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Rostock wünscht sich einen Bahnhof im Wald

Wiethagen Rostock wünscht sich einen Bahnhof im Wald

Radfahrer sollen von Wiethagen in die Heide starten können

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Angelika Stoll und Jörg Harmuth aus dem Rostocker Stadtforstamt wünschen sich, dass die Regionalbahn in Wiethagen hält. So könnten Besucher die Rostocker Heide umweltfreundlich erreichen.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Wiethagen. Rostock soll einen neuen Bahnhof bekommen – zugegebenermaßen ein recht kleiner und im Wald in Wiethagen. Radfahrer und Spaziergänger erreichen dann die Rostocker Heide, ohne vorher ins Auto steigen zu müssen. So wünschen es sich die Stadt und Partner wie Naturschutzverbände und Ostseestiftung. Doch der Weg ist lang, weiß der oberste Stadtförster Jörg Harmuth. Bahn und vor allem das Land müssen mitmachen.

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Radfahrer sollen von Wiethagen in die Heide starten können

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Gegenwärtig fährt die Regionalbahn zwischen Rostock-Hauptbahnhof und Graal-Müritz ohne Halt auf dem Stadtgebiet. Direkt im Bereich des Köhlerhofs möchte Jörg Harmuth das ändern. „Vom Zug direkt in die Natur“, sagt er. Das bietet die Chance, den Stadtwald touristisch umweltfreundlich besser zu erschließen und die Landschaft zu erhalten. „Es müssen keine großen Parkplätze gebaut werden.“ Das Potenzial sieht er. Allein auf dem Ostseeradweg zählte das Forstamt in einem Jahr etwa 80000 Radfahrer, jene auf anderen Verbindungen gar nicht mitgerechnet. Rostocker und Urlauber könnten gleichermaßen angesprochen werden wie Schulklassen. Für Wanderer wäre das Angebot ebenso interessant wie für Radfahrer.

„Für attraktive Ziele müssen wir attraktive Angebote schaffen“, erklärt Georg Nikelski von der Ostseestiftung. Und das sei Rostocks Stadtwald zweifellos. Die Stiftung hat die Führung im Millionen schweren Bundesprogramm „Schatz an der Küste – Nachhaltige Entwicklung zum Schutz der Biologischen Vielfalt in der Region Boddenlandschaft und Rostocker Heide“. Eine von 20 Maßnahmen ist ein Entdeckerpfad im städtischen Waldgebiet, der gerade entsteht und sich vom Ruheforst bis zur Küste erstreckt. Der wird über die Ostseestiftung mit viel Geld gefördert.

Ein ganz wesentlicher Grund, warum Harmuth von seiner Bahn-Idee überzeugt ist. Nicht nur der neue Entdeckerpfad, sondern auch Forst- und Köhlerhof und der Ruheforst wären umweltfreundlich erreichbar.

Für Harmuth passt die Idee sehr gut in zwei weitere Säulen der Stadt: Das Tourismuskonzept nennt das Dreieck Innenstadt, Warnemünde und Rostocker Heide und mit dem neuen Mobilitätsplan wird eine Verringerung des Autoverkehrs angestrebt. „Im Sommer gibt es dort viele Staus“, sagt auch Georg Nikelski, die könnten sich verringern.

Ende Januar hat Senator Holger Matthäus (Grüne) eine Potenzialanalyse ans Energieministerium übergeben. Von dort steht eine Antwort noch aus. „Die Überprüfung und Bewertung der Zahlen ist noch nicht abgeschlossen“, teilt Sprecherin Renate Gundlach mit. Bei einem Workshop mit der DB Regio im April 2016 wurde das Projekt grundsätzlich positiv diskutiert, erinnert sich Jörg Harmuth. „Ein zusätzlicher Halt bedeutet eine Fahrzeitverlängerung von rund einer Minute“, gibt Bahnsprecher Gisbert Gahler zu bedenken. Das müsse bei Wendezeiten in Graal- Müritz von mindestens sechs Minuten bedacht werden.

Im Übrigen, so Gahler, werde der Regionalverkehr einschließlich der Halte durch das Land Mecklenburg-Vorpommern bestellt. Heißt übersetzt: Kommt der Auftrag vom Land, hält die Bahn auch in Wiethagen.

Das Ministerium untersucht nach eigener Aussage zurzeit verschiedene Standorte zum Neubau einer Verkehrsstation an dieser Strecke – auch im Bereich Karls Erlebnisdorf in Höhe Purkshof. „Es zeichnet sich jedoch ab, dass mit Hinblick auf den Fahrplan nur einer der Standorte umgesetzt werden kann“, so Renate Gundlach. Entscheidend werde die prognostizierte Zahl der Fahrgäste sein. Zu klären sind auch Fragen zu Investitionen und ob langfristige Betriebskosten finanziert werden können. Bei 180 Verkehrstagen und täglich 34 Halten wären etwa 25000 bis 32000 Euro jährlich an die Bahn zu zahlen. Weitere Kosten können anfallen, seien aber noch nicht abschätzbar. Eine Vorlaufzeit von fünf Jahren wäre wahrscheinlich.

In jedem Fall müssen Ein- und Aussteigemöglichkeiten entstehen. „Bahnsteige müssen nach geltendem Recht geplant und gebaut werden“, so Gahler. Jörg Harmuth wünscht sich in dieser Frage Pragmatismus, in Bezug auf die Länge der Bahnsteige und die Gestaltung der Fahrzeiten. Im Gegensatz zur viel diskutierten Darß-Bahn biete eine vorhandene Strecke beste Voraussetzungen. Über das Bundesprogramm Natur ließen sich sicherlich Fördermittel für die Infrastruktur einwerben.

Jörg Harmuth ist jedenfalls begeistert von seiner Idee. Perspektivisch kann er sich sogar eine Verleihstation für E-Fahrräder vorstellen. Die Antworten aus dem Land zeigen aber: „Da müssen dicke Bretter gebohrt werden“, so Georg Nikelski. Er bedauert, dass der Probelauf zum Waldtag im September gestoppt wurde. Weil es dazu keine Abstimmungen gab, heißt es aus dem Land. „Man sollte es ausprobieren und zeigen, dass es keine unüberwindlichen Hindernisse gibt.“ Aus Sicht von Georg Nikelski müsste es „landesstrategisches Ziel“ sein, den naturnahen Tourismus auf diese Weise zu fördern.

Thomas Niebuhr

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