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Online-Portal soll an Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnern

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Gestern bestellte Axel Attula den Domänennamen. Die Webseite kann nach ihrer Freischaltung unter www.rdg-historisch. de abgerufen werden.

Ribnitz-Damgarten. will beim Erinnern und Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft neue Wege beschreiten. Statt ein Denkmal zu errichten, hat eine 2014 gegründete Arbeitsgruppe den Vorschlag gemacht, ein interaktives Online-Gedenkportal zu schaffen. Mit dieser modernen Form des Erinnerns hoffen die Akteure möglichst viele Menschen für die Stadtgeschichte interessieren zu können, vor allem auch junge Leute, für die die Nutzung des Internets zum Alltag gehört. Das Online-Gedenkportal würde überdies die Möglichkeit bieten, auch an die Opfergruppen zu erinnern, die bisher keine Rolle in der Gedenkkultur der Stadt spielten.

OZ-Bild

Online-Portal soll an Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnern

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„Fakt ist“, so Bürgermeister Frank Ilchmann (parteilos), „mit einem weiteren Denkmal würde man nur einen sehr kleinen Teil der Einwohner erreichen. Ein interaktives Online-Gedenkportal hingegen bietet die Chance, wesentlich mehr Menschen zu interessieren“. Heiko Körner, Bauamtschef und stellvertretender Bürgermeister, ergänzt: „Die Idee, diesen Wissens- und Informationspool im Internet aufzubauen, ist das Ergebnis von intensiven Diskussionen in der Arbeitsgruppe. Ihr gehören Stadtvertreter, Lokalhistoriker, Schulleiterinnen, Kirchenvertreter und Mitarbeiter der Stadtverwaltung an.“

Doch wie weit ist man mit der Umsetzung dieses Vorhabens? Das wollte der Stadtvertreter Hans-Dieter Hänsen (SPD/Grüne) in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments wissen. Die OZ fragte im Rathaus nach. „Dankenswerter Weise hat sich der Freundeskreis Kloster- und Stadtgeschichte bereit erklärt, diesen Wissens- und Informationspool durch entsprechende Inhalte aufzubauen und zu pflegen“, informierte Körner. Mit der technischen Umsetzung des Internetauftritts soll eine Firma mit entsprechenden Erfahrungen beauftragt werden. Dafür habe man 5000 Euro in den Haushalt 2017 eingestellt, sagte Bürgermeister Frank Ilchmann. Mit der Gestaltung der Webseite kann aber erst dann begonnen werden, wenn der Etat bestätigt ist.

Bei der Gestaltung der Webseite orientiere man sich am Deutschen Historischen Museum Berlin, erläuterte Axel Attula, Vorsitzender des Freundeskreises Kloster und Stadtgeschichte. Mit Lemo, also mit dem Lebendigen Museum Online, ermöglicht das Deutsche Historische Museum Interessierten einen virtuellen Gang durch die deutsche Geschichte vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart zu unternehmen.

Attula erläutert weiter, dass die Besucher des Online-Gedenkportals der Stadt Ribnitz-Damgarten per Button aus zwölf Themenbereichen auswählen können. Dazu gehören unter anderem anderem Biografien, Zeitzeugenberichte, Dokumentensammlungen sowie Fotos. Aber auch Informationen zu heimatgeschichtlichen Veröffentlichungen sollen dort abrufbar sein.

„Die Webseite kann direkt angesteuert werden, man wird sie aber auch per Link auf der Webseite des Bernsteinmuseums bzw. der Stadt öffnen können“, sagte Attula. Der Vorsitzende des Freundeskreises Kloster- und Stadtgeschichte betont, dass alle Geschichtsinteressierten dazu eingeladen seien, das Portal mit Material „zu füttern“. Ziel sei es, möglichst viele Menschen dazu zu ermuntern, im Gedenkportal zu recherchieren, sich auszutauschen und zu diskutieren. Zu den Adressaten gehören auch Schüler, die etwa für einen Vortrag oder für Projekte zu heimatgeschichtlichen Themen Material suchen. Sie seien aber auch eingeladen, Ergebnisse ihrer Arbeit in dem Gedenkportal vorzustellen, so Attula abschließend.

Einige Opfergruppen spielen in Gedenkkultur keine Rolle

Zwar existieren insgesamt 15 Denkmäler in den Stadtteilen Ribnitz und Damgarten sowie den Ortsteilen, die an verschiedene Gruppen von Menschen erinnern, die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft wurden. Einige Opfergruppen wurden aber ausgespart. Dazu gehören unter anderem die Menschen, die als Flüchtlinge und Vertriebene während und nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach Ribnitz und Damgarten gekommen sind. Viele von ihnen starben an den Folgen der entbehrungsvollen Flucht, darunter auch zahlreiche Kinder. Dazu gehören weiterhin die sowjetischen Kriegsgefangenen, die während des Zweiten Weltkrieges in den Ribnitzer Bachmannwerken oder auf dem Flugplatz Pütnitz Zwangsarbeit leisten mussten und umgekommen sind. Das trifft auch auf die Ribnitzer und Damgartener zu, die während der Naziherrschaft Opfer der Euthanasie wurden. Nichts erinnert auch an die Einwohner, die nach 1945 in sowjetischen „Speziallagern“ umgekommen sind.

Edwin Sternkiker

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