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Rettungswache wird zu Wohnhaus

Rostock Rettungswache wird zu Wohnhaus

Noch rollen Rettungswagen und andere Fahrzeuge aus dem Haus an der Augustenstraße, doch zukünftig wohnen dort Senioren.

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Die Rettungswache soll ausziehen, dafür entstehen in der Augustenstraße Seniorenwohnungen.

Quelle: Hartmut Klonowski

Rostock. Noch rollen Rettungswagen und andere Fahrzeuge aus dem Haus an der Augustenstraße, doch zukünftig wohnen dort Senioren. Pläne für einen Umbau stellte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) jetzt im Planungs- und Gestaltungsbeirat vor.

Der zeigte sich mit der vorgesehenen Art der Bebauung aber unzufrieden. Noch weniger Zuspruch in dem mit externen Experten besetzten Gremium bekam die Wohnungsgenossenschaft Warnow für ihre Idee eines neuen Gebäudes am Schröderplatz.

Dass das DRK an der maroden Gebäudesubstanz in der Augustenstraße etwas machen muss, steht seit Jahren fest. Von ursprünglichen Plänen, den Rettungs- und Fahrdienst dort zu lassen, habe sich das DRK verabschiedet, erläutert Vorstandschef Jürgen Richter. Entstehen sollen stattdessen 22 Seniorenwohnungen mit zwei oder drei Zimmern, ein Veranstaltungsraum und ein Service-Büro.

Der Bau aus den 1920er Jahren hatte eine wechselvolle Geschichte, bevor das DRK einzog. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gab es gewerbliche Nutzung, später diente der Komplex als Theatergarage, mehrfach wurde erweitert. Außerdem gab dort bis 1976 auch eine Tankstelle.

In jedem Fall steht das Gebäude unter Denkmalschutz, erläutert Architekt Jörn Willert, dass es zunächst Pläne für den kompletten Abriss gegeben habe. „Wir hatten die Auflage einen Teil zu erhalten.“

Deshalb soll die Fassade inklusive sieben Metern des Altbaus stehen bleiben. Dahinter entsteht ein neues Gebäude, welches mit einem auffälligen Überbau angebunden wird. Das sei ein städtebaulich exponiertes Gebäude, das eine „moderne Zutat“ verträgt, erläutert der Architekt.

Genau daran äußerten die Mitglieder des Planungs- und Gestaltungsbeirats jedoch erhebliche Zweifel. Nur einen kleinen Teil des Gebäudes stehen zu lassen, sei eine „Alibi-Scheibe für den Denkmalschutz“, sagte Professor Claus Anderhalten von der Universität Kassel. Dann wäre es besser gleich ganz abzureißen, alles andere sei nur „falsch verstandener Denkmalschutz“. Der Beiratsvorsitzende Klaus-H. Petersen, Stadtplaner aus Lübeck, sieht das genauso. Er regte an, das Gebäude komplett zu erhalten. Dann müsse eine Balance mit dem Neubau gefunden werden. „Ohne viel Dramatik“, wie Klaus-H. Petersen sagte. Kritik gab es aus dem Beirat auch daran, dass der geplante Bau im hinteren Teil zu dicht an die benachbarten Gebäude heranreiche und den Bewohner zu wenig grüne Rückzugsräume blieben.

Grundsätzlich sagte Architekt Jörn Willert zu, die Hinweise aus dem Expertengremium aufzugreifen. Allerdings immer unter der Voraussetzung, dass dann für den Bauherren noch die Wirtschaftlichkeit des Projekts gewahrt bleibe. Komplett durchgefallen sind im Gestaltungsbeirat die ersten Entwürfe zur Bebauung der Ecke Schröderplatz/Friedhofsweg. Seit einem Jahr gehören die Grundstücke der Wohnungsgenossenschaft Warnow.

Diese stellte ein Wohngebäude vor mit einer Fassade, die signalisieren sollte, dass dort einzelne Häuser stehen — obendrauf Glasgeschosse, die das Gebäude der gegenüberliegenden Ostseesparkasse noch überragen sollten. Im Beirat und bei den Zuhörern gab es dafür nur Kopfschütteln.

Hagen Hildebrandt, Vorstand der WG Warnow, nahm die Kritik aus dem Beirat zur Kenntnis und versprach, das Projekt noch einmal komplett zu überarbeiten. „Wir können uns Zeit lassen“, versprach Hagen Hildebrandt.

Planungsbeirat

Der Planungs- und Gestaltungsbeirat tagt vierteljährlich, um Planungen und Bauvorhaben in der Hansestadt früh zu beurteilen. Ziel der Diskussion und Urteilsfindung ist es, Empfehlungen für die Bürgerschaft und ihre Gremien sowie für die Verwaltung der Hansestadt zu erarbeiten und gleichzeitig private Bauherren bei der Gestaltung bedeutsamer Vorhaben zu beraten. Zu ihm gehören Architektin Antje Osterwold (Weimar), Professor Claus Anderhalten (Universität Kassel), Klaus-H. Petersen (Stadtplaner aus Lübeck), Professor Jörg Knieling, (Hafen-City Universität Hamburg) und Professor Cordula Loidl-Reisch (TU Berlin).

Von Thomas Niebuhr

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