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Rostocks Schüler zieht es in die Welt

Rostock Rostocks Schüler zieht es in die Welt

ISG startet Austausch mit Colorado / Europa und Israel als Partner anderer Schulen / Guatemala als Wunschziel

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Rostock. Matti ist ausquartiert. Statt in seinem eigenen Zimmer schläft der 16-Jährige die nächsten zwei Wochen bei seinem Bruder auf dem Luftbett. „Schuld“ ist der ein Jahr ältere Amerikaner Trenton – und das „German-American-Partnership“-Programm des Innerstädtischen Gymnasiums (ISG), bei dem von Rostocker Seite die Englisch- und Geografielehrerin Kathrin Flint den Hut auf hat.

Erstmals hat sie die Gäste aus Colorado in den USA in die Hansestadt geholt. Im Oktober dürfen dann ISG-Schüler den Weg über den Atlantik auf sich nehmen und den Gegenbesuch antreten. „Wir wollen so globale Kontakte knüpfen“, sagt Flint. Ein Trend, mit dem das ISG nicht allein da steht.

Das Erasmus-Gymnasium in Lütten Klein hat – zufälligerweise – eine Kooperation mit einer Schule in Rostocks Partnerstadt Raleigh, North Carolina, an der Ostküste der Staaten gelegen. „Jetzt im Juli besuchen uns wieder Schüler von dort, nächstes Jahr im Herbst geht es für unsere rüber“, sagt Schulleiter Bert Schröder. Auch Guatemala soll bald auf der Partnerliste auftauchen. Das sei eine „sehr teure Geschichte“, sagt Schröder. „Aber die Vision habe ich noch nicht aufgegeben.“

Wenn Schulen über Austauschprogramme wie Erasmus Partnerschulen finden, können sie Fördermittel beantragen und auch auf Spendengeld hoffen. Wie im Falle des ISG: Für den Besuch aus Colorado und das Pflegen internationaler Beziehungen hat es von der Stiftung der Ostseesparkasse 1000 Euro gegeben. „Einfach so auf eigene Faust eine Partnerschule zu suchen, ist vor allem finanziell schwieriger, geht aber auch“, sagt Heidi Franck, die die internationalen Kontakte für Lehrer und Schüler an der Ecolea-Schule Warnemünde koordiniert. Zehn Partnerschulen in Europa gibt es über das Erasmus-Programm. „Die Siebten fahren immer nach Dänemark, die Achten nach Holland.“ Es gibt auch einen Austausch mit Israel. Und Achim Zinkann, Direktor des Musikgymnasiums Käthe Kollwitz, schickt seine Elftklässler einmal pro Jahr nach Växjö in Schweden. „Die kommen immer ganz begeistert wieder“, sagt er.

Die Schüler der Legacy High School in Colorado leben in den nächsten Tagen bei den Eltern ihrer deutschen ISG-Mitschüler. „Sehr ruhig“, findet Trenton die Umgebung in Biestow im Vergleich zu seinem Wohnhaus in Broomfield vor den Toren der Millionenstadt Denver. Der 17-Jährige versteht viel Deutsch, antwortet aber lieber auf Englisch. Noch. „Das ändert sich hier im Alltag schnell“, meint seine Lehrerin Wendy Dray, die mit Begleiter Dennis Veilleux bei Kathrin Flint nächtigt. Dray unterrichtet Deutsch täglich ab der achten Klasse. Fast alles wird auf Deutsch besprochen, ob Diskussionen über die Flüchtlingskrise oder Grammatik. „Nur Kompliziertes mache ich auf Englisch.“

Der 18 Jahre alte Mars – „Ja, wie der Planet“, sagt er und grinst – ist erpicht darauf, hier so viel wie möglich zu sprechen. Jeden begrüßt er per Handschlag – deutsche Sitten hat er sich schon abgeguckt. Er freut sich auf den Unterricht am ISG und die Ausflüge, die passend zum Umweltprojekt unter anderem zur Seehundstation führen.

Vor dem Rückflug nach Denver erobern die US-Schüler Berlin. Andersrum dürfen sich die ISG-Schüler im Oktober nicht nur auf die Natur Colorados mit den Rocky Mountains freuen, sondern auch auf die Metropole New York.

Unterricht in der Welt

Erasmus heißt das EU-Programm, dass die Kooperation mit Schulen in Europa für Schüler (und Lehrer) erleichtert, um für kulturellen und sprachlichen Austausch zu sorgen. Erasmus gilt nur für Europa. Das „German-American-Partnership Program“ (GAPP) etwa unterstützt mit einem finanziellen Anteil die Kooperation mit den USA.

Beliebte Länder für Partnerschaften sind die USA, England, Frankreich und Spanien. Aber es gibt auch exotischere Verbindungen, etwa zu Lima in Peru am Gymnasium Reutershagen oder nach Sankt Petersburg, Russland,

am CJD Christophorus-Gymnasium.

Claudia Tupeit

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