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Neuer Stadtschülerrat sammelt Ideen

Rostock Neuer Stadtschülerrat sammelt Ideen

Schüler wollen mit ihrem Engagement aktiv den Schulalltag optimieren / Neue Homepage des Vorstands geplant

Rostock. Auf ihren Schultern liegt das Vertrauen von Tausenden Schülern der Hansestadt: der neu gewählte Vorstand des Rostocker Stadtschülerrats. In dieser Woche hatten die Vorstandsmitglieder im Amt für Schule und Sport ihre erste Sitzung in der neuen Aufstellung. „Es hat mir gut gefallen. Die Leute haben frische Ideen“, sagt die 16-jährige Anna Gündüz von der Jenaplan-Schule. Seit fast drei Jahren engagiert sie sich im Vorstand des Stadtschülerrats und wurde nun erneut für zwei Jahre gewählt – als Vorsitzende. „Ich denke, dass wir als Schüler im Mittelpunkt der Schule stehen, also sollten wir ein Recht auf Mitbestimmung haben“, betont sie.

Bei Steffen Bockhahn (Linke) weckt der Stadtschülerrat Erinnerungen an die 1990er Jahre. „Ich hab’ damals meine ersten Schritte in die Politik im ,KreisschülerInnenrat’ gemacht“, sagt der heutige Schulsenator. Die Mitglieder des Stadtschülerrats seien immer Experten in eigener Sache. „Es ist manchmal ganz angenehm, wenn man dieses Gremium fragen kann, was Schüler wirklich wollen“, so Bockhahn. Und der Vorstand hat sich dazu einige Gedanken gemacht. „Bisher reden wir über ein integratives Fußballturnier, ein Flüchtlingsprojekt nach dem Prinzip ,Schüler helfen Schülern’ und Workshops zu den Themen Homophobie und ,Darf er das’“, zählt die Vorsitzende auf. Bei letzterem handelt es sich um eine Aufklärungsveranstaltung darüber, was ein Lehrer rechtlich tun darf und was nicht. „Zum Beispiel bei der Benotung“, ergänzt Anna Gündüz. Noch in diesem Jahr will der Vorstand auch eine eigene Webseite veröffentlichen.

„Vielleicht könnten auch alle Schulen gemeinsam ein Festival organisieren“, schlägt Leo Radloss vor. Der 16-jährige Schüler vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium hat noch weitere Vorschläge. „Anstatt nur mit Schülervertretern über die gefilterten Probleme zu reden, sollten wir direkt den Kontakt zu den Schülern suchen“, so seine Idee.

Er wurde zunächst Klassen-, dann Schülersprecher und ist nun Vorstandsmitglied des Stadtschülerrats. „Ich wollte nicht nur in meiner Schule Projekte umsetzen, sondern auch in anderen Schulen den Alltag optimieren“, erklärt Radloss. Er weiß jedoch, dass das nicht einfach ist: „Wir können Diskussionen anregen, aber wirklich verändern können wir allein nichts.“ Anna Gündüz ergänzt: „Wir können zumindest versuchen, andere zu überzeugen.“

Bockhahn findet diese ersten Gedankenspiele des neuen Vorstands interessant. „Es scheint mir, eine gesunde Mischung aus schnell umsetzbaren, praktischen Ideen und notwendigen großen Visionen zu sein“, urteilt der Kommunalpolitiker. Er hofft auf eine stabile und gute Zusammenarbeit. „Da, wo wir sie als Stadt unterstützen können, werden wir das selbstverständlich auch tun.“

Ein großes Projekt des Stadtschülerrates steht für das nächste Jahr schon fest. „Im Frühjahr veranstalten wir ein kommunalpolitisches Planspiel, das von der Konrad-Adenauer-Stiftung finanziert wird“, erklärt die Vorsitzende Anna Gündüz. Hier sollen die teilnehmenden Schüler einen Stadtrat simulieren und sich in die Lage der Stadt versetzen. „Das Interesse an Politik ist in der Jugend nicht groß, das wollen wir ändern.“ Die genaue Umsetzung soll aber noch organisiert werden.

„Bei der ersten Sitzung haben wir erst einmal viele Ideen gesammelt, aber noch nicht konkret über die Umsetzungen nachgedacht“, sagt Anna Gündüz. Am 28. November, zur zweiten Sitzung, werde man wohl diese Vorstellungen spezialisieren und Arbeitsgruppen bilden. „Es ist eine angenehme Gruppe, und ich freue mich darauf, weiter miteinander zu arbeiten.“ Zukünftig wolle man sich etwa alle drei Wochen treffen.

Johanna Hegermann

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