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Neues Musical wird im Herbst aufgeführt

Neues Musical wird im Herbst aufgeführt

Kantor Christian Bühler im OZ-Interview über Sankt Marien, Faszination Orgel und ein besonderes Projekt

Ribnitz-Damgarten Wie wird man Kirchenmusiker? Was macht die Faszination der Orgel aus? Und wie wird eigentlich das Programm beim Ribnitzer Orgelsommer zusammengestellt?

 

OZ-Bild

Innenleben: Kantor Christian Bühler in der Orgel der Ribnitzer Marienkirche.

Quelle: Peter Schlag

Serie

Sommer-

Interview

Wir sprachen darüber mit Kantor Christian Bühler:

Welches ist Ihr Lieblingsinstrument?

Christian Bühler: Die Orgel. Ich spiele aber auch gerne Klavier und Cembalo. Alles, was Tasten hat.

Was fasziniert Sie am Instrument Orgel besonders?

Bühler: Die vielfältigen Klangfarben. Jede Orgel ist verschieden, jeder Raum, in dem die Orgel steht, ist es. Die Orgel ist ein Blasinstrument. Man löst Luft aus, die Luftsäule schwingt.

Musik ist ja ohnehin sehr flüchtig. Hier schwingt sich der Klang in der Kirche empor. Man kann ihn nicht zurückholen. Das ist eine Herausforderung für die Genauigkeit.

Wie sind Sie zur Musik gekommen?

Bühler: Musik hat mich sehr früh interessiert. Ich war in einer musikalischen Früherziehungsgruppe. Meine Eltern schenkten mir eine Schallplatte mit Musik verschiedener Orgeln. Da war ich acht oder so. Vier Jahre habe ich E-Orgel gespielt, dann eine Ausbildung zum Kirchenmusiker im Nebenamt gemacht.

Als Sie noch Schüler waren?

Bühler: Ja. Die Ausbildung dauerte vier Jahre. Ich wollte nur Orgel spielen, durch die Ausbildung kam ich dann aber auch zur Chorleitung. Schließlich machte ich die C-Prüfung. Alles noch vor dem Abitur, das ich 1988 absolvierte.

Wie ging es dann weiter?

Bühler: Zwei Jahre Zivildienst, dann 1990 zum Studium nach Heidelberg. Drei Jahre als Kirchenmusiker in Karlsruhe. Dann nochmal ein Aufbaustudium in Hannover, zum A-Kirchenmusiker.

2012 kamen Sie nach Ribnitz-Damgarten. Wie waren Ihre erste Eindrücke von der Orgel der Marienkirche?

Bühler: Die Orgel der Marienkirche kam mir vom Klang und vom Spielgefühl sehr entgegen. Man kann viel auf dieser Orgel machen. Für mich ist sie das Hauptinstrument.

Welche Aufgaben haben Sie als Kantor?

Bühler: Ich stehe als Ansprechpartner für Kirchenmusik zur Verfügung, in einer Region, die bis nach Wustrow und Blankenhagen reicht, bis nach Graal-Müritz und Bad Sülze. Ich leite Chorproben, betreue Projekte, gebe Konzerte. Am 9. September beginnen zum Beispiel die Proben für eine Geschichte nach Oscar Wilde. Ein Musical mit dem Titel „Der selbstsüchtige Riese“. Die Musik unterteilt das Stück, mit elf Liedern. Die Aufführung ist für den 13. November geplant.

Der Orgelsommer hat in Ribnitz Tradition. Regelmäßig finden im Sommer in der Marienkirche Konzerte statt. Das hört sich nach viel Aufwand an.

Bühler: Stimmt, mittlerweile sind wir im 22. Jahr. Die Organisation läuft über ein Jahr im voraus. Das heißt, das Programm für 2017 steht bereits.

Das setzt entsprechende Nachfragen von Künstlern voraus.

Bühler: Die Künstler fragen nach, das ist richtig. Ein Anspruch beim Orgelsommer ist die Vielseitigkeit. Trotz des Namens geht es nicht darum, reine Orgelkonzerte zu machen, sondern interessante Kombinationen verschiedener Instrumente mit unserer Orgel. Ich denke, das ist eine ansprechende Konzertreihe für Einheimische und Urlauber. Ohne die finanzielle Unterstützung der Stadt und der Sparkasse Vorpommern wäre der Orgelsommer allerdings nicht machbar.

Welche weiteren Veranstaltungen wird es dieses Jahr noch geben?

Bühler: Im Herbst das schon erwähnte Musicalprojekt, außerdem wird am 31.Oktober der Orgelgeburtstag gefeiert. Auch das hat Tradition.

Haben Sie einen Lieblingskomponisten?

Bühler: Meine Vorliebe geht in die romantische Richtung. Ich mag die Musik von Max Reger, dessen 100. Todesjahr wir in diesem Jahr begehen. Ich möchte gerne zu Silvester etwas zu Reger machen.

Und ein Lieblingsstück?

Bühler: Eigentlich nicht. Es gibt so viel schöne Musik.

39 klingende Register und 2599 Orgelpfeifen

2012 kam Christian Bühler als Kantor nach Ribnitz-Damgarten. Der 47-Jährige stammt aus der Pfalz.

39 klingende Register hat die Orgel der Ribnitzer Marienkirche. Sie stammt aus dem Jahr 1994, erbaut wurde sie von der Firma Jehmlich aus Dresden. Die 39 Register verteilen sich auf drei Manuale und Pedal. Die Orgel hat 2599 Pfeifen, eine mechanische Spieltraktur, eine elektrische Setzeranlage mit 256 Speicherplätzen sowie zwei Schwelltritte. Der Orgelsommer vereint zahlreiche Konzerte, die noch bis zum 24. August stattfinden, immer mittwochs ab 20 Uhr in der Ribnitzer Marienkirche.

Die Orgeltour startet in diesem Jahr am 27. August, sie führt unter anderem nach Tessin und Kölzow.

Interview von Peter Schlag

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