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Anlieger der Buchenstraße fordern Tempo 30-Zone

Prerow Anlieger der Buchenstraße fordern Tempo 30-Zone

In der Sitzung der Gemeindevertreter gab es harsche Kritik von Anwohnern an Plänen der Mehrheitsfraktionen, den westlichen Abschnitt der Buchenstraße als verkehrberuhigten Bereich auszubauen. Ausschreibung und Vergabe sehen eine Tempo 30-Zone vor.

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Um die Art des Ausbaus des westlichen Teils der Buchenstraße in Prerow ist ein Streit entbrannt.

Quelle: Richter, Timo

Prerow. Kein Einvernehmen bei Ausbau der Buchenstraße in Prerow (Vorpommern-Rügen). Während die Bürgermeisterfraktion Prerows Zukunft auf den beschlossenen Ausbau der Straße ab Hagenstraße in Richtung Westen als Tempo 30-Zone mit einem von der Fahrbahn getrennten Gehweg favorisiert, will die Mehrheit aus Gewerbeverein und Handwerker den Ausbau als verkehrsberuhigte Zone, gemeinhin als Spielstraße bekannt. In einer gut einstündigen internen Gesprächsrunde vor der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstag konnte kein Konsens erzielt werden.

Nur Planungsgröße

In der Fragestunde machten verschiedene Anwohner ihrem Ärger über die harte Haltung der Mehrheitsfraktionen Luft. Manchem stockte ungläubig der Atem, als der erste stellvertretende Bürgermeister Andreas Meller (Gewerbeverein) und Sprachrohr beider Fraktionen das Ansinnen begründete: Schließlich wurde 2010 ein Beschluss gefasst, wonach mit Ausnahme der Hauptachsen sämtliche Straßen zu verkehrsberuhigten Zonen ausgebaut werden sollten. Als 2015 dann die Straße mit separatem Gehweg geplant wurde sei das nur als „Planungsgröße“ angesehen worden. „Es war nicht bekannt, dass diese andere Planung kommt.“ Im Februar 2017 sei der Ausbau beschlossen worden, allerdings mit dem Hinweis auf spätere Änderungen.

Ortsentwicklung

Der Beschluss 2010 sei ohne Bürgerbeteiligung, ohne Beratung in Ausschüssen mit „heißer Nadel gestrickt“ verabschiedet worden. Ursprünglich war auch die Grüne Straße, eine Hauptachse, als spätere Spielstraße eingestuft worden, ergänzte Bürgermeister René Roloff (Prerows Zukunft). Inzwischen habe sich das Ostseebad entwickelt, es gebe mehr Autoverkehr und vor allem viel mehr Radfahrer. Außerdem sei mit dem gerade erfolgten unwidersprochenen Ausbau der Hagenstraße nicht als verkehrsberuhigte Zone der Argumentation Mellers völlig inkonsequent gehandelt worden.Henry Plotka zitierte Meller unwidersprochen aus der internen Runde, wonach die Mehrheit wisse, was gut für die Anwohner sei. Die, zitierte Plotka weiter, würden den Ausbau als verkehrsberuhigte Zone später schon zu schätzen wissen. Aber: Nahezu sämtliche Betroffene haben sich mit einer Unterschriftenliste für den Ausbau des westlichen Abschnitts der Buchenstraße zu einer Tempo<TH>30-Zone mit von der Fahrbahn getrenntem Gehweg ausgesprochen. Gewerbeverein und Handwerker seien wohl schlauer als die Anlieger, stellte Plotka fest. Und Erfahrungen zeigen, dass nach dem Ausbau einer Straße gegen den Wunsch der Anlieger Klagen wegen Tempoüberschreitungen zunähmen, so Roloff.

Hohe Unfallgefahr

Kritik gab es auch vonseiten des Seniorenbeirats. Elfi Witt erinnerte an Monate ohne Zweifel an dem beschlossenen Ausbau. Erst mit der Ausschreibung wurden Bedenken geltend gemacht. „Diese Arroganz ärgert mich maßlos. “ Außerdem verwies sie auf Studien, wonach sich so lange verkehrsberuhigte Zonen als unfallträchtig herausgestellt hätten. Denn: Kaum ein Autofahrer würde sich in einer Spielstraße an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit halten. Fußgänger auf der Fahrbahn seien somit besonderen Gefahren ausgesetzt. Die Tempoübertretungen hatte im Vorfeld der Fragestunde auch Andreas Meller erwartet. Elfi Witt zeigte sich überzeugt, dass die Einhaltung von Schritttempo nicht durchzusetzen sei.Die von den Fraktionen Gewerbeverein und Handwerker beschriebene Variante einer gemeinsamen Verkehrsfläche für Fußgänger und Autofahrer mit teilweiser Trennung durch Pflanzinseln sei ja schon mal gar nicht machbar, ergänzte die Vertreterin des Seniorenbeirats. Etliche Spielstraßen seien von Gerichten wegen baulicher Mängel nachträglich zu Tempo 30-Zonen umgewandelt worden.

Abschied von Entlastung

Die Buchenstraße wird nicht allein vom Seniorenbeirat als Durchgangsstraße eingestuft. Bei einem Ausbau als Spielstraße gehe eine erhoffte Entlastung der Waldstraße von weiter zunehmendem Verkehr verloren. Selbst Anwohner im westlichen Teil würden die Waldstraße als Zufahrt wählen, zeigten sich Betroffene überzeugt. Eine erhoffte Entlastung der Waldstraße wäre damit erst einmal wenig wahrscheinlich.Roloff betonte in dem Zusammenhang die Unsicherheit für Planer und Baufirma, wenn es entgegen des Beschlusses und der erfolgten Ausschreibung und Vergabe so erhebliche Änderungen gebe. Anwohner protestierten vehement, dass nachträglich überhaupt noch so weitreichende Abänderungen zum Beschluss möglich seien. Unklar ist derzeit, wie es in dieser Frage weitergehen soll. Die Gemeindevertreter sind nun erst einmal in der Sommerpause, entscheiden könnte der Hauptausschuss.

Timo Richter

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Prerow
Ein Streit ist um Art des Ausbaus der Buchenstraße in Prerow entbrannt.

Trotz beschlossener Ausschreibung und Vergabe für den zweiten Bauabschnitt zum Ausbau der Buchenstraße in Prerow zu einer Tempo 30-Zone mit Gehweg will der stellvertretende Bürgermeister den Ausbau als verkehrsberuhigten Bereich.

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