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Jugendamt: „Wir sind keine Kinderklauer“

Rostock Jugendamt: „Wir sind keine Kinderklauer“

Die Jugendhilfe möchte heute Ziele für ihre Arbeit bis 2020 formulieren / Dabei gibt es Einblicke in ihr Aufgabenfeld

Rostock. . Die Rostocker Jugendhilfe möchte sich für die Zukunft wappnen. In einem Workshop werden heute 50 bis 60 Vertreter der Verwaltung und des Jugendhilfeausschusses über ihre Arbeit in den kommenden Jahren zu sprechen.

 

OZ-Bild

Das große Ziel von Hilfe ist die Reduzierung des Hilfebedarfs.“Steffen Bockhahn (Linke)

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„Wir wollen herausfinden, ob das Angebot des Jugendamtes den kommenden Entwicklungen entspricht oder wo wir etwas ändern müssen“, erklärt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Welche Ziele man sich bis 2020 setzen möchte, sei noch offen. An der heutigen Arbeitsbesprechung kann er zwar nicht teilnehmen, er ist sich jedoch bewusst: Die Jugendhilfe steht vor neuen Herausforderungen.

„Die Ideen von vor 20 Jahren müssen nicht mehr aktuell sein“, sagt der Sozialsenator. Mittlerweile arbeiten mehr Mütter, es gibt häufiger getrennt lebende Eltern und Patchwork-Familien. Solch unterschiedliche Lebensmodelle hätten längst die Hansestadt erreicht.

„Es geht nicht nur um sozialschwache Familien. Einige Eltern arbeiten so viel, dass sie deswegen ihre Kinder zum Teil vernachlässigen oder überfordert sind.“ Das sei ein Problem, das es vor 15 Jahren noch nicht in der heutigen Ausprägung gegeben habe. „Auch auf solche Veränderungen müssen wir uns einstellen“, betont der Sozialsenator.

Ein neuer Trend in Rostock gehe auch dahin, dass ein Elternteil beruflich in die Teilzeit geht und der andere ganztags arbeitet. „Wir wissen noch nicht, inwiefern das die Arbeit des Jugendamtes verändern wird“, erklärt auch der Jugendhilfeplaner Robert Petzold. Der Worksop sei wichtig, um sich diesen Fragen zu stellen.

Die gesellschaftliche Sicht auf das Jugendamt ist immer wieder ein Thema. „Wir sind keine Kinderklauer“, betont Bockhahn. Die Jugendhilfe setze nicht erst bei extremen Fällen ein. Petzold fügt hinzu:

„Wir arbeiten vor allem präventiv und wollen verhindern, dass es so weit kommen muss, ein Kind aus seinem familiären Umfeld zu nehmen.“ Das sei erst der letzte Ausweg. „Das ist unser gesetzlicher Auftrag“, erklärt Petzold. Mit der Entscheidung tue man es sich nicht leicht. „Wir müssen uns bei jedem Fall mit dem Gericht auseinandersetzen und unsere Entscheidung bestätigen oder auch ablehnen lassen“, erklärt der Jugendhilfeplaner. 345 Kindeswohlgefährdungen wurden 2015 bearbeitet.

Künftig will man sich noch mehr auf die Vorsorge konzentrieren. Je früher der Bedarf erkannt werde, desto besser. „In den ersten drei Jahren kann man einem Kind und seiner Familie am besten helfen“, so Bockhahn. Es sei dafür wichtig, Hemmschwellen zu überwinden. „Wir wollen zeigen, dass es nicht schlimm ist, Hilfe anzunehmen“, beschreibt er. Es gebe vielfältige Möglichkeiten, wie dies aussehe.

Unter anderem ist das Jugendamt Träger von Kindertagesbetreuungen und stellt Schulsozialarbeiter an 34 Rostocker Schulen.

Für den Workshop haben die Beteiligten große Hoffnungen. „Wir gehen davon aus, das wir sehr weit kommen und Ziele sowie Strategien formulieren können “, so Petzold. Über Finanzen werde man voraussichtlich nicht sprechen. „Das ist immer ein schwieriges Thema“, weiß Bockhahn. Das Geld sei knapp, daher werde man auch in Zukunft sparsam sein müssen. „Wir sind aber sehr gut, in dem was wir tun“, erklärt Bockhahn.

Von Johanna Hegermann

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