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Nach dem Aldi-Aus: Was wird aus Damgartens Edeka?

Ribnitz-Damgarten Nach dem Aldi-Aus: Was wird aus Damgartens Edeka?

Um den Supermarkt von Susanne Brüning ranken sich wilde Gerüchte.

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„Wir bleiben hier“, sagt Susanne Brüning (38), Inhaberin des Edeka-Marktes in Damgarten.

Quelle: Robert Niemeyer

Ribnitz-Damgarten. Wie das so ist in kleineren Städten. Da erzählt der eine das, der andere jenes, wiederum ein anderer will etwas gehört haben, und plötzlich schießen die Gerüchte ins Kraut. Und so war hier und da zu hören, dass möglicherweise der Edeka-Markt von Susanne Brüning in Damgarten (Vorpommern-Rügen) bald schließen würde. Nun, dass in Damgarten einstweilen die Angst umgeht, der Stadtteil würde irgendwann gänzlich an kultureller und gesellschaftlicher Relevanz verlieren, ist bekannt. Gerade was Einkaufsmöglichkeiten angeht, wird immer wieder bedauert, wie priveligiert doch Ribnitz ist. Die Schließung des Aldi-Marktes im Gewerbegebiet an der B105 in diesem Jahr dürfte diese Befürchtungen gar noch unterstützt haben. Doch Susanne Brüning bringt es klar auf den Punkt: „Wir bleiben hier!“

 

2013 übernommen

Woher die Gerüchte kommen, könne sie nicht sagen. Seit 25 Jahren gibt es den Markt in der Herderstraße unter dem Label Edeka, zuvor war es ein Konsum. 2013 übernahm Susanne Brüning als selbstständige Einzelhändlerin den Edeka-Markt von Liselotte Güldenpfennig und betreibt seitdem in Ribnitz und in Damgarten zwei Märkte. „Der Markt wird angenommen. Die Umsätze sind seit 2013 gestiegen.“Deshalb: Wirtschaftlich läuft es in dem Markt, wenngleich die Schließung des Aldi-Marktes keine großen Auswirkungen gehabt habe. 17 Mitarbeiter sind in Damgarten für Susanne Brüning tätig. Gerade bei der älteren Generation, die ihren Einkauf lieber zu Fuß erledigt, ist der Markt beliebt. Er hat Tradition und versprüht mit seinen engen Gängen und einer vergleichsweisen Dunkelheit – nur im Eingangsbereich gibt es Fenster – noch immer ein wenig den Charme eines DDR-Konsums.

Einfach zu klein

Und genau da liegt der Haken. 420 Quadratmeter Verkaufsfläche sind eigentlich zu wenig. „Wir können nicht das Sortiment anbieten, das wir anbieten möchten. Eigentlich ist dieser Edeka-Markt kein Edeka-Markt, wie man ihn kennt“, sagt Susanne Brüning. Als Beispiel nennt sie den Markt im Boddencenter in Ribnitz, der 1600 Quadratmeter Verkaufsfläche bietet.

„Der alte Markt hat Tradition. Aber er ist zu klein, auch fehlen Parkplätze“, sagt Manfred Schuldt vom Außendienst Vertrieb der Edeka Handelsgesellschaft Nord mbH. „Perspektivisch möchten wir etwas Neues schaffen“, so Schuldt.

Heißt: Ein Neubau soll her. Mindestens 1000 Qudratmeter Verkaufsfläche soll er haben und einen größeren Parkplatz.

Das bedeutet aber auch, dass der aktuelle Standort irgendwann aufgegeben werden soll. Denn ein Umbau ist hier aufgrund der aktuellen Bebauung im Umfeld nicht möglich. „Es gibt keine Frist, wann der neue Markt gebaut wird. Aber so lange bleiben wir natürlich hier und geöffnet“, macht Susanne Brüning klar.

Finanziell sei ein Neubau möglich, entweder über einen Dritten, einen Investor, oder durch die Edeka-Gruppe selbst. „Aber wir stehen hier noch ganz am Anfang“, sagt Manfred Schuldt. Das bedeutet: Es gibt noch nicht einmal eine Fläche, die für einen neuen Markt infrage kommen könnte. Der Kontakt mit der Stadtverwaltung, die die Gewerbeflächen in Ribnitz-Damgarten ausweist, besteht. Konkretes gibt es aber noch nicht. Fest steht allerdings: „Wir wollen in Damgarten bleiben, um die Nähe zu unseren Kunden zu erhalten“, sagt Susanne Brüning. Da sei das Gewerbegebiet an der B105, beispielsweise die Übernahme des leerstehenden Aldi-Marktes, keine Option.

Gespräche mit der Stadt

„Uns ist es sehr wichtig, dass der Einzelhandelsstandort erhalten bleibt“, sagt Heiko Körner, Leiter des Ribnitz-Damgartener Bauamtes. Die Verwaltung befinde sich derzeit Gesprächen mit Edeka und mit Susanne Brüning, um eine ordentliche Lösung – also vor allem ein geeignetes Grundstück zu finden.

„Ich denke, wir sind mit unseren beiden Märkten wichtig für die Stadt, ich hänge mit dem Herzen daran“, sagt Susanne Brüning. Neben dem Vor-Ort-Verkauf gibt es im Ribnitzer Markt einen Lieferservice, den auch viele Damgartener nutzen. Zudem engagiert sich Brüning in Kindergärten, Schulen und Vereinen, etwa mit Gutscheinen oder Aktionen wie gesundem Frühstück in der Schule.

Robert Niemeyer

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