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300 Rostocker demonstrieren für Erhalt aller Sparten am Theater

Rostock 300 Rostocker demonstrieren für Erhalt aller Sparten am Theater

Neues Konzept sieht Reduzierung des Schauspiels vor — Strukturen am Volkstheater sollen erhalten bleiben / Dennoch Protest auf Neuem Markt / Mehr Bürgerbeteiligung gefordert

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Das Schauspiel ist für diesen Standort enorm wichtig. Ein Opernhaus wird auf Dauer nicht finanzierbar sein.“Gisela Wirth (70), Rostock

Rostock. „Theater für eine lebenswerte Stadt“, „Theater muss sein“ und „Kultur bedeutet Investition“: Mit Schildern und Sprüchen haben rund 300 Rostocker am Sonnabend auf dem Neuen Markt für den Erhalt der vier Sparten am Volkstheater demonstriert. Sie fordern Stadtvertreter und Landespolitiker auf, Beschlüsse zum Erhalt eines Vier-Sparten-Theaters zu fassen. Einige Protestler gehen sogar noch weiter: „Brodkorb, Methling, Sellering raus“, steht auf ihren Schildern.

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Das Schauspiel ist für diesen Standort enorm wichtig. Ein Opernhaus wird auf Dauer nicht finanzierbar sein.“Gisela Wirth (70), Rostock

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Stellvertretend für viele sagt Demonstrant Hans Rautenberg (77) aus Reutershagen: „Ich wünsche mir das, was Intendant Sewan Latchinian vorgeschlagen hat. Ein Theater mit vier Sparten. Und nicht etwa ein Rumpftheater mit zwei Sparten.“

Latchinian selbst ist auch auf dem Neuen Markt. Er sagt, er sei von Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) aufgefordert worden, ein Papier zur Umwandlung des Theaters in ein reines Opernhaus mit nur einer Sparte vorzulegen. Das habe Latchinian nun getan. In dem Papier stehe jedoch, dass der Umbau zu einem reinen Opernhaus teurer sein würde als das jetzige Viersparten-Theater. Denn: Oper, Musical und Musiktheater seien grundsätzlich aufwendiger und teurer als Schauspiel und Tanz. Dafür würden dann aber die Sparten Schauspiel und Tanz fehlen, die völlig abgeschafft werden sollten. „Das ist nicht nach meinem Geschmack. Das heißt, das komplette Schauspielensemble müsste im Sommer 2017 entlassen werden, und außerdem das Tanztheater. Ohne mich. Sollte es soweit kommen, bin ich weg“, sagt Latchinian. Beifall auf dem Neuen Markt. Direkte Worte findet Antje Jonas, Vorsitzende der Freunde und Förderer des Volkstheaters: „Wir sind nicht mehr bereit, Umstrukturierungen sprachlos zur Kenntnis zu nehmen.“ Sie fordert, dass die Bürger endlich am Prozess beteiligt werden, wie es die Bürgerschaft 2015 beschlossen habe. „Wir haben viele Fragen, die wir beantwortet wissen wollen. Etwa das neue Konzept zur Zukunft des Volkstheaters, über das der Aufsichtsrat beraten hat. Das soll allen Bürgern zugänglich gemacht werden“, sagt Jonas. Die Forderungen sollen als offener Brief an die Bürgerschaftsmitglieder gerichtet werden.

Der Aufsichtsrat des Volkstheaters hat am Donnerstag einstimmig für ein Papier des kaufmännischen Geschäftsführers Stefan Rosinski gestimmt. Demnach sollen Orchester und Musiktheater gestärkt, die Tanzsparte erhalten und das Schauspiel reduziert werden. Das Konzept wird derzeit inhaltlich von der Stadt bewertet. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) sieht in dem Papier jedoch ein „Unsicherheitspotenzial“ — bei der Finanzierung bis ins Jahr 2021. Fragezeichen bleiben laut Brodkorb bei den Einnahmen und Ausgaben sowie bei einer Beteiligung des Landkreises an der Finanzierung des Theaters in der Hansestadt.

 



Mathias Otto

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