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Körkwitzer bangt um das Wohl seiner Tochter

Körkwitz Hof Körkwitzer bangt um das Wohl seiner Tochter

Zweimal täglich muss Thomas Trosts Kind die Bushaltestelle nutzen / Das sei schon immer gefährlich, durch die Bauarbeiten aber zu einem Risiko für ihr Leben geworden, sagt er

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Die Ersatzhaltestelle in Körkwitz Hof gilt bis zum Ende der Bauarbeiten zwischen dem Abzweig Klärwerk und der Bäderstraße. Fotos (2): Carolin Riemer

Körkwitz Hof. Gefährliche Situationen gab es beim Überqueren der Bäderstraße in Körkwitz Hof schon immer. Doch nachdem die Bauarbeiten gestern auf der Kreisstraße 1, zwischen dem Abzweig zum Klärwerk und der Landesstraße 21, starteten, bangt Thomas Trost noch mehr um das Leben seiner Tochter.

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Zweimal täglich muss Thomas Trosts Kind die Bushaltestelle nutzen / Das sei schon immer gefährlich, durch die Bauarbeiten aber zu einem Risiko für ihr Leben geworden, sagt er

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Die Haltestelle liegt direkt auf der Landesstraße. Das ist ein Risiko für Leib und Leben.“Thomas Trost, Anwohner Körkwitz Hof

Aufgrund der Vollsperrung musste die Bushaltestelle umziehen, die seine Tochter mindestens zweimal täglich nutzt. Nun befindet sich die Ersatzhaltestelle mitten auf der belebten Landesstraße. Eine Ausweichzone oder eine Bustasche gibt es nicht. Nicht einmal einen Gehweg, auf dem die Fahrgäste auf den Bus warten können. „Meine Tochter muss also zunächst die Straße, die an dieser Stelle dreispurig ist, überqueren und dann im Straßengraben auf den Schulbus warten“, beschreibt er. Er machte sich gestern ein Bild vor Ort. Autos brausen an ihm vorbei, während er ungläubig das Schild „Ersatzhaltestelle“ ansieht. „Das ist doch ein großes Risiko für Leib und Leben“, schimpft der 53-Jährige. An die dunkle Jahreszeit, die vor der Tür steht, mag er gar nicht denken. Die Sanierungsarbeiten dauern bis zum Frühjahr 2017.

Auch als es die Baustelle noch nicht gab, sah er die Gefahr. „Die Autos rasen hier teilweise mit mehr als 100 Sachen an unserem Haus vorbei. Kurz vor dem Blitzer bremsen sie ab, um dann wieder richtig Gas zu geben.“ Mehrfach beantragte Trost in den vergangenen Jahren die Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h im Ortsteil Körkwitz Hof, oder die Installation einer Bedarfsampel.

Erfolglos. „Anscheinend muss erst etwas Schlimmes passieren, damit die Ämter reagieren. Das Leben eines Menschen ist ihnen anscheinend nur wenig wert.“

Doch die Straßenverkehrsbehörde kann keine andere Lösung anbieten. Es wurde absichtlich die breiteste Stelle der Straße für die Ersatzhaltestelle ausgesucht, berichtet der Pressesprecher des Landkreises. Und das möglichst weit von der scharfen Kurve in Körkwitz Hof entfernt, damit Autofahrer die Situation einsehen und reagieren können. „Und um eine Bedarfsampel zu errichten, gibt es an dieser Stelle viel zu wenig Fußgänger“, sagt Olaf Manzke. „Subjektive Sicherheitsbedürfnisse“, nennt er die Angst von Familie Trost. „Wer sich dazu entschließt, außerhalb einer Ortschaft zu leben, muss beim Überqueren der Straße eben besonders vorsichtig sein.“ Der Landkreis könne nicht überall, wo ein Gehöft steht, eine Bedarfsampel errichten oder die Geschwindigkeit auf 30 km/h reduzieren.

„Dann wäre der Verkehrsfluss selbst auf Bundesstraßen erheblich gestört“, erklärt Manzke. Außerdem sei eine Reduzierung der Geschwindigkeit bereits vor Jahren erfolgt. Anstelle von 100 km/h sind in Körkwitz Hof nur noch 60 km/h erlaubt.

In dem Ortsteil muss nur die Tochter von Thomas Trost den Schulbus nutzen, mehr Schulpflichtige gibt es hier nicht. Dafür beherbergt die Familie regelmäßig bis zu zehn Urlaubsgäste in ihren vier Ferienwohnungen. Auch die haben Probleme beim Queren der Straße.

Seit 1996 lebt die Familie an der Bäderstraße, direkt gegenüber dem Blitzer. Damals habe es noch wesentlich weniger Verkehr gegeben. Als seine Tochter kleiner war, fuhren er und seine Frau sie zum Kindergarten und in die Grundschule. Seitdem das Mädchen das Gymnasium in Damgarten besucht, ist das aus zeitlichen und beruflichen Gründen nicht mehr möglich. „Aber die Angst bleibt, auch wenn die Kinder größer werden!“

Familie Trost erlebte etliche Unfälle vor der Haustür. „Der Höhepunkt war ein Fahrer, der es schaffte, mit seinem Auto derart aus der Kurve zu fliegen, dass er mitsamt seinem Fahrzeug bei uns auf der Hecke landete“, erinnert sich der Familienvater. Ihm würde eine große Last von den Schultern genommen, wenn endlich für Sicherheit gesorgt wird. „Das sollte auch im Sinne der Behörden sein.“

Carolin Riemer

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