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Krummenhagen braut ein einstiger Schiffbauer drei süffige Biersorten

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Da ist Dampf auf dem Kessel: Burkhardt Steinfurth beim Bierbrauen in der Brauscheune Rumpelstilz in Krummenhagen bei Negast.

Quelle: Foto: Pocha/burwitz

Krummenhagen. Seit 2003 wird im 500 Seelen-Dorf vor den Toren Stralsunds Bier gebraut. Als Burkhardt Steinfurth seine Rumpelstilz Back- und Brauscheune abseits der Bundesstraße 194 einrichtete, brauchte er etwas, mit dem sich Gäste in den idyllischen Ort und an seinen Tresen locken ließen.

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Krummenhagen braut ein einstiger Schiffbauer drei süffige Biersorten

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„Das Rumpelstilz Dunkel war mein erstes selbstgebrautes Bier“, sagt der Wirt, der ein großer Fan des irischen Guinness-Bieres ist. Kein Wunder also, dass er mit einem obergärigen Bier voll kräftiger Röstaromen startete. Dass er einmal Bier brauen würde, war Steinfurth 1956 nicht an der Wiege gesungen worden. Von Haus aus Ingenieur für Schiffstechnik, hatte er mit dem Niedergang des Schiffbaus im Land eine Idee gesucht, sich selbstständig zu machen. Frei nach dem Motto „dem Ingenieur ist nichts zu schwoer“, setzte er auf die Gastronomie. Da half es, dass ein einstiger Kommilitone am Technologiezentrum Warnemünde eine Kleinstbrauerei entwickelt hatte.

„Das gute Stück steht im Gastraum, sodass Gäste beim Brauen zusehen können, erläutert Steinfurth. „Dabei ergibt sich so manches Gespräch.“ 50 Liter Sud lassen sich ansetzen, eine Fassgröße. Im Sommer wird zweimal pro Woche Bier gebraut, im Winter weniger. Das Brauen hat sich der Ingenieur selbst beigebracht, Bücher gelesen, Seminare besucht, Tipps geholt vom Braumeister der nahen Störtebeker Braumanufaktur. Er ist froh über den Craft-Bier-Trend, der sich in Deutschland etabliert hat. Sein Bier kommt an. Da blieb es nicht aus, die Gäste mit neuen Sorten zu überraschen.

Rumpelstilz Sonne, ein helles, untergäriges Bier nach Pilsner Brauart, gut und vor allem kalt gehopft. Zur Fußball-WM, dem deutschen Sommermärchen 2006, kam Bier Nummer drei dazu – Rumpelstilz Rotgold. Ein rötliches Bier in der Tradition von Amberbieren.

„Pünktlich zur Weltmeisterschaft konnten wir gewissermaßen Bier in den Symbolfarben Schwarz-Rot-Gold anbieten, sagt Burkhardt Steinfurth mit einem Schmunzeln. Drei Sorten reichen ihm und seinen Gästen derzeit völlig. Wer eins kosten möchte, muss ins Rumpelstilz nach Krummenhagen kommen. Und wer mehr übers Brauen wissen möchte, kann bald an Wochenenden zu Brauseminaren ins Rumpelstilz fahren. Steinfurths neueste Idee. „Wir haben extra dafür ein paar Gästezimmer angebaut.“

Rumpelstilz Brau- und Backscheune, Krummenhagenerstraße 19, 18442 Krummenhagen.

Klosterbier mit Bezug zur Geschichte Mönchguts

Es sollen Mönche gewesen sein, die im 13. Jahrhundert auf der Halbinsel Mönchgut Bier gebraut haben. Heute findet man in Middelhagen Rügens einzige Gasthausbrauerei – Hotel und Gasthof „Zur Linde“. „Seit etwa 15 Jahren brauen wir hier Bier“, sagt Steffen Leistert, der Inhaber.

Die Motivation dafür macht er schnell deutlich: „Wir hatten einerseits Lust dazu. Andererseits war ich nicht mehr bereit, die horrenden Preise der Großbrauerei zu bezahlen.“ Anfangs lag der Ausstoß

der Hausbrauerei bei einem Fass am Tag. Das sollte bald nicht mehr reichen. „Im März haben wir eine erweiterte Anlage in Betrieb genommen. Nun sind 400 Liter in einem Braugang möglich“, so Leistert.

Sein Braumeister präsentiert jetzt zwei Sorten Linde-Bier – ein bernsteinfarbenes Kellerbier sowie ein dunkles Klosterbier. Letzteres nimmt Bezug auf die Geschichte der Halbinsel. Der Inhaber ist von beiden begeistert: „Mein Favorit ist aber das dunkle Bier, auch wenn der Braumeister da noch paar Stellschrauben dreht, weil er noch nicht ganz zufrieden ist.“ jm

Hotel & Gasthof „Zur Linde“ , Dorfstraße 20, 18586 Middelhagen.

Bier aus Kaffeebohnen im Wasserschloss gebraut

Wenn ihm so ist, braut Jan Fidora schon mal Bier komplett aus Kaffeebohnen. „Das entspricht zwar nicht dem deutschen Reinheitsgebot, hat aber seine Berechtigung und schmeckt hammer“, sagt der Brauer und Inhaber des Wasserschlosses Mellenthin auf Usedom. „Der einzigen Schlossbrauerei in MV“, wie Fidora weiß.

Zwei Grundsorten werden ständig gebraut – Mellenthiner Hell und Dunkel. Dazu werden immer auch zwei variable Sorten angesetzt. Hier reicht die Palette von Bock- und Eisbockbieren über Weizenbier, Rauchbier, Schwarz- und Altbier und Bier mit Whisky-Geschmack, im Holzfass gereift.

Etwa 1000 Hektoliter schenkt Jan Fidora pro Jahr aus. Ein Indiz für die stetige Nachfrage. Getrunken wird das kühle Nass etwa bei Pommern- oder Ritterbüfetts sowie bei Piratenspektakeln in den ehrwürdigen Schlossmauern. Wer dann noch nicht genug davon hat, kann sich das Bier auch vom Schlossladen mit nach Hause nehmen. Fidora: „Woanders wird er die Spezialitäten nicht bekommen, außer bei uns.“ jm

Wasserschloss Mellenthin , Dorfstraße 25, 17429 Mellenthin.

Torfköppe: Bier mit Honig für Wacken-Fans

Die Torfwiesen an der Peene sind nicht nur Namensgeber für die Bierserie Torfkopp der Loitzer Hafendestillerie & Brauerei GmbH & Co. KG. Sie verhelfen dem Bier auch zu manch unerwartetem Geschmackserlebnis. Etwa beim Torfkopp mit Honig. „Sechseinhalb Kilo Honig werden da auf 100 Liter Sud zugesetzt. Der Honig kommt von einem Imker aus den Peenewiesen“, erzählt Hans-Joachim Ziemann. „Daran haben wir zwei Jahre geübt, bis es klappte.“ Vor allem die Frauen würden auf das Honigbier stehen und auch die Hard-Rock-Fans in Wacken.

Ziemann selbst ist seit den 1990er-Jahren im Biergeschäft unterwegs. Doch das mit den Torfköppen, das sei eine Schnapsidee gewesen von zwölf Freunden, die etwas reißen wollten für Loitz. So gibt es heute im Show-Room der Hafendestillerie neben dem Honigbier auch das Torfkopp Lager sowie das Dunkle Torf Lager.

Wie der Name es verrät, ist in der Destille auch Hochprozentiges im Angebot – ein eigens kreierter Whisky mit ordentlich Torfgeschmack aus den Peenewiesen. „Unser Motto ist: Alles, was das Fass hergibt“, sagt Ziemann. Dazu soll auch einmal Wein gehören. Den wollen die Loitzer nicht selbst keltern, aber ernten – von den eigens gepflanzten 1200 Weinstöcken des Vereins der Peenewinzer „Sophia Hedwig“. jm

Loitzer Hafendestillerie & Brauerei , Mühlentorvorstadt 8a, 17121 Loitz.

Im Biergarten mit einem Insel-Weizen

In bester Lage des Ostseebades, nahe der Seebrücke, versteht man sich im Usedomer Brauhaus darauf, das Inselbier zu brauen. „Jetzt im Sommer läuft bei uns das Inselbier Weizen ganz gut am Hahn“, sagt Ariane Hein, Restaurantleiterin des Braugasthauses. Das Weizen gehört neben Kellerbier, Pils und Dunkel zu den vier Standardsorten. Diese werden durch saisonale Biere wie Maibock oder Oktoberbier ergänzt – Jahresproduktion etwa 2000 Hektoliter.

Getrunken wird der Gerstensaft nicht nur im Biergarten mit seinen 150 Plätzen oder drinnen an den Tischen für 200 Gäste. „Das Brauhaus gehört zur Seetel-Gruppe. „Das Bier wird in unseren Hotels von Trassenheide bis Ahlbeck getrunken“, sagt Ariane Hein. Natürlich kann der Kenner auch etwas im Brauhaus erwerben – in Halb- und Zweiliter-Bügelflaschen oder dem Fünf-Liter-Partyfass.

jm

Usedomer Brauhaus , Platz des Friedens 1, 17424 Seebad Heringsdorf.

Malzgeruch liegt in der Luft

Mit den Biersorten Darßer Pils, Weizen und Dunkles begann im März 2016 eine Erfolgsgeschichte für Ann und Markus Lau vom Darßer Brauhaus in Prerow. „Wir bieten unseren Gästen Erlebnisgastronomie, deshalb steht der Kupferkessel zum Brauen mitten im Gasthaus“, erzählt Markus Lau. Kocht der Sud, schwebt ein malziger Duft durch den Raum, passend zu den rustikalen Gerichten der Karte.

Der Zuspruch ihrer Gäste ermutigte das Paar, die kleine Brauerei zu erweitern. „Vor einer Woche setzten wir erstmal Sud in der neuen Anlange an“, berichtet Markus Lau. Der 32-Jährige freut sich, dass er damit nun alles auf Lager halten kann, was Gerste und Hopfen möglich machen. Betrug die Lagerkapazität anfangs 25 Hektoliter, sind nun 90 möglich. Inzwischen wurde das Sortiment erweitert. „Wir sind in der Lage, ein Bernstein Ale sowie Indian Pale Ale zu brauen“, so Lau. Letzteres soll auf englische und schottische Brauereien zurückgehen, die im 19. Jahrhundert Bier für die indischen Kolonien mit einem höheren Alkohol- und Hopfengehalt herstellten. Das so genannte IPA erfreut heute Kenner mit seinem intensiven Geschmack und fruchtigen Geschmacksnoten, die von speziellen Hopfen stammen. Im Darßer Brauhaus gibt’s das sogar aus Flaschen, denn auch in eine kleine Abfüllanlage hat Familie Lau investiert.

Darßer Brauhaus , Bergstraße 1, 18375 Ostseebad Prerow.

Jörg Mattern

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