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Zwiegespräch einstiger Gegner

Ribnitz-Damgarten Zwiegespräch einstiger Gegner

Friedrich Schorlemmer und Gregor Gysi diskutierten vor 200 Zuhörern im Stadtkulturhaus

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Friedrich Schorlemmer (l.) und Gregor Gysi auf der Bühne des Ribnitzer Stadtkulturhauses.

Quelle: Robert Niemeyer

Ribnitz-Damgarten. „Vieles in der DDR hat nichts getaugt, aber einiges hat etwas getaugt. Warum konnte das nicht übernommen werden?“ Ein Schlusswort von Gregor Gysi, dass am Samstagabend im Ribnitzer Stadtkulturhaus nochmals für ordentlich Applaus sorgte. Gut 200 Zuhörer füllten die Reihen vor der Bühne, auf der Gysi und Friedrich Schorlemmer ihr 2015 erschienenes Buch „Was bleiben wird“ vorstellten.

Was als Lesung überschrieben war, wurde vielmehr ein Zwiegespräch — moderiert vom Herausgeber des Buches Hans-Joachim Schütt — zwischen zwei Männern, die vor der Wende auf verschiedenen Seiten standen, Gysi, Sohn des DDR-Kulturministers Klaus Gysi und Anwalt, und Friedrich Schorlemmer, Pfarrerssohn und Oppositioneller.

Gut 90 Minuten lang führten Schorlemmer, Gysi und Schütt durch verschiedene Themen. Die Geschichte von BRD und DDR nahm dort nur einen Teil ein. In beiden Staaten habe die Aufarbeitung des Nationalsozialismus laut Gysi gefehlt, in der BRD bis zu den 68ern, in der DDR vollends, weil von vornherein das Volk als antifaschistisch ausgerufen wurde. Die DDR sei zudem ein schlechter Gesetzeschreiber gewesen. „Aber die Gesetze waren verständlich“, so Gysi. Das sei heute längst nicht mehr der Fall, möglicherweise gewollt. „Man muss übersetzen.“

Schorlemmer verwies auf die andere Art von Glücksgefühlen, die eine Mangelgesellschaft hervorbringe, „wenn es etwas gibt, was es nicht gibt.“

Schorlemmer und Gysi beschäftigten sich jedoch auch intensiv mit aktuellen Themen. So gab es von Gysi eine ordentliche Portion Linkspolitik, als er beispielsweise auf die Ursachen der Flüchtlingsströme hinwies: Kriege, die der Westen führe oder — etwa durch Waffenlieferungen — unterstütze.

Schorlemmer verglich den islamistisch geprägten Terror mit dem Christentum im Mittelalter. Gewalt entstehe aus der Religion, „wenn eine feste Weltanschauung auch noch göttlich abgesichert wird“.

In Sachen Ostsee waren sich schließlich beide einig. „Es war ein Privileg, an die Ostsee zu dürfen“, so Friedrich Schorlemmer. Und während Gysi sich 1990 noch eher für Mittelmeer oder Atlantik entschieden hätte, würde er sich heute für die Ostsee entscheiden, würde ihm jemand ein Haus schenken. Buch: Was bleiben wird — Ein Gespräch über Herkunft und Zukunft, Aufbau Verlag, 19,95 Euro

Von ron

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