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Jugendkunstschule: Wir fühlen uns im Stich gelassen

Aus dem Kreistag Vorpommern-Rügen: Frust bei Kunstschule, Lösung für Busverkehr Jugendkunstschule: Wir fühlen uns im Stich gelassen

Kreistag ist dagegen, die Einrichtung pauschal mit 50 000 Euro zu unterstützen

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Tanja Pfefferlein (37) leitet die Jugendkunstschule Vorpommern-Rügen. FOTO: MARLIES WALTHER

Stralsund. Die Jugendkunstschule Vorpommern-Rügen fühlt sich vom Landkreis finanziell im Stich gelassen. Der Kreistag hat sich am Montagabend in Stralsund dagegen entschieden, der Einrichtung pauschal eine bestimmte Fördersumme zur Verfügung zu stellen. Stattdessen sollen Projekte einzeln beantragt werden. Der Barther Bürgermeister Stefan Kerth (SPD) sagte, die Anträge sollen von der Kreisverwaltung „wohlwollend“ bearbeitet werden.

Nach Angaben von Leiterin Tanja Pfefferlein bedeutet das in der Praxis erhebliche Nachteile für die Jugendkunstschule. Der Aufwand sei so viel größer, etliche Regeln und Fristen müssten bei jedem einzelnen Projekt eingehalten werden. „Uns fehlt die Planungssicherheit. Das ist ein Nein des Landkreises zur Jugendkunstschule“, sagte Tanja Pfefferlein.

Der Landkreis hat im Haushalt für kommendes Jahr insgesamt 195 000 Euro für die Förderung von Kultur jeder Art eingeplant. Dieser Topf war zuletzt um 50 000 Euro erhöht worden – um die Jugendkunstschule zu unterstützen, aber auch andere Projekte.

Die Fraktion der Grünen wollte erreichen, dass dieses zusätzliche Geld ausschließlich und unbürokratisch der Jugendkunstschule zur Verfügung gestellt wird. Dafür fand sich jedoch keine Mehrheit. „Wir wollen, dass Jugendkunst gefördert wird. Aber wir wollen keine institutionelle Förderung“, sagte der Stralsunder CDU-Politiker Ronald Zabel.

Maik Hofmann (Bürger für Stralsund) bezeichnete die getroffene Regelung in seiner Rede als „unhaltbar“. Sie führe nur zu mehr Aufwand und Bürokratie. „Wir wissen nicht, ob das Geld am Ende wirklich ankommt. Mir ist das zu wackelig“, sagte er.

Drei Stralsunder Vereine hatten im Dezember 2015 die Jugendkunstschule gegründet. 53 Kurse wurden in diesem Jahr an acht verschiedenen Orten in der ganzen Region angeboten. Die Projekte reichen von Tanz über Theater bis zur bildenden Kunst.

Kreistag befürwortet Haushalt für 2017

Der Kreistag Vorpommern-Rügen hat den Haushalt für das Jahr 2017 mit großer Mehrheit beschlossen. Thomas Würdisch (SPD), Vorsitzender des Finanzausschusses, hob in seiner Rede hervor, dass die Kreisumlage für die Gemeinden konstant bleibt. Gleichzeitig bemängelte er, dass es zu wenig Investitionen gebe. Noch weiter ging Claudia Müller (Grüne), die das Papier wegen des mangelnden Gestaltungsspielraums als einen „Haushalt der Not“ bezeichnete.

Alexander Müller

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