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Mühlenberg-Schule: Fußboden muss raus

Ribnitz-Damgarten Mühlenberg-Schule: Fußboden muss raus

Naphtalin gefunden / Sanierung kostet 100 000 Euro

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In den Sommerferien rücken Mitarbeiter einer Spezialfirma an, um den alten Fußboden im Haus B der Mühlenberg-Schule in Ribnitz zu entfernen.

Quelle: Foto: Edwin Sternkiker

Ribnitz-Damgarten. Der Fußboden im Erdgeschoss von Haus B der Mühlenberg-Schule muss komplett entfernt werden. Der Grund: Schadstoffuntersuchungen haben in der Bibliothek und im Kreativraum eine erhöhte Konzentration von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz: PAK, ergeben. Insgesamt gehe es um die Sanierung von 250 Quadratmeter Fußboden, erläuterte Annemarie Krull vom Bauamt der Stadt. Die Arbeiten sollen in den Sommerferien über die Bühne gehen.

Der Fußboden wird von einer Spezialfirma vollständig abgetragen. Die Arbeiten werden von einem Sachverständigen begleitet. Er wird regelmäßig Raumluftmessungen vornehmen. Die über dem Erdgeschoss liegenden Etagen werden abgeschottet, das gesamte anfallende Material komme in geschlossenen Behälter. Schleusen sollen verhindern, dass Schadstoffteilchen nach außen dringen. Zuvor müssen sämtliche Heizkörper demontiert werden, da diese per Standkonsolen im Fußboden verankert seien. Nach der Sanierung folgt der Neuaufbau des Fußbodens. Unterm Strich werden die Arbeiten bis zu 100 000 Euro kosten, informierte die Bauamtsmitarbeiterin weiter.

Die Stadtverwaltung hatte nicht nur eine Schadstoffuntersuchung an der Mühlenberg-Schule in Auftrag gegeben, sondern auch für den Standort Demmlerstraße der Bernstein-Schule. Auslöser war eine Begehung von Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Kultur, Jugend und Soziales des Schulgebäudes in der Demmlerstraße im Frühjahr vergangenen Jahres. Die Ausschussmitglieder schlugen Alarm, nachdem sie bei diesem Rundgang auf Schimmel an den Wänden, bröckelnden Putz im Computerraum und undichte Fenstern aufmerksam gemacht wurden.

Die Ausschussmitglieder sahen diese und weitere Mängel für so gravierend an, dass sie die Verwaltung aufforderten, Schadstoffuntersuchungen zu veranlassen. Angeregt wurde, diese nicht auf die Demmler-Schule zu beschränken, sondern auf die Mühlenberg-Schule auszudehnen. Weder in der Demmler-Schule noch in der Schule am Mühlenberg habe es eine erhöhte Konzentration von Schimmelpilzsporen in der Luft gegeben, erläutert Bauamtsleiter Heiko Körner. Das sei eines der Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen in diesen beiden Schulteilen der Bernstein-Schule gewesen. Allerdings sei in der Mühlenberg-Schule im Erdgeschoss im Zuge der Raumluftmessung Naphthalin festgestellt worden.

Naphthalin ist ein bizyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff mit charakteristischem Geruch nach Mottenpulver bzw. Teer. Naphthalin ist wie andere polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe gesundheitsschädlich und umweltgefährlich. Nachdem die Ergebnisse der Raumluftmessung vorgelegen haben, seien in allen drei Gebäudeteilen der Mühlenberg-Schule Materialproben aus dem Fußboden entnommen und untersucht worden. Im Ergebnis der Untersuchungen sei eine erhöhte Konzentration polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe im Erdgeschoss des Gebäudeteils B festgestellt worden, so Körner.

Die Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen wurden Anfang Oktober dem Personalrat der Schule in allen Einzelheiten vorgestellt.

Mehrere hundert PAK-Verbindungen sind bekannt

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe bilden eine Stoffgruppe von organischen Verbindungen. Der einfachste PAK ist Naphthalin. Mehrere hundert PAK-Verbindungen sind bekannt. Laut Bundesumweltamt sind PAK für Mensch und Umweltorganismen eine besorgniserregende Stoffgruppe. Viele PAK haben krebserregende, erbgutverändernde und/oder fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften.

Einige PAK sind gleichzeitig persistent, bioakkumulierend und giftig (toxisch) für Menschen und andere Organismen. Persistent heißt, dass die Stoffe sehr lange in der Umwelt verbleiben und dort kaum abgebaut werden. Zahlreiche PAK sind nachweislich krebserregend. Bereits in den 1980er-Jahren hat die amerikanische Bundesumweltbehörde (US Epa) 16 Substanzen in die Liste der Hauptverschmutzer aufgenommen.

Die Wirkung auf den Menschen hängt stark von der Zusammensetzung der PAK ab. PAK entfetten die Haut, führen zu Hautentzündungen, können Hornhautschädigungen hervorrufen, die Atemwege, Augen und den Verdauungstrakt reizen. Das Einatmen, die Aufnahme durch den Mund oder die Haut kann zu Gesundheitsschäden führen.

Edwin Sternkiker

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