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Tierschützer gegen Wildtiere im Zirkus

Ribnitz-Damgarten Tierschützer gegen Wildtiere im Zirkus

Stadtverwaltung Ribnitz-Damgarten sieht derzeit keinen Handlungsbedarf

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Zu den Zirkussen, die in Ribnitz-Damgarten in den letzten Jahren mit Wildtieren gastierten, gehört der Zirkus Probst.

Quelle: OZ

Ribnitz-Damgarten. Sollen Zirkusse mit Wildtieren auch künftig noch in der Bernsteinstadt ihre Zelte aufschlagen dürfen?

Geht es nach Angela Pieplow und den anderen Mitgliedern vom Tierschutzverein Vorpommersche Boddenlandschaft, dann heißt die Antwort: Nein. Nach ihrer Auffassung ist in Zirkussen eine artgerechte Haltung von Löwen, Tigern, Kamelen, Elefanten, Straußen und anderen Wildtieren nicht möglich. „Elefanten zum Beispiel gehen in der freien Natur nicht auf ihren Hinterläufen. Wenn sie dazu abgerichtet werden, dann ist das Tierquälerei“, so Angela Pieplow.

Die Diskussion um die Wildtierhaltung in Zirkussen wird bundesweit geführt. Wie schwierig es allerdings ist, ein Verbot durchzusetzen, zeigt die Tatsache, dass bereits zweimal, in den Jahren 2003 und 2011, Initiativen des Bundesrates zum Wildtierverbot vereitelt worden sind.

Dennoch hat sich einiges bewegt, auch im Umfeld von Ribnitz-Damgarten. So hat in Rostock die Fraktion Bündnis 90/Grüne erst im Februar dieses Jahres einen Bürgerschaftsbeschluss eingebracht, der festlegt, dass kommunale Flächen nur noch an Zirkusbetreiber vergeben werden sollen, bei denen es keine Wildtiere mehr in der Manege gibt. Wie ein Blick ins Internet zeigt, haben bereits sehr viele deutsche Kommunen dazu entschieden, keine öffentliche Flächen mehr an Zirkusse mit Wildtieren zu vergeben. Dazu gehört unter anderem auch Schwerin.

„Was dort möglich ist, sollte auch in kleineren Städten wie der unsrigen machbar sein“, findet Angela Pieplow. Im Übrigen sei sie überzeugt, dass Zirkusse keine Wildtiere brauchen, um Zuschauer gut zu unterhalten.

Die Ribnitzer Kinderärztin wandte sich im Namen des Tierschutzvereins mit dem Anliegen an den Stadtvertreter Tino Leipold (Die Unabhängigen), der es umgehend an die Stadtverwaltung herantrug. Es ging um die Prüfung der Frage, ob nicht auch in Ribnitz-Damgarten nur noch den Zirkusbetreibern kommunale Flächen zur Verfügung gestellt werden sollten, die auf Wildtiere verzichten. „Diesem Ansinnen wurde eine Absage erteilt“, informierte Leipold in der jüngsten Stadtvertretersitzung.

Und dabei bleibe es auch erst einmal, erläuterte Ordnungsamtsleiter Burkhard Schade. Er verweist unter anderem darauf, dass ein Verbot der Wildtierhaltung eine Einschränkung der Gewerbefreiheit der Zirkusbetreiber darstellen würde.

Außerdem: So lange die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes in den Zirkussen, die in der Bernsteinstadt gastieren, eingehalten würden, sehe man seitens der Stadtverwaltung keinen Anlass, ihnen keine öffentlichen Plätze mehr zur Verfügung zu stellen.

Ob und inwieweit die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes eingehalten werden, kontrolliere das Veterinäramt des Kreises, erläuterte der Ribnitz-Damgartener Ordnungsamtsleiter weiter. Erst wenn das Veterinäramt Verstöße feststelle, könnten Verbote ausgesprochen werden. Burkhard Schade: „Wir werden weiter verfolgen, was sich bundesweit in Sachen Wildtierverbot in Zirkussen tut.“

Diese abwartende Haltung der Stadtverwaltung Ribnitz-Damgarten könne man so nicht akzeptieren, macht der Tierschutzverein Vorpommersche Boddenlandschaft deutlich. „Viele andere Städte machen es uns doch mittlerweile vor. Es muss nur der Wille dazu da sein, etwas zu ändern. Den vermissen wir bisher leider in Ribnitz-Damgarten“, so Angela Pieplow abschließend.

Verbote in vielen Ländern

In Deutschland wird über das Verbot von Wildtieren bei Zirkusvorstellungen bereits seit mehreren Jahren diskutiert. 2011 hat Hamburg eine Bundesratsinitiative ausgelöst, die aber keine Gesetzeskraft erlangte. Lübeck hat 2012 ein Verbot beschlossen. Auch in Köln und Potsdam dürfen Zirkusse nur noch dann ihre Zelte aufschlagen, wenn sie ohne Wildtiere kommen.

Einschränkungen und Auflagen gibt es mittlerweile bereits in vielen europäischen Ländern. Ein Verbot gilt in

Belgien, Bulgarien, Bosnien-Herzego-

wina, Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Kroatien, Malta, Holland, Österreich, Slowenien und Zypern. In Dänemark sind allerdings Ausnahmen möglich.

Edwin Sternkiker

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