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„Ich möchte eine Stimme für Vorpommern sein“

Tribsees „Ich möchte eine Stimme für Vorpommern sein“

Die OZ stellt die Direktkandidaten für die Landtagswahl am 4. September vor / Heute Wenke Brüdgam (Linke)

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Wenn es ihre Zeit erlaubt, ist Wenke Brüdgam auf dem Sportplatz zu finden. Dort trainiert sie die G-Junioren des Tribseeser SV, und bolzt auch oft mit den etwas größeren Jungen, wie hier mit Matteo Preuß und Luc Tristan Lieckfeldt (beide 8).

Quelle: Reinhard Amler

Tribsees. Für Linken-Politikerin Wenke Brüdgam wird der Sonntag zur Zitterpartie. Denn nach den letzten Hochrechnungen kommt ihre Partei nur auf elf Sitze im neuen Landtag. Die 31-Jährige hat aber Listenplatz 13.

Biografisches

Wenke Brüdgam ist Jahrgang 1984. Sie ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet derzeit als Projektreferentin beim Landesfrauenrat Mecklenburg-

Vorpommern in Rostock.

Sie hat zwei Kinder, ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Tribsees.

„Würde ich gewählt, wäre ich eine Stimme für Vorpommern“, erklärt sie selbstbewusst „Denn in Schwerin muss endlich erreicht werden, dass sich die Verhältnisse zwischen Mecklenburg und Vorpommern angleichen“, betont sie. „Hier gibt es noch große Unterschiede.“ Wenke Brüdgam, die auch im Kreistag Vorpommern-Rügen sitzt, kommt aus Tribsees, weiß also, wovon sie redet. Denn das 2000 Einwohner zählende Städtchen hat nach der Wende so ziemlich alles verloren. Wer heute hier noch Arbeit hat, pendelt meist. „Die Stadt stirbt aus“, beobachtet die Mutter zweier sechsjähriger Mädchen. Auch deshalb hat sie sich mit ihrer Familie entschieden, hier zu leben und sich zu engagieren. Im Sportverein trainiert sie die G-Jungen im Fußball. Der Sportplatz sei ohnehin ihr zweites Zuhause, sagt sie.

„Das Land spart sich auf Kosten der Kommunen gesund, ist ein weiterer Kritikpunkt, der Wenke Brüdgam motiviert, nach Schwerin zu gehen. Warum siedeln sich bei uns so wenig Familien an? Warum kommen kaum junge Leute, die einst weggezogen sind, wieder zurück, fragt sie. „Weil bei uns das Lohnniveau eine Katastrophe ist“, beantwortet sie sich die Fragen selber. „Die Leute haben nunmal einen Anspruch ans Leben. Und der ist im Land vielfach nicht zu realisieren.“ Selbst im Tourismusgebiet Darß-Zingst, erklärt sie. Dort gibt es zwar im Sommer viel Arbeit. Aber was ist im Winter?

Wenke Brüdgam, die in Semlow aufwuchs und in Ribnitz-Damgarten zur Schule ging, möchte mithelfen, jungen Leuten wieder Perspektiven zu geben. „Ich kenne den ländlichen Raum als Kind, als Jugendliche und jetzt als Familie“. „Daher weiß ich auch, dass er gestärkt gehört.“ Selbst wenn eine Kita zehn Stunden geöffnet hat, womit wir uns immer brüsten, reicht die Zeit für eine alleinerziehende Mutter, die in Vollzeit arbeitet und pendeln muss, oft nicht aus. Also kann sie nicht in Vollzeit arbeiten und rutscht in der Lohnspirale nach unten Solche Zusammenhänge finden ihrer Meinung nach im Land kaum Beachtung, meint Wenke Brüdgam.

Natürlich wird sie an ihren Wahlkampfständen auch auf Flüchtlinge angesprochen. „Auf keinen Fall dürfen sie gegen sozial Schwache ausgespielt werden“, betont sie. Das sei das Schlimmste, was passieren kann. Auch Wenke Brüdgam beobachtet in den Gesprächen immer wieder, dass Leute Angst haben. Vor ihrer Zukunft. Und auch wenn manches unbegründet ist, müsse man die Sorgen ernst nehmen, sagt sie. Die Linken-Politikerin fordert deshalb eine vernünftige Integrations- und Migrationspolitik. „Hier steht auch das Land vor einer riesigen Aufgabe“, sagt Wenke Brüdgam. Die Tribseeserin will sich gern dabei einbringen. Reinhard Amler

OZ

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