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Pastor betrogen: 47-Jähriger verurteilt

Ribnitz-Damgarten Pastor betrogen: 47-Jähriger verurteilt

Wer einen Pastor betrügt, zieht nicht nur den Zorn Gottes auf sich, er bekommt es auch mit gänzlich irdischer Rechtsprechung zu tun.

Ribnitz-Damgarten. Wer einen Pastor betrügt, zieht nicht nur den Zorn Gottes auf sich, er bekommt es auch mit gänzlich irdischer Rechtsprechung zu tun. So musste sich ein Dresdener vor dem Amtsgericht Ribnitz-Damgarten verantworten. Angezeigt hatte ihn der Zingster Pastor. Der 47-jährige Tobias S.*, der mit seinen drei Kindern im Ostseeheilbad im Urlaub war, hatte sich im August vergangenen Jahres von ihm 90 Euro geliehen. Die Begründung: Er müsse mit seinen Kindern, von denen eins schwer behindert ist, dringend nach Hause, habe aber sein Bargeld verloren. Das Geld benötige er fürs Tanken. Am Geldautomaten habe er drei mal die falsche Pin eingegeben, sein Konto sei gesperrt. Als Pfand hinterließ er sein Smartphone und schrieb zudem einen Schuldschein. Die 90 Euro sah der Pastor allerdings nicht wieder.

„Es können wirklich Menschen in Not geraten, und die werden dann durch so eine Erfahrung, die man gemacht hat, abgewiesen. Deshalb habe ich mich entschlossen, Anzeige zu erstatten“, erklärte der 58-Jährige Pastor. „Es geht um das neunte Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen.“ Er habe dem Mann geglaubt und vertraut, sei aber enttäuscht worden.

Tobias S. räumte die Tat ohne Umschweife ein. Er sei in einer Notsituation gewesen. Sein ganzes Bargeld — knapp 400 Euro — sei weg gewesen. Als er Geld abheben wollte, war dies nicht möglich. „Es gab eine Pfändung vom Arbeitsamt. Das war mir aber zu unangenehm, deshalb habe ich gesagt, dass ich die Pin falsch eingegeben hätte.“ In Dresden angekommen, habe er seine Arbeit und seine Wohnung verloren. Er habe das Geld zurückzahlen wollen, aber es ging nicht. „Natürlich hätte ich mich bei dem Pastor melden müssen“, sagte der Angeklagte. „Ich habe das Geld aber wirklich fürs Tanken genommen.“

Der Mann war in der Vergangenheit schon mehrfach wegen Betrugs verurteilt worden und saß auch schon im Gefängnis. In den vergangenen fünf Jahren gab es aber keine Eintragungen mehr, weshalb das Verfahren eingestellt wurde. Einzige Auflage war, das Geld innerhalb von zwei Wochen zurückzuzahlen.

*Name geändert

Von Anika Wenning

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