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Statt chemischer Keule heißer Wasserdampf

Ribnitz-Damgarten Statt chemischer Keule heißer Wasserdampf

Einsatz von Herbiziden auf Gehwegen, Bürgersteigen und Zufahrten verboten / Stadtbauhof rückt Wildkräutern mit High-Tech zu Leibe

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Dirk Brusch vom Stadtbauhof Ribnitz-Damgarten bedient das Heißdampfgerät.

Quelle: Edwin Sternkiker

Ribnitz-Damgarten. Wenn es gegen Butterblumen, Gräser und anderen unerwünschten Aufwuchs auf Gehwegen geht, greifen Hauseigentümer schon mal ganz gern zu Unkrautkillern, sprich Herbiziden.

„Das ist allerdings verboten“, macht Michael Kresin vom Sachgebiet Umwelt und Abfallwirtschaft der Stadtverwaltung deutlich. Nicht nur auf Gehwegen. Das Verbot gelte für alle versiegelten Freilandflächen, dazu gehören zum Beispiel auch Garageneinfahrten und Hofflächen.

Festgeschrieben ist dieses Verbot in einer entsprechenden EU-Richtlinie und im Bundes-Pflanzenschutzgesetz. Auch in der seit dem 1. Januar 2014 geltenden Straßenreinigungssatzung der Stadt Ribnitz-Damgarten findet sich ein entsprechender Passus.

Das Problem dabei ist: Kaum jemand weiß das. Oder weiß es, hält sich aber trotzdem nicht daran. Wer erwischt oder angezeigt wird, für den kann das teuer werden, sagte Kresin. Bußgelder von immerhin bis zu 50000 Euro können verhängt werden.

Grund für das Verbot des Einsatzes von Herbiziden auf versiegelten Flächen ist, dass diese die problematischen Wirkstoffe nicht zurückhalten können. Die Herbizide versickern fast ungehindert ins Grundwasser oder gelangen über die Kanalisation in Seen, Flüsse und Bäche. Dort schädigen sie Pflanzen und Tiere und gefährden über das Trinkwasser schließlich auch den Menschen.

Während auf versiegelten Flächen das Ausbringen von Herbiziden verboten ist, sind sie auf landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen nach wie vor erlaubt, so Michael Kresin weiter. Ein Hohn sei das, so Volker Bastian (CDU/FDP-Fraktion) in der letzten Sitzung des Landwirtschafts- und Umweltausschusses. Während private Hauseigentümer mit bis zu 50000 Euro Strafe rechnen müssen, wenn sie Herbizide verwenden, dürfen da, wo Lebensmittel produziert werden, Unkrautvernichter wie zum Beispiel Glyphosat weiter eingesetzt werden.

Das Verbot Herbizide einzusetzen, gilt nicht nur für Private, sondern auch für die Kommune. „Damit stand für uns die Frage, welche Alternativen es gibt“, erläutert Bauamtsleiter Heiko Körner. „Klar war, dass den Wildkräutern mit Zupfen per Hand nicht beizukommen ist. Wir schauten uns um, spielten einige Varianten durch und entschieden uns schließlich für ein Heißdampfgerät. Dessen Anschaffung war nicht ganz billig, hat sich aber bewährt. Mit der Zeit verlieren die Pflanzen die Lust am Wachsen“.

Diese Geräte arbeiten mit über 100 Grad heißem Wasserdampf. Trifft der mit Hochdruck auf die Pflanzen, wird deren Zelleiweiß zerstört. Eingesetzt wird eine solche Maschine in Ribnitz-Damgarten seit April dieses Jahres. Bedient wird sie von Dirk Brusch. Der Mitarbeiter des Stadtbauhofes ist mit ihr in regelmäßigen Abständen unter anderem auf dem Marktplatz, auf Gehwegen und Wanderwegen unterwegs. „Gar nicht so selten fragen mich Leute, die mich bei der Arbeit beobachten, ob denn da irgendwelche chemischen Mittel zugesetzt wurden, weil die Pflanzen nach der Behandlung braun werden.

Ich erkläre ihnen dann, dass alles ohne Chemie funktioniert.“

Herbizide sind in Straßenrandbereichen tabu

Das Bundes-Pflanzenschutzgesetz legt fest, dass Pflanzenschutzmittel nicht auf befestigten Freilandflächen und nicht auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, angewendet werden dürfen. In der Straßenreinigungssatzung der Stadt Ribnitz-Damgarten heißt es: „Herbizide oder andere chemische Mittel dürfen bei der Wildkräuterbeseitigung in Straßenrandbereichen nicht eingesetzt werden. Als Straßenrandbereich gelten alle zwischen dem anliegenden Grundstück und der Fahrbahn gelegenen Flächen.“

Edwin Sternkiker

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