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Zoff um Tourismusbetrieb

Barth Zoff um Tourismusbetrieb

Bürgermeister Stefan Kerth (SPD) möchte im vorpommerschen Barth die touristischen Aufgaben einer GmbH oder einer Tochter der Wohnungsbaugesellschaft übertragen. Der Fachausschuss ist jedoch für einen Eigenbetrieb.

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Zu den touristischen Anziehungspunkten in Barth gehören die Marienkirche (l.) und das Dammtor. Der nun „staatlich anerkannte Erholungsort“ will den Tourismus professionell auf- und ausbauen.

Quelle: Detlef Lübcke

Barth. Seit dem 1. Juli erhebt Barth (Vorpommern-Rügen) eine Kurabgabe. Den Finanzaufwand für den Tourismus auf die Gäste umzulegen, sehe die Stadt aber nicht als vorrangige Aufgabe aus dem 2015 verliehenen Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“ an, wie Bürgermeister Stefan Kerth (SPD) deutlich macht. „Unser Hauptziel besteht darin, den Tourismus weiter zu entwickeln“, erklärt er. Andere Gemeinden haben dafür Tourismusbetriebe gegründet. Darüber denkt auch die Stadt Barth nach.

Bereits im Herbst hatten die Stadtvertreter Anlauf genommen. Sie konnten sich jedoch zu keiner Entscheidung durchringen. Um den Tourismus in Barth professionell auf- und ausbauen zu können, hatten die Abgeordneten der Stadtverwaltung eine Hausaufgabe gegeben. Sie sollte prüfen, welche Möglichkeiten in Betracht kämen, kostengünstig eine eigenständige Gesellschaft zu gründen, an die die Stadt touristische Aufgaben übertragen könnte. Der vorgelegte Verwaltungsvorschlag, die städtischen Aufgaben einer zu gründenden Tochter der Barther Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) zu übertragen, fand unter den Stadtvertretern wenig Zustimmung.In der jüngsten Sitzung des Barther Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Kultur nahm Bürgermeister Kerth dazu Stellung.

„Die Recherchen haben ergeben, dass sich zur Betriebsform und zu steuerlichen Fragen kein ’bestes Modell’ herauskristallisiert“, informierte das Stadtoberhaupt. Der Bürgermeister schlug im Fachausschuss eine GmbH als Rechtsform vor. Wenn der Betrieb kurzfristig entstehen solle, sei eine gemeindeübergreifende GmbH keine realistische Option. Langfristig erscheine es nach Ansicht Kerths jedoch sinnvoll, einen Tourismusbetrieb mit anderen Gemeinden gemeinsam zu unterhalten. Als Alternative verbleibe für Kerth die Einrichtung eines Betriebsteils Tourismus unter dem rechtlichen Dach einer Tochtergesellschaft der Wobau. Als weitere Variante komme eine Personalaufstockung im Stellenplan der Stadt in Betracht.

Ausschussmitglied Peter Hermstedt (FPD) lehnt es ab, die touristischen Aufgaben bei der Wobau anzusiedeln. „Die Kontrolle muss gewährleistet sein und das ist bei der Wobau jetzt schon untransparent“, begründete er. Für einen schnellen Start sei nach seiner Aufassung ein Eigenbetrieb ideal. „Wenn realisierbar, dann sollte später über eine gemeinsame GmbH mit der südlichen Boddenküste nachgedacht werden“, so Hermstedt.

Auch Ausschussmitglied Erich Kaufhold (CDU) plädierte dafür, zunächst Kurs auf einen Eigenbetrieb zu nehmen – „bis der Tourismus vernünftig läuft“. Kaufhold weiter: „Wenn wir keinen Profi haben, werden wir unsere Übernachtungszahlen nicht erhöhen.“

Der Ausschuss sprach sich am Ende für den Vorschlag aus, den Bürgermeister zu beauftragen, die Anpassung des Stellenplanes für eine verwaltungsinterne Lösung vorzubereiten.

Detlef Lübcke

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