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Rostock baut Petritor neu auf: Bürger entscheiden

Rostock Rostock baut Petritor neu auf: Bürger entscheiden

Drei Varianten zur Auswahl / Nun will die Stadt die Meinung der Bürger wissen

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Knapp 100 Zuschauer schauten sich die Petritor-Entwürfe an – mit dabei auch die Architekten Katja Godejohann und Davide Rosa. Alle 63 Pläne sind bis zum 3. Mai im Rathaus zu sehen.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Rostock. Seit dem Mai 1960 klafft eine Lücke in der Stadt-Silhouette Rostocks. In einer Geheimaktion ließen die SEDOberen damals das historische Petritor, eines der ältesten und markantesten Stadttore sprengen. Nach über 50 Jahren will die Hansestadt diese Lücke nun schließen – und seit gestern ist auch klar, wie das Projekt aussehen soll: Oberbürgermeister Roland Methling und Sigrid Hecht, Chefin des stadteigenen Immobilien-Unternehmens KOE, haben gestern die finalen Entwürfe für den Wiederaufbau des Petritores vorgestellt. Einer der drei Siegerentwürfe soll 2019 umgesetzt werden. Welcher genau das sein wird, darüber sollen die OZ-Leser mitentscheiden.

Insgesamt 63 Architekten aus ganz Europa hatten sich an dem Ideen-Wettbewerb für das neue, alte Stadttor beteiligt. Manche Entwürfe orientierten sich stark am Original aus dem 13. Jahrhundert, andere setzten auf etwas komplettes Neues und Modernes. Eine elfköpfige Jury – bestehend aus Mitgliedern der Bürgerschaft, aus Stadtplanern und auch Ortsbeiräten – wählte nun drei Sieger aus. Und die haben alle eines gemein: Im Mittelpunkt steht ein gewaltiger Backstein-Bau – mit einem großen Durchgang und einer weithin sichtbaren Pyramide als mächtigem Dach. Ganz so, wie es früher einmal war.

„Es war eindrucksvoll mit wie viel Fantasie und Sensibilität alle Teilnehmer sich Gedanken um das Petritor gemacht haben“, so Jury- Chefin Ingrid Bacher. Am Ende setzte sich ein Entwurf des Potsdamer Büros Kühn-von Kaehne & Lange durch. Die Jury lobt die Mischung aus moderner und historischer Architektur. Hinter einer neuen Stadtmauer sieht der Vorschlag Wohn- und Bürogebäude im Stil alter Bürgerhäuser vor. In die soll unter anderem der Wirtschaftsförderer Rostock Business einziehen. Zudem wird es einen Saal für Veranstaltungen und Ausstellungen sowie eine Tiefgarage geben.

„Wir haben ganz bewusst einen Entwurf gewählt, der die Erinnerung an das alte Stadttor lebendig hält und gleichzeitig neue Akzente setzt“, so Planer Eberhard Lange. Platz zwei ging an das Büro gmp International GmbH aus Berlin, der dritte Rang an das Planungsbüro Ferrier Architekten GmbH aus Zürich (Schweiz). „Rostock hat sich verpflichtet, einen der drei siegreichen Entwürfe bis zur Baugenehmigung zu begleiten“, so KOE-Chefin Hecht. Das müsse aber nicht Platz eins sein: „Wir wollen jetzt wissen, was die Rostocker denken – welches der drei Tore sie sich für die Silhouette wünschen. Das ist ja ein emotionales Thema.“

Insgesamt soll der Bau rund drei Millionen Euro kosten. Das Geld sei von der Bürgerschaft bereitgestellt worden, bereits 2018 könnten die Arbeiten beginnen. Erste Pläne für einen Wiederaufbau des Tores gab es bereits 1992. Seitdem aber ruhten die Planungen: „In Zeiten, in denen die Hansestadt 100 Millionen Euro Schulden gemacht hat, war an ein solches Projekt nicht zu denken“, so Oberbürgermeister Methling. Nun sei Rostock aber in Kürze schuldenfrei, könne sich das Vorhaben leisten: „Das Petritor wird so auch zum Symbol hanseatischer Selbstständigkeit und Freiheit.“ Und:

„Mein Herz lacht bei dem Gedanken, bald das Tor zu sehen, wenn ich über die Vorpommern-Brücke fahre.“

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Andreas Meyer

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