Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Ort der biologischen Vielfalt gesucht

Marlow/Zingst/Dranske Ort der biologischen Vielfalt gesucht

Wo leben wir eigentlich? Unter diesem Titel lässt sich das Projekt Schatzküste der Greifswalder Ostseestiftung zusammenfassen, die damit auf die Natur und Umwelt, ...

Voriger Artikel
Ort der biologischen Vielfalt gesucht
Nächster Artikel
Landkreis ehrt seine Sportler

Kandidat 1: Justus Mathies, Vorsitzender Imkerverein Recknitztal, aus Marlow-Poppendorf.

Marlow/Zingst/Dranske. Wo leben wir eigentlich? Unter diesem Titel lässt sich das Projekt Schatzküste der Greifswalder Ostseestiftung zusammenfassen, die damit auf die Natur und Umwelt, deren Schönheit und Schutz in unserer Region aufmerksam machen möchte. Die Michael Succow Stiftung aus Greifswald, Partner in dem Verbundprojekt „Schatzküste“, hat dafür einen Wettbewerb ins Leben gerufen. Gesucht wird der „Ort der biologischen Vielfalt“. Drei Bewerber sind im Rennen. In dieser Woche war die fünfköpfige Jury im Landkreis Vorpommern-Rügen unterwegs und stattete den Teilnehmern einen Besuch ab. „Es geht darum, den Menschen klar zu machen, was für Besonderheiten es in der Region gibt. Der Wettbewerb ist eine gute Idee, um diesen Gedanken in die Kommunen zu tragen“, sagt Georg Nikelski, Geschäftsführer der Ostseestiftung.

OZ-Bild

Wo leben wir eigentlich? Unter diesem Titel lässt sich das Projekt Schatzküste der Greifswalder Ostseestiftung zusammenfassen, die damit auf die Natur und Umwelt, ...

Zur Bildergalerie

In der nächsten Woche fällt die Entscheidung, wer der Gewinner ist. Am 22. Mai findet die Preisverleihung vor Ort statt. Die Kriterien, nach denen die Jury die Bewerbungen bewertet, sind unter anderem der Einsatz für die biologische Vielfalt, deren Einbindung in die Umweltbildung oder der Einbezug der lokalen Bevölkerung in die Projekte.

Leidenschaft für Bienen Der erste Kandidat im Rennen ist der Imkerverein Recknitztal. Vor fünf Jahren hat Justus Mathies aus Marlow-Poppendorf den gegründet. „Damals waren wir noch fünf Mitglieder, heute sind es 31“, so der 76-Jährige. Seit fünf Jahren schlägt sein Herz vor allem für die dunkle Biene. „Die schwarze Biene war einst die eigentlich hier heimische Biene“, sagt Mathies, der seit 50 Jahren Imker ist. 35 Völker hat er selbst. Auch zwei weitere Mitglieder züchten mittlerweile die dunkle Biene. „Die dunkle Biene fliegt als einzige Kleinstblüten an“, sagt Mathies. Deshalb will er diese Bienenart züchten, um entsprechende Pflanzen zu erhalten.

Aus Hamburg ist er vor Jahren nach Marlow gezogen, hat dort ein altes Bauernhaus saniert. Neben der Bienenzucht hat er mehr als 100 Obstbäume auf seinem Grundstück, hält zudem Kamerunschafe. Die Mitglieder des Vereins verteilen sich in der ganzen Region, sind etwa in Dändorf, Ribnitz-Damgarten, Eixen, Klockenhagen, Bad Sülze oder Freudenberg zu Hause. Außerdem gibt er Volkshochschulkurse zu dem Thema. Aus einem dieser Kurse entstand damals der Imkerverein. „Ich bin froh, dass es noch Leute gibt, die mit der Imkerei anfangen.“

Natur, Fotografie, Tourismus Auch die Kur- und Tourismus GmbH Zingst hat sich beworben. Mit drei Projekten gehen die Zingster an den Start. Im vergangenen Jahr bereits erprobt, soll auch in diesem Jahr wieder ein Strandabschnitt nicht maschinell gesäubert werden. Stattdessen sollen einmal pro Woche Sammelaktionen stattfinden, an der sich Einheimische und Urlauber beteiligen können. Hintergrund ist zum einen, zu zeigen, wie viel Müll an einem Strand anfällt. Aber auch die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt an einem Strand, der nicht maschinell beräumt wird, soll untersucht werden. Das zweite Projekt sind die Nationalparktage, die in Zingst in diesem Jahr zum 9. Mal stattfinden. Mit Führungen soll den Gästen die Natur näher gebracht werden. Das dritte Projekt ist das Umweltfotofestival „Horizonte“, mit dem mit Ausstellungen und Workshops in Bildsprache für die Schönheit der Natur sensibilisiert werden soll, aber auch auf „kritische Augenblicke“, aufmerksam gemacht werden soll, wie Rico Nowicki, Produktmanager Fotografie der Kur- und Tourismus GmbH Zingst sagt.

„Für uns ist es wichtig, dass uns so ein Wettbewerb auf den Weg bringt, an dem Thema weiterzuarbeiten“, sagt Rico Nowicki. „Nachhaltigkeit vor Geschwindigkeit, Nachhaltigkeit vor Masse“, so lautet das Credo, das sich auch im Tourismuskonzept widerspiegele. Ziel sei unter anderem, das Fotofestival perspektivisch nachhaltig zu gestalten. „In zwei Jahren soll das klimaneutral gestaltet werden.“

Küstenputzer seit 2009 Auch die Jungs und Mädchen vom Wittower „Sondereinsatzkommando Küstenputz“ von der Insel Rügen durften ihre Arbeit der Stiftungsjury vorstellen. Bei einem kleinen Ausflug auf die Halbinsel Bug berichteten die Schüler der Windland-Schule mit ihrem Lehrer Ralf Schernus über ihr Projekt. Im Rahmen eines Schulkurses sammeln die SEK-ler regelmäßig Müll von den Stränden Wittows und analysieren die Funde. Begonnen hat die besondere Naturschutzarbeit bereits 2009. „Mittlerweile sind 20 Jungen und Mädchen der Klassen 5 bis 10 dabei, wir fahren einmal wöchentlich in kleinen Gruppen raus zu den einzelnen Strandabschnitten“, erzählt Ralf Schernus. Inzwischen betreuen die Küstenputzer 25 Kilometer Strand, fünf Kilometer auf dem Bug sind erst kürzlich hinzugekommen.

Durch die Arbeit sind schon große Datenmengen zusammengekommen, für die sich auch die Wissenschaft interessiert. Die Ergebnisse eines speziellen Strandabschnitts schicken die jungen Umweltschützer ans Institut für Ostsee-Forschung in Warnemünde. Auch streng geschützte Pflanzen und Tiere entgehen den aufmerksamen Blicken der Schüler nicht. Besonders beliebt bei den Schülern ist das Robbenbeobachten. „Im Winter sehen wir eigentlich immer Kegelrobben“, so Schernus. „Die Zahlen melden wir dann ans Meeresmuseum in Stralsund.“

Erstmaliger Wettbewerb

Der „Ort der biologischen Vielfalt“ wird in diesem Jahr erstmals gesucht. Die Greifswalder Michael Succow Stiftung hat die Organisation dieses Wettbewerbs übernommen.

Ausgezeichnet wird die Gewinnergemeinde am Tag der Biologischen Vielfalt am 22. Mai mit der Pflanzung einer Winterlinde als Baum des Jahres 2016. Die Gewinnergemeinde wird Austragungsort des kommenden Festes der Biologischen Vielfalt.

Der Wettbewerb ist Teil des Projekts „Schatz an der Küste“ der Ostseestiftung. Das Projekt ist in das Bundesprogramm zur Biologischen Vielfalt eingebettet.

30 Regionen hat das Bundesamt für Naturschutz als „Hotspot der biologischen Vielfalt“ ausgewählt, drei davon liegen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie zeichnen sich durch besonderen Reichtum an seltenen Tier- und Pflanzenarten aus.

Neun Projektpartner arbeiten im Verbundvorhaben „Schatz an der Küste“ zusammen. Während der Projektlaufzeit soll die naturraumtypische Vielfalt der Landschaften, Lebensräume und Lebensgemeinschaften des Hotspots 29 erlebbar gemacht und langfristig erhalten werden. Das 121 000 Hektar große Gebiet reicht von östlich von Rostock bis zur Westküste Rügens.

Die Ostseestiftung als koordinierende Stelle des Verbundvorhabens will mit den Verbundpartnern sowie vielen regionalen Akteuren die Einzigartigkeit des Hotspot 29 sichern.

Von Robert Niemeyer und Anne Ziebarth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ribnitz-Damgarten
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.