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Seine Bilder dokumentieren Zeitgeschichte

Wustrow Seine Bilder dokumentieren Zeitgeschichte

Wustrower Fischlandhaus zeigt Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Prerower Grafiker und Malers Theodor Schultze-Jasmer (1888 bis 1975)

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Nachlassverwalterin Karin Nitschke mit der Gitarristin Nina Golubovic am Selbstportrait von Theodor Schultze-Jasmer.

Quelle: Foto: Elke Erdmann

Wustrow. „Schultze-Jasmer gehörte zu Prerow wie die Seemannskirche, der Strom, der Weststrand und die bunten Haustüren. Ich erinnere mich an ihn als einen großen schlanken Mann mit Baskenmütze und Cordjacke, der freundlich zu mir hinabblickte.“ Das schreibt Uwe Rieger in seiner Broschüre über „Die Grafik“ des Künstlers, der 1921 in Prerow auf dem Darß seinen Einzug hielt. Die ihm Heimat gewordene Landschaft skizzierte er, malte sie mit Öl auf Leinwand oder Hartfaserpappe, zeichnete sie auf Stein, schnitt sie in Holz und Linoleum. Jetzt zeigt ihn das Fischlandhaus zu Wustrow als exzellenten Fotografen mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen. „Diese Urgewalt der Natur hier “ ist die Schau überschrieben.

Die Bilder dokumentieren Zeitgeschichte, unverbrauchte Landschaft. Betritt der Besucher die hohe Diele, erblickt er zunächst buntfarbige Vorsatzblätter, die der Buchgestalter und Grafiker Theodor Schultze-Jasmer (1888 bis 1975) entwarf. Die Reihe führt zum Selbstportrait, gegenüber ist der fröhlich blickende Künstler mit seiner Kamera zu sehen.

In den niedrigen Stuben und im Saal beeindrucken die stillen Bilder. Schultze-Jasmer portraitierte das Dorf Prerow, in dem er in der Grünen Straße im Eschenhaus lebte, das dank seiner Nachlassverwalterin Karin Nitschke ursprünglich erhalten geblieben ist. Sie bestückte die Schau. Der alte Ausflugsdampfer „Onkel Fritz“ fährt vollbeladen durch den Prerow Strom, die Hohe Düne schimmert weiß, ohne Busch und Baum, auf dem Zeltplatz am Meer stehen nur kleine Zelte. „Da waren die Ansprüche noch gering, und das bescheidene Leben funktionierte auch“, sagte eine Urlauberin. Ein Bild gibt ein Beispiel typischer Darßer Baukultur mit Hausbaum. Einige Reihen zeigen würdig die Arbeitswelt, Harzer im Wald, Eisfischer in Prerow. Rohrernte, Rohrdachdecker, Fischer im Boot oder beim Anlanden des Bootes mit Pferden und beim Einholen der Netze und Bäume, deren Kronen der Wind geformt hat.

Besonders wirkungsvoll ist ein Baumriese unmittelbar am Weststrand, der zum Fällen vorbereitet wird.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop, Kristine von Soden kuratierte sie. Die promovierte Geisteswissenschaftlerin las zur Eröffnung aus ihrem Buch „Tedje der Windflüchter“, philosophische Miniaturen des Künstlers Theodor Schultze-Jasmer, den die Mutter Tedje nannte. Freund Max Schwimmer fügte Windflüchter hinzu. Tedjes Ausspruch: „Viel zu viel wird über uns ausgeschüttet und in uns hineingestopft.“

So sind die stillen Bilder eine Augenweide und erholsam in dieser lauten Welt. Mit einer „Romanze“ von Johann Kaspar Mertz gab die noch studierende serbische Gitarristin Nina Golubovic (24) einen feinen musikalischen Auftakt zur Eröffnung. Ausstellung: bis 15. Oktober; geöffnet täglich 10 bis 16 Uhr.

Elke Erdmann

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