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Mehr als die Suche nach dem Durchstich

Barth Mehr als die Suche nach dem Durchstich

Radwegerhaltung und Mobilitätskonzept: Zweckverband „Maritimer Lückenschluss Warnemünde-Stralsund“ erweitert sein Aufgabenfeld.

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Die schmale Stelle südlich von Wustrow auf dem Fischland ist ein Ort, an dem mancher den Durchstich von der Ostsee in den Bodden verorten würde.

Quelle: Ernst Fischer

Barth. Der Zweckverband „Maritimer Lückenschluss Warnemünde-Stralsund“ will sich breiter aufstellen. Bei der Verbandsversammlung am Dienstag im Barther Rathaus (Vorpommern-Rügen) einigten sich die Mitglieder darauf, das Aufgabenfeld erweitern zu wollen. Eine entsprechende Änderung der Satzung soll angestrebt und bis zum Sommer beschlossen werden. Grundziel bleibe nach wie vor der sogenannte Durchstich, also eine Verbindung für Sportboote von der Ostsee über die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in den Bodden. Darüber hinaus schickt sich der Zweckverband nun aber auch an, sich um den Erhalt und die Beschilderung der Radwege in der Boddenregion kümmern zu wollen. Außerdem soll ein Mobilitätskonzept erarbeitet werden, das die Verkehrssituation in der Region unter die Lupe nimmt.

Die Mitglieder

Der Zweckverband „Maritimer Lückenschluss Warnemünde-Stralsund“ wurde Anfang September 2015 gegründet mit dem Ziel, durch den Durchstich die Boddenregion zu beleben. Verbandsmitglieder sind der Landkreis Vorpommern-Rügen, die Städte Barth und Ribnitz-Damgarten, die Gemeinden Ostseebad Ahrenshoop, Born, Ostseebad Dierhagen, Fuhlendorf, Kenz-Küstrow, Klausdorf, Ostseebad Prerow, Pruchten, Saal, Wieck, Wustrow und Zingst.

Hintergrund der Aufgabenerweiterung ist, dass der Zweckverband sich zum 10. August dieses Jahres auflösen müsste, wenn er bis zu diesem Datum nicht seine Ziele festgelegt hat. Das eigentliche Hauptziel, den Durchstich beziehungsweise ein Etappenhafen, reicht dabei nicht aus. Zuletzt hieß es, dass ein Etappenhafen für Segler innerhalb des Boddens aufgrund des Baus des Ersatzhafens in Prerow unrealistisch erscheine. Allerdings: „Der Hafen in Prerow ist als Ersatzhafen für den Hafen in Darßer Ort konzipiert“, sagt Andreas Kuhn, Bürgermeister der Gemeinde Zingst. Der touristische Nutzen für die Boddengemeinden sei nicht gegeben. Ähnlich sieht das Prerows Bürgermeister René Roloff. „Der Außenhafen in Prerow reicht nicht aus. Ein wirklich touristischer Hafen wird es nicht.“

Durchstich nicht vom Tisch

Auch ein Durchstich ist nicht vom Tisch, bei der Suche nach einem Ort hat es seit Gründung des Verbands aber kaum Fortschritte gegeben. Im Gemeindegebiet Zingst sei er laut Kuhn aber nicht optimal verortet. „Alle Gemeinden müssen profitieren.“ Und das sei vor allem möglich mit einem Durchstich am Anfang der Boddenkette, also auf dem Fischland, nicht am Ende. „Je weiter östlich der Durchstich erfolgt, desto weniger bringt es“, sagt auch Amtskollege René Roloff, der den Fokus auch nicht nur auf einen Kanal, sondern auch auf andere technische Lösungen des Schiffstransports legen würde.

Ein Durchstich südlich von Wustrow, wie in der Vergangenheit bereits mehrfach angeregt, komme für Daniel Schossow, Bürgermeister der Gemeinde Wustrow, allerdings nicht infrage. „Dafür würde es keine Mehrheit in der Gemeindevertretung geben. Und wir hätten nichts davon“, sagt Schossow. Studien hätten zudem belegt, dass die Gemeinde aufgrund des Einflusses eines solchen Baus auf den Strand benachteiligt wäre.

Der Zweckverband wurde Anfang September 2015 gegründet mit dem Ziel, durch den Durchstich die Boddenregion zu beleben. Von einem maritimen Lückenschluss könnten neben den Gemeinden auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und den Anrainern der dazugehörigen Boddenregion auch die Insel Rügen mit ihren Häfen profitieren.

Geschäftsführer ab 1. Januar

Darüber hinaus wollen die Verbandsmitglieder mit den neuen Aufgaben nun die Tourismusregion Fischland-Darß-Zingst und die südliche Boddenlandschaft gemeinsam entwickeln. Ein weiterer Schritt dahin ist, dass der Zweckverband zum kommenden Jahr auf eigene Füße gestellt werden soll. Er soll einen Geschäftsführer bekommen und eine eigene Geschäftsstelle, zunächst für zwei Jahre in Born. Der Sitz des Zweckverbands bleibt allerdings Stralsund. Bislang ist der Verband dem Landkreis zugeordnet. Verbandsvorsteher ist Landrat Ralf Drescher.

Zudem sollen die Beiträge zum Zweckverband neu aufgeschlüsselt werden. Künftig sollen die jährlichen Übernachtungen und die Anzahl der Betten für Urlauber stärker gewichtet werden. Das führt dazu, dass vor allem die tourismusstarken Gemeinden wie Zingst oder Prerow einen höheren Beitrag leisten müssen. Gleichzeitig soll diesem Verteilungsschlüssel auch das Stimmgewicht bei Abstimmungen angepasst werden. Wer mehr zahlt, hat mehr Stimmen. Nur bei Abstimmungen zum Hauptziel, der Suche nach einem Ort für den Durchstich, hat jedes Mitglied nur eine Stimme.

Die Stimmenverteilung allerdings sieht der Bürgermeister der Gemeinde Pruchten, Andreas Wieneke, kritisch. Seine Gemeinde zahlt nach dem neuen Schlüssel etwas mehr als 2000 Euro. Wienecke wollte dem Vorschlag nicht zustimmen, was zu Unverständnis bei den anderen Bürgermeistern der Runde führte. „Ich akzeptiere sehr wohl, dass der touristische Aspekt bei der Beitragszahlung stärker gewichtet wird. Aber es ist dann auch nur ein Akt der Fairness, das auch bei der Stimmgewichtung zu beachten“, sagte Andreas Kuhn, Bürgermeister der Gemeinde Zingst, die mit der neuen Verteilung mit etwa 40 000 Euro Jahresbeitrag den größten Beitragsanteil hätte.

14 Tage hat die Gemeinde Pruchten nun Zeit, sich zu dem Vorschlag zu äußern. Anschließend müssen noch die Gemeindevertretungen der Mitgliedsgemeinden der Aufgabenerweiterung und den neuen Beitrags- und Stimmregelungen zustimmen, bevor eine neue Satzung des Zweckverbands beschlossen werden kann.

Robert Niemeyer

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