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Schlechte Noten für die Heimat

Ribnitz-Damgarten Schlechte Noten für die Heimat

Jugendliche aus Ribnitz-Damgarten zeigen in Demografiewerkstatt Mängel auf

Ribnitz-Damgarten. Schlechtes Zeugnis für den Landkreis. Die Demografiewerkstätten geben derzeit Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Heimat zu bewerten. Was finden sie gut?

Was könnte sich im Landkreis verbessern, um die Region besonders für junge Leute attraktiver zu gestalten?

Bis zum Jahr 2030 wird es zwei Millionen Menschen weniger in Deutschland geben. Grund genug, um auch Jugendliche der Bernsteinstadt zu den Themen fehlende Nachwuchskräfte zu befragen. Ein weiteres großes Thema: Wie können junge Leute davon abgehalten werden, vom Land in die Stadt umzuziehen?

Diese Fragen stellten sich die Neunt- und Zehntklässler aus dem Richard-Wossidlo Gymnasium, der Bernstein- und der Rudolf-Harbig-Schule. 20 Schüler überlegten gemeinsam im Stadtkulturhaus. Ihre Vorschläge bleiben nicht ungehört: Die Ergebnisse fließen in den Demografiegipfel der Bundesregierung ein, der im Frühjahr 2017 stattfindet.

Doch was finden die jungen Leute denn nun attraktiv an ihrer Heimat? „Eindeutig die Landschaft und Natur“, resümiert Jenny Penndorf, Schulsozialarbeiterin am Gymnasium. Das war dann allerdings auch schon alles. Die Liste der Nachteile ist eindeutig länger.

Die Schüler kritisierten besonders das schlecht ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz. Dörfer, die auf Rufbusse oder gar nicht mehr angebunden sind, liegen den Jugendlichen schwer im Magen. „Man kann es ihnen nicht verübeln. Viele von ihnen müssen täglich eine Stunde Busfahrt in Kauf nehmen, um zur Schule zu gelangen“, erklärte die Sozialarbeiterin. Auch den Mangel an Ausbildungsbetrieben und Praktikumsplätzen zeigten die Schüler auf. „Sie hoffen, dass künftig kleinere Betriebe durch staatliche Förderungen erhalten bleiben – das ist ihnen sehr wichtig.“ Jenny Penndorf war beeindruckt wie die 15- und 16-Jährigen über Probleme informiert sind, die sie noch gar nicht betreffen. „Beispielsweise das Thema Familie und Beruf.“ Die Jugendlichen wissen, dass Berufstätige aus der Gastronomie Schwierigkeiten haben, ihre Kinder optimal zu versorgen. „Wenn dann auch noch beide Elternteile in Schichten arbeiten, oder in der Gastronomie nur im Sommer Arbeit finden, wird es noch schwieriger Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen.“ Kurz: Ein gutes Zeugnis stellten die jungen Leute ihrem Landkreis nicht aus.

Carolin Riemer

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