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Nordseite des Bahnhofs gesperrt

Rostock Nordseite des Bahnhofs gesperrt

Am Mittwoch startet die AfD ihren Wahlkampf in Rostock / Protest-Demos geplant

Rostock. Autofahrer sollten am Mittwochnachmittag die nördliche Seite des Bahnhofs in Rostock meiden. Zwischen 16 und 21 Uhr kommt es zu Straßensperrungen, kündigt die Stadt an. Der Grund: Die AfD startet um 18 Uhr auf dem Konrad-Adenauer-Platz ihren Landtagswahlkampf. Das Bündnis Rostock nazifrei hat in der Nähe des Bahnhofs gleich zwei Protestkundgebungen angemeldet.

Die AfD fährt Bundesprominenz auf. Neben dem einheimischen Landtagsbewerber Holger Arppe und Spitzenkandidat Leif-Erik Holm kommen die Bundessprecherin Frauke Petry und der Landesvorsitzende aus Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell. Für Rostock nazifrei, ein Bündnis aus mehreren gesellschaftlichen Gruppen in der Hansestadt, darf der Auftritt nicht unwidersprochen bleiben.

„Wir müssen gegen die rassistische und homophobe Politik der AfD Zeichen setzen“, sagt Imam-Jonas Dogesch vom Migrantenrat. Aus Sicht von Rostock nazifrei sei die AfD eben keine Alternative zu Mitmenschlichkeit, Demokratie und Toleranz, sondern eine Partei, die Rechtsextremismus und -populismus befördere, heißt es in einer Mitteilung. Landessprecher Leif-Erik Holm war gestern zu den Vorwürfen telefonisch nicht zu erreichen. Das Bündnis Rostock nazifrei hat Kundgebungen in der Gerhart-Hauptmann-Straße und in der Herweghstraße angemeldet. „Wir wollen ja gehört werden und wissen nicht wie die AfD-Bühne steht“, sagt Anke Brauer von der IG Metall. Die Kundgebungen seien mit bis zu 500 Personen angemeldet, heißt es aus dem Stadtamt.

Unterstützung bekommt Rostock nazifrei von den Religionsgemeinschaften. Christen, Juden und Muslime treffen sich im Vorfeld der Kundgebungen zu einer interreligiösen Andacht in der Synagoge, kündigt Tilman Jeremias, Pastor der evangelischen Innenstadtgemeinde, an. „Es ist wichtig, dass sich die Religionen nicht auseinander dividieren lassen.“ Besonders entsetzt es Tilman Jeremias, dass sich Frauke Petry jüngst hinter einen baden-württembergischen Landtagsabgeordneten gestellt habe, der sich antisemitisch geäußert habe, so der Pastor.

Nach der Andacht ziehen die Teilnehmer zur AfD-Kundgebung, um Luftballons in den Himmel steigen zu lassen. Anke Brauer hofft, dass am Mittwoch alles friedlich bleibt, sie erinnert aber daran dass vor einigen Monaten AfD-Anhänger in Rostock Flaschen auf Gegendemonstranten geworfen hatten. Gewalttätige Aktionen hatte es im Oktober 2015 allerdings auch aus dem linken Lager gegeben.

Die Polizei werde daher beide Seiten im Blick haben, heißt es. Entschieden werde entsprechend der Lage. „Wir sind verpflichtet, die gesetzlichen Aufgaben wahrzunehmen und werden uns politisch nicht instrumentalisieren lassen“, so Rostocks Polizeichef Michael Ebert. Welche Straßen genau gesperrt werden, entscheidet die Stadt am Montag.

Thomas Niebuhr

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