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Ribnitzerin päppelt kleine Flugkünstler auf

Ribnitz-Damgarten Ribnitzerin päppelt kleine Flugkünstler auf

Evelyn Schwichtenberg betreut aus dem Nest gefallene Mauersegler, bis sie flügge sind

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Wer es auf sich nimmt, ein aus dem Nest gefallenes Mauerseglerjunges aufzupäppeln, braucht sehr viel Zeit. Alle ein bis zwei Stunden müssen die Jungvögel gefüttert werden.

Quelle: Stefan Brümmer

Ribnitz-Damgarten. Mauersegler sind bestens an ein Leben in der Luft angepasst. Dort verbringen sie, wenn nicht gerade Brutzeit ist, fast ihr gesamtes Leben.

Fliegen nonstop. Bei ihren Flugmanövern können sie im Sturzflug Geschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometer pro Stunde erreichen. Der schnittige Flieger mit den sichelähnlichen Flügeln und unterentwickelten Beinen ist zwar ein Sommervogel, hat aber an heißen Tagen ein großes Problem: Wenn es längere Zeit sehr warm ist und sich die „Kinderstube“ aufheizt, dann fällt so mancher Jungvogel auf der Suche nach Abkühlung aus dem Nest. Da ihre Eltern sie dort nicht versorgen können, ist das das Todesurteil für sie - wenn es nicht Menschen wie Evelyn Schwichtenberg aus Ribnitz geben würde, die ihnen helfen.

Ihren ersten Mauersegler habe sie im vergangenen Jahr bei einem Spaziergang mit ihrem Hund gefunden, erzählt sie. Sie nahm ihn mit nach Hause, hatte aber zunächst keine Ahnung, was zu tun ist. Sie informierte sich im Internet, führte Telefonate mit einer Mauerseglerklinik und bekam auch von Heidi French von der Igelhilfe Mecklenburg-Vorpommern Tipps. Seither hat Evelyn Schwichtenberg sich viel Wissen angeeignet und mittlerweile vier Mauersegler bei bei sich aufgenommen. Drei Jungvögel konnte sie so weit aufpäppeln, dass sie sie wieder in die Freiheit entlassen konnte, ein Jungvogel verstarb. Ihre Erfahrungen möchte sie gern weitergeben. Wenn also jemand den Mauerseglern helfen möchte, dann kann er oder sie sich bei ihr melden. Die Ribnitzerin hilft gern mit Rat und Tat.

Allerdings sollte jeder, der sich dafür entscheidet, eines wissen, fügt sie hinzu: „Man muss sehr, sehr viel Zeit und Ausdauer mitbringen. In den etwa drei Wochen, in denen man sich um aus dem Nest gefallene Mauersegeler kümmern muss, kann man das Haus oder die Wohnung nicht für längere Zeit verlassen“, so die Ribnitzerin. Denn je nach Verfassung der Tiere müssen sie alle ein bis zwei Stunden, von morgens bis abends, gefüttert werden, besonders in der ersten Zeit. Ebenfalls wichtig zu wissen: Mauersegler sollten nie mit der bloßen Hand angefasst werden, da das Gefieder sonst verfetten kann, ein absolut sauberes Gefieder ist aber lebensnotwendig, da der Maursegler fast sein ganzes Leben in der Luft verbringt. „Gefüttert werden sollten sie hauptsächlich mit Heimchen und ab und zu auch mit Drohnenbrut oder auch Wachsmottenlarven. Und ab und an brauchen sie auch Vitamin B“, erläutert Evelyn Schwichtenberg. Übrigens: Mauersegler sperren im Gegensatz zu den meisten anderen hungrigen Jungvögeln nicht ohne weiteres ihren Schnabel auf. Ein gewaltsames Öffnen würde ihn verletzen. „Daher muss man bei der Fütterung ganz behutsam zu Werke gehen, und es kann einige Zeit dauern, bis man den Dreh raus hat“.

Wer nicht die Zeit hat, selbst mitzuhelfen, der kann sich an der Rettung von Mauerseglern durch eine Futterspende beteiligen. Benötigt werden pro Jungtier 60 bis 80 Heimchen. Kontakt: Evelyn Schwichtenberg, ☎ 03821/4912

Edwin Sternkiker

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