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Schüler und Künstler malten mit dem Wind um die Wette

Prerow Schüler und Künstler malten mit dem Wind um die Wette

Pleinair „Baltische Brücke“ in Prerow endet mit Ausstellungseröffnung

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Arturas Savickas aus Litauen beschreibt bei der Ausstellungseröffnung gestenreich sein Bild, das unter freiem Himmel entstand.

Quelle: Susanne Retzlaff

Prerow. Man muss schon etwas schneller sein, wenn man unter freiem Himmel malt, schließlich schwanken Licht und Stimmung ständig, ist das Motiv oft selbst in Bewegung.

Arbeiten unterm Himmel

Künstler malen unter freiem Himmel (französisch: plein air) ein Stück Landschaft bei natürlichen Licht- und Farbverhältnissen. Im Gegensatz dazu steht die Ateliermalerei.

Beim diesjährigen Pleinair in Prerow allerdings galt es für die Künstler nicht nur, jede Regenlücke zu nutzen, im Wettlauf mit dem Wind mussten sie über die Leinwand streichen. Ungewöhnliche Bedingungen also für die neun Künstlerinnen und Künstler aus Litauen, Lettland, Estland, Polen und Deutschland beim vierten Internationalen Künstler- und fünften Kinderpleinair in Prerow, die spannende Ergebnisse zeitigen sollten.

Nur wenige stürmische Tage hatten sie Zeit, das aufgewühlte Meer, den von Seegras bedeckten Strand oder einen schwarzgrau drohenden Himmel auf die Leinwand zu bannen, oder mit leuchtendem Blumenmeer, heimeligen Häusern und friedvollen Terrassen zu kontern, gleich bei allen war allein das vorgegebene Format. Vom geschützten Balkon aus nutzten sie ungewohnte interessante und schufen, wie Arturas Savickas völlig neue Ansichten. Der Litauer hat einfach ein Stückchen Strand hinter ein oft übersehenes Haus "gezaubert" während Britta Neumann den Sand gleich in ihre Farben mischte und ihn so bis in die Ausstellungsräume trug.

Schon sein Vater und Großvater waren Maler, erzählt Karl Kristjan Nagel aus Tallin (Estland), der bereits vor zwei Jahren beim Pleinair in Prerow war. „Ich wusste also schon, dass ich den Strand malen wollte und wo ich ihn malen wollte“, erklärt er. Weiß hatte er ihn in Erinnerung, grün ist er geworden. Die Brandung hatte den Sand unter Seegras begraben, als sich Nagel mit Staffelei und Regenschirm Richtung Seebrücke auf den Weg machte. „Der Sturm hätte mir fast die Farbe und die Leinwand weggeweht, für dieses Gemälde habe ich gekämpft“, erinnert sich der Maler an das vorangegangene Wochenende, an dem sein Bild entstand und zeigt Bereiche, wo sich der Regen in die Farbe mischte. Sein Stil, wenn er in der Natur malt, sei vom Impressionismus des Großvaters geprägt.

Einen Tag lang durften Achtklässler der Freien Schule mit den Künstlern arbeiten. Nicht unbedingt die besten zehn der insgesamt 19 Bilder habe er für die Ausstellung ausgewählt, Projektleiter Armin Rieger kam es darauf an, die Vielfalt der Bildsprache zu dokumentieren. Hier wurde mit Fingern getupft, da sah sich ein junger Maler bereits als junger Mann und dort erstaunte die grafische Aufteilung. Darßer Türen wurden thematisiert und Herbstbäume. Als Schülervertreterin war Leonie Iffland zur Ausstellungseröffnung gekommen.

Die 13-jährige will Malerin werden. Von den Profis hat sie „viel über Kontraste gelernt und wie man mit Tupfen oder Streichen verschiedene Blätter darstellen kann“. Ihr Bild sei die spontane Kombination zweier Motive und habe noch keinen Titel. Gegen „Herbstweg“ hätte sie aber nichts einzuwenden.

Pleinairs haben Tradition, erklärte Armin Rieger und verwies auf die „Brücke-Maler“, die sich einst in Nida zum Pleinair getroffen haben. Mit der „Baltischen Brücke“ soll sie in Norddeutschland zwischen Ostseeanrainern wiederbelebt werden. Umso bedauerlicher, dass die armenische Malerin Zaruhi Khachatryan nicht anreisen durfte. Aber sie hat ein Bild geschickt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 20. November im Kulturkaten „Kiek In“ zu sehen. Das nächste Pleinair in Prerow ist 2018 geplant.

Susanne Retzlaff

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