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Salzmuseum verliert Aushängeschild

Bad Sülze Salzmuseum verliert Aushängeschild

Das Gradierwerk in Bad Sülze, das die Salzgewinnung für Besucher demonstrierte, musste abgebaut werden. Bereits im Sommer waren erhebliche Schäden festgestellt worden. Weitere Untersuchungen ergaben, dass sich eine Reparatur nicht lohnen würde.

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Das Gradierwerk des Salzmuseums in Bad Sülze musste abgebaut werden. An dem Bau wurde die Salzgewinnung demonstriert.

Quelle: Foto: Oz

Bad Sülze. Das Salzmuseum in Bad Sülze hat es in diesem Winter nicht einfach. Wie Christian Pauli, Leiter des Museums, jetzt mitteilte, musste das Gradierwerk abgebaut werden. „Wir haben damit unseren wichtigsten Werbefaktor verloren“, sagte Pauli in dieser Woche. Und nicht nur das. Aufgrund von Feuchtigkeitsschäden musste auch eine Ausstellungsscheune für das Publikum gesperrt werden. Einmal mehr ist dabei die Finanzierung die größte Baustelle. Die Zeit drängt, schließlich sollen zur nächsten Urlaubssaison beide Bauwerke wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden.

„Wir haben bereits im Sommer festgestellt, dass das Gradierwerk nicht mehr tragbar ist“, sagt Pauli. Untersuchungen hätten ergeben, dass eine Reparatur jedoch nicht lohnt. „Es ist Schrott. 25 Prozent des Holzes waren weggefault“, sagt Pauli.

Bereits beim Bau des Gradierwerkes vor zehn Jahren seien Fehler gemacht worden. „Die Hölzer standen im Wasser, wenn es geregnet hat“, so Pauli, der seit zwei Jahren ehrenamtlich Leiter des Museums ist.

Eine schnelle Lösung muss her. Angebote wurden bereits eingeholt. Bis zum Frühjahr soll das Gradierwerk wieder aufgebaut sein.

Bei der Finanzierung hofft der Verein auf Hilfe aus dem Vorpommern-Fonds. Beim Büro des Staatssekretärs für Vorpommern, Patrick Dahlemann (SPD), ist ein Förderantrag eingereicht worden. Bei Gesamtkosten von 30000 Euro hoffen die Bad Sülzer auf Fördermittel in Höhe von 20000 Euro, auch wenn die Salzstadt kurz vor der Recknitz streng genommen in Mecklenburg liegt. „Wir stellen die Geschichte der Salzwirtschaft des ganzen Landes da. Das Gradierwerk ist ein Zeitzeuge davon“, argumentiert Christian Pauli. Eine Antwort wird in etwa zwei Monaten erwartet.

Die Stadt könne laut Bürgermeisterin Doris Schmutzer mit Holz aus dem Stadtwald ihren Eigenanteil in Höhe von 9000 bis 10000 Euro beitragen. Mit dem Neubau des Gradierwerks soll es dann auch ein Dach bekommen.

Die Feuchtigkeit hat aber nicht nur dem Gradierwerk, sondern auch einer 2004 erbauten Scheune zugesetzt. Die sollte eigentlich renoviert werden. Untersuchungen haben nun ergeben, dass aufgrund feuchten Untergrunds Holzständer weggefault sind. „Der Schaden hält sich aber in Grenzen“, sagt Christian Pauli. Dennoch ist die Scheune vorerst gesperrt, weil das Dach nur noch von den äußeren Säulen getragen wird.

Mit einem Betonboden sollen die Holzsäulen nun gesichert werden. Kosten von circa 10000 Euro stehen im Raum.

Das Gebäude soll dann aber nicht mehr für die Ausstellung genutzt werden, sondern für ein neues Projekt. Das Salzmuseum möchte dort ein museales Klassenzimmer einrichten. „Wir hatten in diesem Jahr erstmals über 3500 Besucher. Ein großer Teil waren Schulklassen“, erläutert Christian Pauli, der noch stärker auf pädagogische Angebote setzen möchte.

Um die finanziellen Aufwendungen stemmen zu können, bekommt der Kultur- und Heimatverein im kommenden Jahr auch mehr Geld von der Stadt. Erhielt der Bad Sülzer Verein ursprünglich 50 Prozent aus den Einnahmen durch die Kurabgabe, sollen es im kommenden Jahr 60 Prozent sein. Der neue Vertrag zwischen Stadt und Heimatverein wurde in dieser Woche von den Stadtvertretern abgesegnet. „Wenn wir uns ein Museum leisten wollen, dann müssen wir das Geld geben“, meinte Stadtvertreter Hans-Joachim Uhn. Mit circa 2600 Euro pro Monat gibt es dann monatlich etwa 300 Euro mehr für den Heimatverein.

Bereits für dieses Jahr wurden an den Verein entgegen erster Vereinbarungen auf Antrag 60 Prozent der Kurtax-Einnahmen ausgezahlt. Hintergrund ist, dass der Verein die Pflege und Unterhaltung des Kurparks übernommen hat.

Robert Niemeyer

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