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Rügen: Keine Zeit für Angsthasen

Teschvitz Rügen: Keine Zeit für Angsthasen

Birgit Schuster mit neuem Stück: Etwa eineinhalb Jahre nach dem verlustreichen Brand in Teschvitz erweitert das Puppentheater „Schnuppe“ im Mai wieder sein Repertoire

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Anderthalb Jahre nach dem verherrenden Brand geht es Birgit Schuster mit ihrem Puppentheater „Schnuppe“ wieder gut. Ab Mai ist sogar ein neues Stück geplant.

Quelle: Ann-Christin Schneider

Teschvitz. Es ist ein arbeitsreiches Jahr für Birgit Schuster gewesen. Wenn die Puppenspielerin des mobilen Theaters „Schnuppe“ aus Teschvitz bei Gingst an die vergangenen Monate zurückdenkt, merkt man ihr die Strapazen an. „Ich war im Dauereinsatz“, sagt die 50-Jährige, die sich bei der Erinnerung ihre Schläfen massiert. „Jetzt bin ich erst wieder an dem Punkt, an dem ich mal wieder zum Luftholen komme.“In der Nacht zum 11. November 2015 war ein Feuer in einer Doppelhaushälfte in Teschvitz ausgebrochen. Personen wurden nicht verletzt, aber für das Gebäude gab es keine Rettung mehr. Mit dem Haus ging auch das Lager von Birgit Schuster in Flammen auf. Dort bewahrte die Puppenspielerin Figuren und Requisiten für rund 20 Stücke auf. „,Der Gryffelo‘, ,der kleine Rabe Socke‘, ,Sterntaler‘ oder die Geschichte ,Lebwohl lieber Dachs‘“, zählt sie die Verluste auf. Ein Schaden von etwa 20 000 Euro entstand. „Aber darum geht es mir eigentlich nicht“, betont die gebürtige Thüringerin. „Alle Stücke haben mir am Herzen gelegen. Sie zu verlieren, war hart.“

Neben der Arbeit Figuren gebaut

Viel Zeit zum Trauern ist am Anfang aber nicht geblieben. Die Weihnachtszeit stand kurz bevor, Termine mussten eingehalten werden. „Zum Glück waren nicht alle Stücke in dem Haus untergebracht, sodass ich improvisieren konnte. Die Veranstalter waren auch alle sehr rücksichtsvoll, als ich andere Geschichten als gebucht spielte.“ Zwischen den Aufführungen habe sich die Theaterfrau aber trotzdem keine Pause gegönnt. „Wenn ich nicht spielte, baute ich Stücke wieder nach“, sagt die studierte Pädagogin, Psychologin und Medienwissenschaftlerin. Sieben Werke, darunter „Oh wie schön ist Panama“ und „Der kleine Angsthase“, gehören nun wieder zum Repertoire, das mittlerweile wieder 14 Geschichten mit etwa 90 Figuren umfasst.

Ich möchte Fantasie der Kindern fördern

Nun ist Birgit Schuster auch wieder soweit, dass sie mit einem neuem Stück Kinderaugen zum Strahlen bringen möchte. Am zweiten Maiwochenende soll „Lustig ist das Piratenleben“ Premiere in der Umweltschule in Dreschvitz feiern. In dem etwa 40 Minuten langen Puppenspiel möchte Pinkus immer machen, was er will und stößt dabei nicht auf das Verständnis seiner Eltern. Deswegen flüchtet sich der Junge in seiner Fantasie zu den Piraten und lernt, was es heißt selbst Verantwortung zu tragen und mit den Konsequenzen seines Handelns umgehen zu müssen. Etwa zwei bis sechs Wochen braucht die Theaterfrau, die schon seit ihrer Jugend eine Leidenschaft für Puppen entwickelt hat, um ein Stück zu bauen. Materialien bekommt sie aus dem Baumarkt oder im Internet. Ihr ist eine einfache Umsetzung wichtig: „Die Kinder benutzen heutzutage immer seltener ihre Fantasie. Ich möchte das auf diese Weise fördern.“

Puppen suchen immer noch Zuhause

Und ihre offene Spielweise kommt bei den Zuschauern an. „Gerade nach dem Brand war ich überwältigt von der Unterstützung, Solidarität und Hilfe von so vielen eigentlich Fremden“, sagt die 50-Jährige noch immer sichtlich gerührt. Die Spenden, Geschenke und positiven Rückmeldungen, wie wichtig ihre Arbeit sei, hätten ihr nach der ganzen Verunsicherung Kraft gegeben. Niemanden möchte sie in ihren Aufzählung vergessen: „Wenn Kindergartenkinder mir zwei Euro in die Hand drücken und sagen ,Das ist für Schnuppe’ oder Großeltern beteuern, dass die Enkel selbst nach zehn Jahren noch davon sprechen, dass sie mit meinen Geschichten aufgewachsen sind, dann ist das einfach herzerwärmend.“ Das Ereignis wolle sie deswegen eigentlich gar nicht mehr missen.Ein Problem bleibt aber durch den Brand noch immer. „Bislang habe ich noch kein neues Lager gefunden“, resigniert Birgit Schuster. Es sei schwer einen trockenen und mausfreien Platz für ihre Figuren und Requisiten zu finden. „Noch sind alle Stücke Zuhause in unserem Wintergarten untergebracht, aber da wird es langsam eng“, erklärt die 50-Jährige. Sie hofft, aber auch da eine Lösung zu finden.

Uwe Driest

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