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Seefahrtschule: Bürgerbegehren scheitert

Wustrow Seefahrtschule: Bürgerbegehren scheitert

Die Rechtsaufsicht fordert ein Nein der Gemeindevertretung zu einem Bürgerbegehren gegen den geplanten Umbau der einstigen Seefahrtschule zu einem Ferienkomplex mit 399 Betten. Eine Initiative will nach Abriss eine kleinteilige Bebauung durchsetzen.

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Die Initiative Neubebauung Seefahrtschule favorisiert nach Abriss des Hauptgebäudes eine kleinteilige Bebauung.

Quelle: Timo Richter

Wustrow. Ein Bürgerbegehren gegen den geplanten Umbau der einstigen Seefahrtschule in Wustrow (Vorpommern-Rügen) wird es nicht geben. Die Interessengemeinschaft Neubebauung Seefahrtschule hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, der kommunalrechtlich zu prüfen war. Ergebnis der Unteren Rechtsaufsicht der Kreisverwaltung: Ein Bürgerentscheid findet entsprechend der Kommunalverfassung MV nicht über Aufstellung, Änderung und Aufhebung von Bauleitplänen statt. Das geplante Bürgerbegehren habe sich gegen einen Bebauungsplan gerichtet, somit hat die Gemeindevertretung dieses Ansinnen abzulehnen. Geschehen wird das am Donnerstag während der nächsten Zusammenkunft des Gremiums. Beginn der Sitzung in Räumlichkeiten der freiwilligen Feuerwehr ist um 18 Uhr.

„Pseudodemokratie“

Mitinitiator des Bürgerbegehrens ist der Wustrower Gunther Lübbe. „Die Kommunalverfassung stellt sich mit einem Paragrafen in unseren Weg“, ärgert sich der Hobby-Historiker. Es handele sich hierbei um ein Stück „deutscher Pseudo-Demokratie“. Durch den geplanten Bau von Ferienappartements werde der Ort leiden. Wustrow habe von der millionenschweren Investition nichts, ist Gunther Lübbe überzeugt. Das geplante Projekt des Investors Fred Muhsal werde dem Ostseebad die nächsten 100 Jahre wie ein Klotz am Bein hängen. Klagen will die Initiative gegen das Vorhaben aus Kostengründen aber nicht.

Denkmalschutz soll weg

Schon Ende vergangenen Jahres hatte die Initiative eigene Vorstellungen formuliert. Mit Ausnahme des Turms als Bezug zur Seefahrtgeschichte und Ausbildung in Wustrow soll der vorhandene Bestand abgerissen werden. In dem Turm wollen die Kritiker der aktuellen Planung ein Restaurant, Ausstellungsräume und das frühere Planetarium oder besser noch eine Sternwarte unterbringen. Voraussetzung: Der Denkmalschutz für die einstige Seefahrtschule müsste aufgehoben werden.

Auf der Freifläche soll nach Vorstellungen der gut ein dutzend Mitglieder der Initiative eine kleinteilige Bebauung im Stil der Fischländer Gebäude entstehen. Darin soll es Wohnungen unterschiedlicher Größe geben - von Appartements bis hin zu Wohnungen für Familien. Und ein großer Saal müsse her, samt kleiner Besprechungsräume. Mit dem Abriss könne bereits in diesem Jahr begonnen werden. Fünf Jahre veranschlagt der Wustrower für Geldbeschaffung und Neubau. Mehr als 200 Wustrower haben nach Angaben der Initiative für einen Abriss des markanten Gebäudes gestimmt.

Investor plant mit 20 Millionen

Nach derzeitigem Planungsstand sollen auf dem Areal insgesamt 129 Appartements und Wohnungen mit insgesamt 399 Ferienbetten entstehen. Turm und bestehendes Gebäude werden erhalten, beiderseits sind insgesamt drei zusätzliche Neubauten geplant. Muhsal rechnet mit Baukosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Einstimmig hatten die Mitglieder der Wustrower Gemeindevertretung im September vergangenen Jahres Entwurf und Auslegung des Bebauungsplans 18 „Seefahrtschule“ zugestimmt. Während einer Diskussion zu dem Projekt während einer Sitzung der Gemeindevertretung wurde überwiegend Zustimmung geäußert.

„Drops ist gelutscht“

Für Bürgermeister Daniel Schossow (SPD) ist die Sache klar: „Der Drops ist gelutscht“, kommentiert er das Ergebnis der Unteren Rechtsaufsicht zum anvisierten Bürgerbegehren. Von dem einstigen Bürgermeister Lübbe hätte er ein besonneneres Vorgehen erwartet. Lübbe hätte wissen müssen, dass ein Bürgerbegehren gegen Bauleitplanung nicht statthaft sei. In dieser Frage sei die Kommunalverfassung seit 20 Jahren unverändert.

Dem Umbau der Seefahrtschule zu einer Ferienanlage mit öffentlichem Bistro vorausgegangen waren Planungen des Umbaus zu einem Gesundheitszentrum. Die Investorengruppe scheiterte am Ende an der nicht darstellbaren Finanzierung des Projekts. Die Investoren erhielten zwar eine „Verlängerung“, fanden aber dennoch keine Geldgeber. Geplant war, das Gebäude außerhalb der Saison für Gesundheitsfortbildung und -prävention zu nutzen. Ein Teil der Zimmer sollte während der Saison als Hotelzimmer an Urlauber vermietet werden.

Timo Richter

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