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Neuer Chef will Image der Landwirtschaft aufpolieren

Wustrow Neuer Chef will Image der Landwirtschaft aufpolieren

Der Wustrower Frank Hartmann tritt die Nachfolge von Aurel Hagen beim Bauernverband Nordvorpommern an / Der 50-Jährige hofft auf mehr Gehör bei der Politik

Wustrow. Der Regionalbauernverband Nordvorpommern hat einen neuen Vorsitzenden. Frank Hartmann aus Wustrow leitet seit wenigen Wochen die Geschicke des Verbandes.

 

OZ-Bild

Frank Hartmann aus Wustrow, der neue Vorsitzende des Bauernverbandes Nordvorpommern. Der 50-Jährige trat Anfang des Monats die Nachfolge von Aurel Hagen an.

Quelle: Robert Niemeyer

„Wir haben alle die gleichen Probleme. Je mehr wir sind, desto mehr Gehör be- kommen wir.“ Frank Hartmann (50)

Der 50-Jährige beerbt Aurel Hagen, der den Vorsitz abgegeben hat. Der Chef der Agrargesellschaft Andershof/Steinhagen GbR trat wegen der enormen zeitlichen Belastung, die das Amt mit sich bringt, vorzeitig zurück. „Dieser Belastung und den Erwartungen an die Arbeit eines Vorsitzenden konnte Herr Hagen wegen des eigenen betrieblichen Engagements nicht mehr gerecht werden“, heißt es aus der Geschäftsführung des Bauernverbandes Nordvorpommern. Hagen war insgesamt sieben Jahre lang Vorsitzender des Verbandes. Die aktuelle Legislaturperiode wäre noch drei Jahre gelaufen.

Nun stellt sich Frank Hartmann der Aufgabe, gewählt vom Vorstand des Verbandes. Der Wustrower betreibt einen 300 Hektar großen Ackerbaubetrieb auf dem Fischland, bietet zudem Ferienwohnungen und Reittouristik an. Seit der Gründung des Bauernverbandes Nordvorpommern gehört er dessen Vorstand an. Hartmann, dessen Eltern einen Landwirtschaftsbetrieb in Barnstorf hatten und 1960 nach Westdeutschland gingen, wuchs auf einem Bauernhof in Göttingen auf. 1991 schloss er seine Landwirtschaftslehre mit Meistertitel ab, kehrte auf das Fischland zurück und begann 1994, seinen Betrieb in Wustrow aufzubauen. „Ich möchte, dass es vorangeht, die Landwirtschaft im Landkreis eine funktionierende, berufsständische Vertretung hat“, sagt der 50-Jährige.

Sorgen bereitet den Landwirten im Landkreis derzeit der Preisverfall an den Märkten. „Raps kostet derzeit 330 Euro pro Tonne, letztes Jahr waren es zur selben Zeit noch 350 Euro“, so Hartmann. Am schwersten zu kämpfen hätten die Milchviehbetriebe. „Russlandembargo, die chinesische Wirtschaft schwächelt, zu viel Angebot“, nennt Christian Ehlers, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Gründe für die niedrigen Preise, die mittlerweile für die Betriebe zum Minusgeschäft würden. „Aber man kann die Produktion nicht einfach abschalten“, so Ehlers. Dennoch hätten bereits Betriebe ihre Milchproduktion eingestellt. „Es kann nicht sein, dass beim Discounter die Milch verscherbelt wird und die Betriebe andererseits dichtmachen.“ Um auf diese Probleme aufmerksam zu machen, findet am kommenden Mittwoch eine bundesweite Aktion der Landwirte statt. Unter anderem mit einem Infostand auf dem Stralsunder Marktplatz wollen die Bauern mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen.

Wichtig sei deshalb auch, dass die Landwirtschaftsbetriebe zusammenstehen und mit einer Stimme sprechen. „Wir haben alle die gleichen Probleme. Je mehr wir sind, die diese Probleme aussprechen, desto mehr Gehör bekommen wir.“ Deshalb sei es unter anderem ein Ziel, mehr Mitglieder für den Bauernverband zu gewinnen. 62,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Verbandsgebietes sind im Bauernverband Nordvorpommern organisiert. Die Mitgliedschaft wird deshalb nach Fläche registriert, weil sich auch der Mitgliedsbeitrag nach Hektar bemisst mit 3,20 Euro pro Hektar Ackerland und zwei Euro pro Hektar Grünland, die jährlich für die Mitgliedschaft im Regionalverband fällig werden. Bereits im vergangenen Jahr war der Organisationsgrad um 2,5 Prozentpunkte gesteigert worden. „Das war schon ein Kraftakt“, sagt Christian Ehlers, Geschäftsführer des Bauernverbandes. Ein Prozent entspricht etwa 1400 Hektar.

Neben dem Einfluss, den der Verband auf politischer Ebene weiter gewinnen will, soll aber auch das Image in der Öffentlichkeit verbessert werden. „Oft wird den Verbrauchern Angst gemacht“, sagt Hartmann und verweist unter anderem auf die Debatte um das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, das krebserregend sein soll und zuletzt in mehreren deutschen Bieren nachgewiesen worden war. Aufgabe des Bauernverbandes sei es, objektiv aufzuklären.

Offene Betriebe gesucht

Der Regionalbauernverband Nordvorpommern sucht Betriebe, die Führungen anbieten. Gerade aus dem Tourismusbereich gebe es immer wieder Anfragen zu einem Blick hinter die Kulissen. Deshalb hat der Fachverband Landurlaub M-V jetzt die Initiative „Erlebnis Landwirtschaft“ ins Leben gerufen. Es soll gezeigt werden, wie Landwirtschaft in Mecklenburg Vorpommern funktioniert.

• Kontakt im Internet:

www.bauernverband-nvp.de

Von Robert Niemeyer

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