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Rostocker tauschen Postkarten

Rostock Rostocker tauschen Postkarten

Briefmarkensammlerverein „Hansephil“ gründet neue Sparte und erhofft sich mehr Mitglieder

Rostock. Auf dem Dachboden der Großeltern ist Carsten Müller zum Hobbysammler von Postkarten geworden. „Viele Kartons, die da standen, waren von Mäusen angefressen, aber der Inhalt war noch gut erhalten“, erinnert sich der 41-Jährige. Ihn faszinierte, was er auf den Ansichtskarten seiner Großeltern entdeckte. „Es ist interessant, wie die Leute früher angezogen waren und wie die Straßen 1930 im Vergleich zu heute aussahen“, sagt Müller. Seit mehr als 20 Jahren sammelt er nun schon Postkarten – knapp 3000 hat er inzwischen in seinem Bestand.

Müller ist einer von vielen privaten Kartensammlern in Mecklenburg-Vorpommern. Anders als Briefmarkensammler sind sie bisher aber nicht in einem Verein organisiert. Das soll sich nun ändern. Der Sammlerverein „Hansephil“ Rostock will am 6. Mai eine eigene Sparte gründen. Am Sonnabend trafen sich rund 60 Interessierte zur Vorbereitung.

„Wir stellen seit Jahren bei unseren philatelistischen Großveranstaltungen fest, dass es auch viele Kartensammler gibt“, sagt Gerhard Ehlert, Vorsitzender von „Hansephil“. Sein Verein wolle Interessierten nun die Möglichkeit geben, sich regelmäßig zum organisierten Sammeln zu treffen. „Wir selbst erhoffen uns dadurch einen Zuwachs an Mitgliedern“, sagt Ehlert. 64 Sammler gebe es derzeit bei „Hansephil“. „So etwas wie jetzt mit den Ansichtskarten haben wir noch nie ausprobiert. Wir sind gespannt, was daraus wird“, so der 69-Jährige. Mit dem ersten Treffen am Sonnabend ist er zufrieden.

Wolfgang Heintze ist aus Neubrandenburg angereist. Der 78-Jährige war schon einmal Mitglied in einem Sammlerverein für Ansichtskarten. „Das war zu DDR-Zeiten“, sagt er. In den 1950er Jahren habe er mit dem Aufbewahren von Postkarten begonnen. Fast 100000 seien inzwischen zusammengekommen.

Carsten Müller hält die Spartengründung für eine gute Sache. „Hier können wir fachsimpeln und klönen“, sagt der Brinckmansdorfer. Bisher sei man vor allem auf Flohmärkten ins Gespräch gekommen. Auch Günter Hafke aus Rostock begrüßt die Gründung. „Mich interessieren vor allem die geschichtlichen Veränderungen, die durch die Ansichtskarten dokumentiert werden“, sagt der 63-Jährige. „Wie haben sich Bauten entwickelt? Was ist im Krieg zerstört worden? Wie sahen früher Straßen, Bahnhöfe oder Busse aus?“ Volker Schmidt freut sich über die Möglichkeit des Austausches. „Es ist gut, dass wir unser Wissen hier teilen können“, sagt er.

Schmidt regt an, dass sich die neue Sparte mit ihren Ansichtskarten auch bei den Jubiläen von Hansestadt und Universität einbringen sollte. „Es wäre bedauerlich, wenn die Erkenntnisse aus den Sammlungen nicht mit ins Allgemeinwissen eingehen.“ André Wornowski

OZ

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