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Bauaufsicht geschlossen: Unmut in Ribnitz

Ribnitz-Damgarten Bauaufsicht geschlossen: Unmut in Ribnitz

Mitarbeiter des Kreisbauamtes sind nach Grimmen gezogen / Landkreis sucht eine neue Immobilie in Bernsteinstadt / Auf lange Sicht sollen alle Bereiche aber nach Stralsund ziehen

Ribnitz-Damgarten. Die Kreisverwaltung in der Bernsteinstadt dünnt weiter aus. Die Mitarbeiter der Bauordnung West in Ribnitz sind nach Grimmen umgezogen. Für die Menschen in der Region zwischen Fischland-Darß-Zingst und Barth, die in der Baubranche tätig sind oder selbst bauen, verlängern sich die Fahrwege nun erheblich.

Der Rückzug aus der Bernsteinstadt – obwohl bekannt – kam plötzlich. Zwei Tage vor dem Umzug gab es eine einsilbige Mitteilung aus der Kreisverwaltung in Stralsund. Bis zum 7. Oktober seien die Mitarbeiter in Grimmen wegen des Umzugs „nur eingeschränkt verfügbar“, hieß es dort unter anderem.

Im Ribnitz-Damgartener Rathaus sorgt das Hauruck-Verfahren für Unmut. „Das war von unserer Seite so nicht geplant. Wir wollten über den Umzug gemeinsam öffentlich informieren, damit die Menschen in der Region Bescheid wissen. Das wurde jetzt nicht berücksichtigt. Traurig!“, sagt der Ribnitz-Damgartener Bauamtsleiter Heiko Körner enttäuscht. Er fürchtet „massive Einschnitte im Leistungsbereich der Bauwirtschaft“. Die Stadtverwaltung habe immer gegen einen Abzug der Kreisbauaufsicht argumentiert. Gerade in Ribnitz-Damgarten und auf der Halbinsel werde sehr viel gebaut. Die Konjunktur brummt.

Das schlägt sich auch in Zahlen nieder. Zwischen 500 und 550 Bauanträge sowie 100 bis 150 Bauvoranfragen wurden pro Jahr von den Mitarbeitern der unteren Bauaufsicht Ribnitz-Damgarten bearbeitet.

Die Behörde hat unter anderem die Aufgabe zu überwachen, ob die Bauausführung mit den Antragsunterlagen übereinstimmt.

Beim Landkreis Vorpommern-Rügen steht die Zusammenarbeit der Abteilung im Vordergrund: „Es ist günstiger, den ganzen Baubereich in Grimmen jetzt in einem Haus zu haben. Denkmalbehörde, Umweltabteilung und so weiter“, sagt Sprecher Olaf Manzke. Der Wegzug aus Ribnitz sei bereits über ein Jahr im Gespräch gewesen. Dass man erst so kurzfristig noch mal darüber informiert habe, nannte er „unglücklich“. Aus seiner Sicht müssten vor allem Architekten und Bauingenieure den Fahrweg nach Grimmen auf sich nehmen. Der „normale Bürger“ komme eher selten in die Behörde.

Ein Fakt, den der Ribnitzer Architekt Gunnar Stendel so nicht bestätigen kann. „Ich bin mindestens alle zwei Wochen da gewesen und in der Bauaufsicht war immer Betrieb, das wurde intensiv genutzt, auch Bauwillige und Bauherren wollen sich da informieren“, sagt der Chef des Architekturbüros Stendel. „Ich sehe den Mehrwert an keiner Stelle, nach Grimmen fährt man lange. Vom Darß aus, wo viel gebaut wird, ist es richtig weit.“ Er lobt zudem die „hervorragende Zusammenarbeit“ der Mitarbeiter in Ribnitz.

Ähnlich äußert sich Heiko Körner. „Die Kooperation lief ausgezeichnet, innerhalb von sechs Monaten waren Bauleitverfahren beendet. So schnell wie hier habe ich das noch nirgendwo erlebt“, betont der Ribnitzer Bauamtschef. Den bauwilligen Bürgern, denen keine direkten Ansprechpartner mehr vor Ort zur Verfügung stehen, sei es schwer zu vermitteln, wenn es nun unter Umständen alles länger dauern werde. Die Beratung der Bürger könne das städtische Bauamt keinesfalls mit übernehmen.

Eine andere Frage, die sich viele stellen: Werden noch mehr Bereiche aus Ribnitz-Damgarten abgezogen? Nein, sagt Sprecher Olaf Manzke. Die Kfz-Zulassungs- und Führerscheinangelegenheiten würden weiter in Ribnitz bearbeitet. Auch ein Teil des Veterinäramtes sitzt weiter in der Damgartener Chaussee 40 sowie der Bürgerservice. „Anträge können zum Beispiel beim Bürgerservice abgegeben werden“, erklärt Manzke. Dieser soll an allen Standorten künftig noch ausgebaut werden.

Dennoch, sagt Manzke, sei langfristig in Vorpommern-Rügen eine Zentralisierung geplant. „Der generelle Trend ist es schon, irgendwann auf lange Sicht alles – außer dem Bürgerservice – in Stralsund anzugliedern“, sagt der Kreissprecher. Dazu seien aber erst bauliche Änderungen nötig. Aus jetziger Sicht habe das Landratsamt im Carl-Heydemann-Ring gar nicht die Kapazitäten die zusätzlichen Mitarbeiter aufzunehmen. In Ribnitz-Damgarten gibt es bereits jetzt Pläne für ein neues Domizil für die verbliebenen Mitarbeiter der Kreisverwaltung und die 63 Angestellten des Jobcenters. Manzke bestätigte, dass man sich derzeit nach möglichen Immobilien in der Stadt umschaue. Im Gespräch sei unter anderem das Gebäude des Amtsgerichtes, das nach seiner geplanten Schließung 2017 frei werde.

Virginie Wolfram

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