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Nach Insolvenz: Azubis können in der Region bleiben

Barth/Ribnitz-Damgarten Nach Insolvenz: Azubis können in der Region bleiben

Die sechs Auszubildenden der insolventen Schiffsanlagenbau Barth GmbH sind von vier Firmen aus Barth und Ribnitz-Damgarten übernommen worden

Barth/Ribnitz-Damgarten. Gute Nachrichten für die sechs Auszubildenden der Schiffsanlagenbau Barth GmbH, die Ende vergangenen Jahres kurz vor Weihnachten Insolvenz anmelden musste (die OZ berichtete). Alle sechs können ihre Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker in der Region fortsetzten. Seit dem 1. März sind zwei Lehrlinge bei der Schiffswerft Barth (SWB), zwei bei TAB Maschinen- und Stahlbau in Barth, einer bei der Ribnitzer Metallverarbeitung und einer beim Stahl-Bau Ribnitz beschäftigt.

Die Perspektiven für die knapp 100 SAB-Mitarbeiter sehen dagegen weniger rosig aus. Nach Auskunft des Geschäftsführers der IG Metall Rostock-Schwerin, Stefan Schade, ist allen Mitarbeitern gekündigt worden. „Derzeit sind noch etwa 30 Mitarbeiter vor Ort. Die Ausproduktion der letzten Aufträge läuft noch bis Ende Mai. Dann ist endgültig Schluss. Hier in MV in der Branche einen Job zu finden, wird für die Mitarbeiter leider sehr schwierig werden.“

Sylke Turner, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Ribnitz-Damgarten, sieht vor allem bei den älteren Mitarbeitern das Problem. „Elf Mitarbeiter sind älter als 60 Jahre. Sie haben ein Leben lang für diese Firma gearbeitet und stehen plötzlich vor dem Nichts. Das ist schon sehr schlimm“, meint Turner. Von den knapp 100 Mitarbeitern hätten sich bislang 25 arbeitslos und 30, deren Verträge zum 1. April oder 1. Juni enden, arbeitssuchend gemeldet. Sechs Mitarbeiter hätten eine Weiterbildung begonnen und nur vier eine neue Stelle gefunden. „Bei einigen haben wir in den Gesprächen den Eindruck, dass sie noch gar nicht richtig realisieren, was da gerade passiert“, meint die Geschäftsstellenleiterin, die aber froh ist, dass zumindest die Vermittlung der Auszubildenden so reibungslos funktioniert hat.

Die Initiative ging vom Arbeitsvermittler Olaf Butt von der Agentur für Arbeit Ribnitz-Damgarten aus. „Wir standen nach der Insolvenz vor dem Problem, was wir mit den Auszubildenden machen. Wir wollten sie auf jeden Fall in der Region behalten. Denn wenn sie einmal weg sind, kommen sie nicht wieder. Ich bin auf die Firmen zugegangen, schließlich kenne ich sie durch die jahrelange Zusammenarbeit. Ich möchte allen Firmen danken, dass es so gut funktioniert hat.“ Sebastian Kunsch, geschäftsführender Gesellschafter bei der SWB, wollte zunächst nur einen Auszubildenden übernehmen. „Da aber noch zwei Azubis nicht vermittelt waren, habe ich beiden die Möglichkeit gegeben, eine Woche mitzuarbeiten. Schließlich mussten die beiden auch erst einmal sehen, ob die Arbeit ihnen hier gefällt.“ Als beide zusagten, stand Sebastian Kunsch vor der Qual der Wahl. „Ich habe mich dann aber für beide entschieden. Ich konnte nicht einen wegschicken.“

Dennis Dommack (20) und Hannes Lange (18), beide im zweiten Lehrjahr, sind froh, dass sie in der Region bleiben können. „Die Arbeit in der Schiffswerft macht Spaß und ist abwechslungsreich“, erklärt Dennis Dommack. „Die Atmosphäre ist gut, die Kollegen sind nett und es gibt im Unternehmen Aufstiegsmöglichkeiten. Ich würde nach der Ausbildung gerne hier bleiben und hoffe, dass das auch klappt.“

Das sei auf jeden Fall auch sein Ziel, meint Sebastian Kusch. Schließlich würden in den kommenden Jahren einige Kollegen in den Ruhestand gehen und es sei schwierig, Fachkräfte zu bekommen.

„Viele junge Leute wollen erst einmal studieren. Und wenn sie einmal weg sind, kommen sie meist nicht wieder“, meint der geschäftsführende Gesellschafter. „Deshalb stellen wir gerne Auszubildende aus der Region ein, die hier verwurzelt sind.“

Christian Glaser, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Stralsund, freut sich über die Einstellung von Sebastian Kusch. „Es ist schön, wenn Firmen langfristig planen und sich rechtzeitig im Nachfolger bemühen. Leider ist das aber nicht immer der Fall.“

Von Anika Wenning

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