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Lammfromme Metal-Fans feiern in Barth

Barth Lammfromme Metal-Fans feiern in Barth

Musiker waren wieder einmal härter als die Fans / 1000 Gäste freuten sich an langen Haaren und tiefen Stimmen

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„The Monolith Death“ war eine der 28 Bands, die während des Barther Metal-Openairs auf der Bühne standen.

Quelle: Fotos: Susanne Retzlaff

Barth. Keine Werbung, nicht einmal Parkhinweise – das Barther Metal Open Air (BMOA) ist in der Szene ohnehin eine feste Größe und die Schilder seien in der Vergangenheit mit lästiger Regelmäßigkeit verschwunden, erklärt Veranstalter Heiko Fritz. Waren da etwa Trophäenjäger unterwegs? So wurden es und 1000 Fans, die von Donnerstagnachmittag bis Sonntagmorgen ihr metallisches Familienfest im Park um die Freilichtbühne feierten, ein paar Zelte mehr hätten da schon Platz gehabt.

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Musiker waren wieder einmal härter als die Fans / 1000 Gäste freuten sich an langen Haaren und tiefen Stimmen

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Skandinavier waren stark vertreten

28Bands standen während des Barther Metal-Openairs von Donnerstagnachmittag bis Samstagnacht auf der Bühne in Barth. Die deutschen Schwarzmetaller von „Mor Dagor“ mussten ihren Auftritt wegen einer Fußverletzung des Drummers kurzfristig absagen. Unter den dreizehn internationalen Formationen waren die Skandinavier besonders mit Schweden, aber auch Norwegern und Finnen stark vertreten.

Die Friedrichstraße am Samstagnachmittag: Am „Tor Zwei“ passen Sven und Inma aus Cadiz auf, dass sich kein Fahrzeug unbefugt dem Park um die Freilichtbühne nähert. Schon zweimal war der 42-jährige Leipziger normaler Besucher beim BMOA, nun wollte er auch „hinter den Kulissen mitwirken und erleben, wie so ein Festival entsteht“, nutzte das Angebot der Veranstalter, bei dann freiem Eintritt für wenige Stunden täglich als Helfer aufzupassen und aufzuräumen. Mit seiner Kollegin aus Spanien versteht er sich prima, wenn es mit Englisch nicht klappt, dann mit Händen, Füßen, einem Lächeln oder der Ukulele, bestätigt die 19-jährige Studentin. Sie wollte eigentlich auf der Reise nach Dänemark in Wacken Station machen, bekam kein Ticket mehr und verpflichtete sich ebenfalls beim BMOA.

Moment, der Pkw muss vor dem Tor wieder wenden, aber Gerda Mandel mit ihrem Rollator darf passieren. Zielstrebig hatten sich die 75-Jährige und ihre Schwiegertochter dem mobilen Zaun genähert, sie wohnen in der Nachbarschaft. „Wann fängt das denn hier an, man hört ja nichts?“, wundern sie sich. „Das läuft schon lange“, sagt Sven. „Man muss ja auch mal andere Musik hören als immer nur Schlager“, bekräftigt Gerda Mandel.

Nils ist über Punk und Rock zum Metal-Fan geworden, sie mochte die rauen Töne schon immer: „Ich liebe Männer mit langen Haaren und tiefen Stimmen.“ „Ich hatte auch 'mal lange Haare“, betont Nils.

Beide bevorzugen eher folkig-melodische Richtungen, bei denen man auch die Texte verstehen kann. Die härteren Acts, von denen auch in Barth einiges zu sehen ist, sind weniger nach ihrem Geschmack, kommentiert Julia eine Schnittwunde am Oberkörper des Sängers der schwedischen Death-Metal-Formation „Centinex“. Die Bands seien in Barth manchmal härter als die Gäste, verrät ein Insider.

Ganz in Rock kamen David (30) und sein Vater Mario (53) aus Eggersdorf bei Straußberg nach Barth. Den Kult mit dem Kilt lernten sie in Wacken kennen, wo sie seit Jahren Stammgäste sind. Ein bisschen „clanish“ wollen sie sein, aber nicht schottisch. „Alles ist hier sehr persönlich, das Zelten im Wald ist ungewöhnlich, das Publikum ist entspannt, aber etwas zurückhaltender“, vergleichen sie das BMOA mit anderen Festivals.

„Die sind lammfromm“, bestätigen starke Männer aus Sicherheitskreisen, die sehen zwar aus wie Metaller, hören aber gern Helene Fischer. Vater und Sohn im Kilt wollen so viele Bands wie möglich erleben: „Wir sind offen für alle Metal-Richtungen.“ Zum zweiten Mal in Barth loben sie Organisation und Atmosphäre und sagen: „Nächstes Jahr sind wir wieder hier!“

Susanne Retzlaff

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