mitarbeiter ins Herz geschlossen. „Man kann es gar nicht mit den Gegebenheiten in den anderen beiden Ribnitzer Bibliotheken vergleichen“, findet Marion Socolowsky. Nur zu gut erinnert sie sich mit einem Grausen an die kleinen, dunklen Räume im Eckhaus in der Bahnhofstraße.

Gern erinnern Habedank und Socolowsky sich hingegen an ihre ehemaligen Chefinnen. Da gab es zunächst Anni Demmler, die bis ins hohe Alter die Bibliothek leitete und stets ihren Dackel mit zur Arbeit brachte. „Und nicht zu vergessen unsere Marita Brunk ohne die wir, zusammen mit unserem damaligen Bürgermeister Jürgen Borbe, heute nicht da wären, wo wir jetzt sind“, bringt es der Bibliothekar auf den Punkt. Ganze Lesergenerationen haben sie begleitet. „Heute verleihe ich Bücher an Kinder, deren Eltern ich noch als kleine Kinder kenne“, sagt Martin Habedank. Seit einem Jahr ist Katinka Friese nun die neue Leiterin der Bibliothek. Sie ist sich wohl bewusst, dass sie ein „tolles Erbe“ von Marita Brunk übernahm. „Wir sind ein weltoffenes Haus. Bibliotheken sind ein Ort, an dem Bildung weitergegeben wird“, sagt die 37-Jährige. Buchwerkstätten, Theater- und Nähkurse finden zwischen den Buchregalen statt. 30 000 Euro jährlich haben die Mitarbeiter zur Verfügung, um neue Medien einzukaufen – Geld, das aus der Stadtkasse fließt. „Das ist ein heiliger Topf, der nicht weiter schrumpfen darf“, betont die Leiterin.

Die meisten Nutzer sind übrigens Menschen zwischen 30 und 59 Jahren. Dicht gefolgt von den Erwachsenen über 60. Katinka Friese hat bereits erste Erfolge zu verzeichnen.„Im vergangenen Jahr konnten wir 300 neue Nutzer gewinnen.“

Bewegte Geschichte der Bibliothek in Ribnitz

Die älteste Bibliothek in Ribnitz befand sich ab dem 14. Jahrhundert im Klarissenkloster.

Bürgermeister Reinhold Nizze , der das Amt von 1870 bis 1902 ausführte, setzte sich für eine Volksbibliothek ein. Ab 1877 gab es eine Lehrer- und Schülerbibliothek. Im Jahr 1890 hatte sie 633 Bücher im Bestand.

Aufzeichnungen aus den Weltkriegsjahren fehlen. Fakt ist aber, dass es 1949 in Ribnitz 1404 Exemplare bei 12 490 Ausleihen pro Jahr gab. In Damgarten kümmerte sich die Ortsgruppe des Kulturbundes um die Wiedereinrichtung einer Bibliothek.

Zwischen 1945 und 1958 wechselte die Einrichtung in Ribnitz elf Mal den Standort, bevor sie 1958 in die Lange Straße 49 (ehemals Karl-Marx-Straße) zog. Dort blieb sie bis 1991.

Seit 1967 wurde sie 24 Jahre lang von Günter Westmann geleitet. Der Buchbestand lag mittlerweile bei 23 000 Bänden und wuchs bis 1980 auf 133 222 Bücher, die von 27 361 Nutzern augeliehen wurden. In Damgarten befand das Lesehaus sich in der Rudolf-Breitscheid-Straße 9.

Nach der Wende zog die Bibliothek in die Lange Straße 6 (Ecke Bahnhofstraße). Während bislang 15 bis 17 Mitarbeiter zur Kreisbibliothek Ribnitz-Damgarten zählten, waren es nach der deutschen Einheit noch 4,5 Stellen.

1996 zog die Ribnitzer Bibliothek in das Kloster. 3844 Nutzer gibt es heute. Mehr als 300 kamen im vergangenen Jahr dazu.

Carolin Riemer

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