Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Jobcenter soll ins Amtsgericht ziehen

Ribnitz-Damgarten Jobcenter soll ins Amtsgericht ziehen

Entscheidung des Kreisausschusses stößt im Ribnitzer Rathaus auf Unverständnis

Voriger Artikel
Rolle rückwärts zu Vier-Säulen-Modell
Nächster Artikel
Stadt soll 4,7 Millionen Euro nachzahlen

Das Amtsgericht zieht zum 1. März aus Ribnitz weg, der Landkreis zieht in das Gebäude ein.

Quelle: Foto: Robert Niemeyer

Ribnitz-Damgarten. Das Kommunale Jobcenter Ribnitz-Damgarten soll vom Musikantenweg in das Gebäude des Amtsgerichtes, das zum 1. März schließt, umziehen. In das Gebäude soll auch der Bürgerservice des Landkreises einziehen, der sich derzeit noch in der Damgartener Chaussee befindet. Die Entscheidung, beide Ämter im Amtsgerichtsgebäude zusammenzuziehen, war in der Sitzung des Kreisausschusses am Montagabend gefallen.

OZ-Bild

Entscheidung des Kreisausschusses stößt im Ribnitzer Rathaus auf Unverständnis

Zur Bildergalerie

Landrat Ralf Drescher (CDU) informierte persönlich noch am Montagabend am Telefon und dann gestern Vormittag ausführlich während eines Treffens im Ribnitzer Rathaus den stellvertretenden Bürgermeister Heiko Körner über die Entscheidung des Ausschusses. Der Mietvertrag mit dem privaten Vermieter des Amtsgerichtsgebäudes im Scheunenweg 10 soll über 20 Jahre laufen, mit der Option auf Verlängerung um zweimal fünf Jahre. „Damit wäre der Standort der Kreisverwaltung in der Bernsteinstadt langfristig gesichert“, machte Drescher deutlich.

Das nehme man auch positiv zur Kenntnis, sagte Körner. Dennoch verbarg er nicht seine große Enttäuschung über diese Entscheidung, denn in wirtschaftlicher Sicht stelle diese die Stadt vor große Probleme. Der Grund: Das Gebäude im Musikantenweg gehört der Kommune. Wenn das Jobcenter dort auszieht und der Kreis künftig keine Miete mehr zahlt, werde das den ohnehin bereits angespannten Haushalt der Stadt sehr belasten, machte der stellvertretende Bürgermeister deutlich. Immerhin gehe es um rund 170 000 Euro im Jahr.

„Es ist schade, dass der Kreis mit so spitzem Bleistift gerechnet hat und sich für einen privaten Vermieter und nicht für die Stadt Ribnitz-Damgarten als kommunalen Vermieter entschieden hat. Das müssen wir erst mal sacken lassen.“ Man müsse aber nach vorn schauen, sagte er weiter. „Wir werden uns umgehend auf die Suche nach einem Nachnutzer für das Gebäude im Musikantenweg machen.“ Da könnte unter anderem das Thema Wohnen eine Rolle spielen.

Manfred Widuckel, Vorsitzender des Bau- und Wirtschaftsausschusses, betont, dass man die Stadtverwaltung bei ihren Bemühungen unterstützen werde. „Ribnitz-Damgarten ist als Wohnstandort sehr gefragt.

Deshalb sollte geprüft werden, ob sich das Gebäude eignet, um hier attraktive Wohnungen zu schaffen.“ Er werde das Thema in die nächste Sitzung des Ausschusses einbringen, kündigte Widuckel an.

Ebenso wie Körner zeigte auch er sich enttäuscht über die Entscheidung des Kreisausschusses, die mitten in die Haushaltsdiskussion hineingeplatzt ist. Drescher machte deutlich, dass sich der Landkreis zwingend nach den Grundsätzen einer geordneten Haushaltswirtschaft zu entscheiden habe. Dies bedeute, dass beim Vergleichen mehrerer geeigneter Angebote der Kostenfaktor eine wesentliche Rolle spiele. Aus diesem Grund habe die Verwaltung dem Kreisausschuss vorgeschlagen, einen Mietvertrag über die Immobilie im Scheunenweg 10 abzuschließen.

Der Landrat betonte, dass mit dem Umzug der Außenstellen in den Scheunenweg 10 die Angebote des Bürgerservice ausgebaut werden sollen. Deren Mitarbeiter erledigen bereits Aufgaben der Zulassungsbehörde und Fahrerlaubnisbehörde und stehen den Bürgern auch beim Thema „Bildung und Teilhabe“ zur Verfügung. Künftig werden im Bürgerservice auch Antragsformulare ausgegeben, angenommen und weitergeleitet.

Die Besucher erhalten weiterhin Erstberatung und Hilfestellung beim Ausfüllen von Anträgen, zum Beispiel auf Gewährung von Sozialhilfe, Unterhaltsvorschuss, Blindengeld, Wohngeld/Mietzuschuss, und sie finden hier auch Ansprechpartner, wenn es um das Thema Bauanträge geht.

Überdies sollen künftig im Bürgerservice unter anderem solche Leistungen angeboten werden wie die Annahme und Weiterleitung von Widersprüchen sowie Beglaubigung von Dokumenten und Unterschriften. Der Landrat kündigte weiter an, dass im Bürgerservice Mitarbeiter aus den Bereichen Bauleitplanung und Bauverwaltung bei Bedarf Sprechstunden abhalten werden, auch für Kommunen. Außerdem werden Mitarbeiter vom Gesundheitsamt, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt sowie Jugendamt und Sozialamt regelmäßig in Ribnitz-Damgarten sein. Spätestens im September dieses Jahres sollen Bürgerservice und das Jobcenter am neuen Standort im Scheunenweg 10 ihre Arbeit aufnehmen, kündigte Ralf Drescher an.

Edwin Sternkiker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bobitz
Die provisorisch aufgestellte „Sitzgelegenheit“ an der Bushaltestelle in Scharfstorf soll durch eine Bank ersetzt werden. 1500 Euro sind dafür in den defizitären Haushalt der Gemeinde Bobitz eingestellt.

Das Eigenkapital schrumpft Jahr für Jahr, die Ausgaben in der nordwestmecklenburgischen Gemeinde Bobitz steigen. Kein Vorhaben kann ohne Kredit finanziert werden.

mehr
Mehr aus Politik
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.